Warum Yamaha keinen Screamer baut: Nicht Kawasaki sagen
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(adrivo.com) Während Kawasaki weiter an seinem Screamer-Motor arbeitet, den man im Januar überraschend erstmals vorgestellt hat, haben die Ingenieure bei Yamaha klar gemacht, dass man dort nie wieder Experimente mit dieser Art Motor machen wird. "Wir werden nie wieder einen Screamer-Motor verwenden. Niemals. Wir haben den Screamer-Motor 2003 weggeworfen", sagte Yamahas oberster Ingenieur Masao Furusawa in einem Interview mit crash.net. Furusawa war derjenige bei Yamaha, der bei Valentino Rossis Ankunft 2004 den Big Bang- Motor einführte, der sich danach in der MotoGP durchsetzte.

Mit dem Wechsel auf die 800er wurde der Screamer – so benannt wegen des hohen Motorgeräusches – aber wieder interessant, da es darum ging, möglichst viele PS aus einer Maschine zu holen. Deswegen wechselte Ducati und später auch Honda wieder zurück. Unterschied zwischen Screamer und Big Bang ist die Zündreihenfolge der Zylinder. Beim Screamer ist die Zündreihenfolge bei jedem Zylinder gleich, beim Big Bang ist sie uneinheitlich. Beim Big Bang zünden daher zwei Zylinder zeitnahe, weswegen es sich wie ein Knall anhört, dann folgt eine Pause und die anderen Zylinder zünden relativ zeitnahe.

Aber auch wenn Furusawa den Screamer-Motor nicht mag, so vermisste er ihn bei dem recht intimen Test in Sepang vergangene Woche. Denn Kawasaki war auch am Ort, hatte seine Neuentwicklung aber nicht dabei. "Ich hoffe, Kawasaki bringt ihn wieder. Ich höre ihm gerne zu. Ihr Screamer war dieses Mal nicht da und das hat mir wirklich nicht gefallen. Bitte verwendet den Screamer", meinte er. Der Grund für diese Aussage könnte allerdings in seiner Abneigung gegen diese Art Motor begründet sein.

Denn nach seiner Meinung wird die Kommunikation zwischen Fahrer, Gas und Hinterreifen beim Screamer im höheren Drehzahlbereich schwer zu kontrollieren, wohingegen das beim Big Bang einfacher zu handhaben geht. "Er hört sich zwar so an, als ob er stark schwankt, das ist aber wegen der uneinheitlichen Zündabstimmung. In Wirklichkeit ist er bei hohen Umdrehungen aber sehr gleichmäßig", erklärte Furusawa. Im Gegensatz dazu würden die Teile im Screamer bei hohen Umdrehungen zu viele Geräusche verursachen, wodurch der Fahrer nicht mehr hören kann, was der Reifen ihm "mitzuteilen" hat.

Und genau darin sieht Furusawa das grundlegende Problem. "Der Fahrer muss genau auf den Reifen hören und über das Gas mit ihm direkt kommunizieren. Der Screamer-Motor macht es aber schwer, etwas zu hören. Die Verbindung zwischen Gas und Fahrer ist beim Screamer nicht gut – erklärt das ja nicht den Kawasaki-Leuten", scherzte er und fügte schnell an: "Ich mache nur Witze." Laut Furusawa treten die Probleme bei Drehzahlen über 12.000 auf und in der MotoGP wird normalerweise zwischen 14.000 und 17.000 Umdrehungen gefahren. "Manchmal sogar 19.000 – es wird also sehr laut wenn die Drehzahlen beim Screamer in die Höhe gehen und der Fahrer kann mit dem Reifen nicht sprechen", erklärte er noch einmal.

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