Fahrassistenzsysteme

Wer prüft die Fahrassistenzsysteme?

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Copyright: Prof. Anita Friedel-Beitz/mid

Bei 2.718.706 Hauptuntersuchungen hat die KÜS im Jahr 2014 exakt 2.988.264 Mängel über alle Fahrzeugklassen hinweg festgestellt. Dabei nahmen die auffälligen Mängel bei elektronischen Assistenzsystemen nur etwa ein Prozent ein. Das liegt zum einen daran, dass die meisten dieser Systeme noch nicht so stark verbreitet sind und nur in relativ neuen Pkw und Lkw verbaut sind. Zum anderen werden die auftretenden Defekte meist schon vor der Hauptuntersuchung über die Warneinrichtungen auffällig und glücklicherweise ernst genommen und beseitigt.

Die Bemängelung der Airbags liegt bei KÜS mit 55,1 Prozent an der Spitze. Einmal hochgerechnet auf den Fahrzeugbestand in Deutschland ergibt das eine Mängelzahl von 100.000 defekten Airbags. Angesichts der gigantischen Rückrufaktionen eines Airbagherstellers in der letzten Zeit für Neuwagen, die noch nicht zur Hauptuntersuchung waren und in der Statistik nicht auftauchen, erscheint diese Zahl sehr klein. Trotzdem muss man von einer erheblichen Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit auf unseren Straßen ausgehen.

Mit 21,5 Prozent Anteil an den Mängeln bei Fahrassistenzsystemen steht der „Automatische Blockierverhinderer“ (ABV besser bekannt als ABS) auch ganz vorne. Die Traktionskontrolle (besser bekannt als ASR) bringt es noch auf rund 7 Prozent. Die sogenannten fahrdynamischen Kontrollsysteme wie etwa die „Elektronische Stabilitätskontrolle“ (besser bekannt als ESP) stehen noch mit 5,3 Prozent in der Mängelstatistik 2014 der KÜS, wenn es um elektronische Fahrassistenzsysteme geht.

Mit der Einführung des sogenannten „HU-Adapters“ zur Prüfung elektronischer Systeme im Fahrzeug gehen die Kfz-Überwachungsorganisationen einen ersten Schritt in die richtige Richtung. „Wir stellen uns mit der Überprüfung der elektronischen Systeme der Entwicklung des modernen Fahrzeugbaus. Die Fahrzeugüberwachung wird auf der Höhe der Zeit sein und ihren wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit auch weiterhin uneingeschränkt leisten“, so Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS. Um so mehr muss es erstaunen, warum die Automobilhersteller den HU-Adapter nicht besser unterstützen. Sie stellen die notwendigen technischen Daten zur Prüfung nicht zur Verfügung. In diesem Zusammenhang unterstrich Peter Schuler, dass seiner Meinung nach auch die Sicherheit der Assistenzsysteme für automatisiertes Fahren noch nicht ausreichend ist.

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