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AMG in Le Castellet: Zeitreise mit der “roten Sau“
AMG in Le Castellet: Zeitreise mit der ''roten Sau'' Bilder

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Mercedes-Benz AMG mit dem Nachfolger der Bilder

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Mercedes-Benz SLS AMG in Rot: Fiat/Ferrari-Chef Marchionne soll sich darüber aufgeregt haben, dass AMG mit der Farbe Rot wirbt. Ist man bei Ferrari nervös wegen des Afalterbacher? Bilder

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Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG: die Bilder

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Mercedes-Benz AMG - alte Modelle, bewacht vom SLS AMG. Bilder

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AMG-Historie: Mercedes-Benz C32 AMG von 2001 Bilder

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AMG-Historie: Mercedes-Benz C55 AMG von 2004 Bilder

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AMG-Historie: Mercedes-Benz C43 AMG von 1997 Bilder

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AMG-Historie: 190 E 3.2 von 1987 Bilder

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AMG-Historie: sechs AMG-Modelle am Start in Le Castellet. Bilder

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Selbst auf einer Rennstrecke wie Paul Ricard in Le Castellet braucht man heutzutage eine Sondergenehmigung, um die „rote Sau“ rauszulassen. 1971 war das noch kein Problem. Damals fuhr der Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG beim 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps als zweiter über die Ziellinie, zur Überraschung der Renntourenwagen-Szene. Niemand hatte damit gerechnet, dass die große und schwere S-Klasse eine Chance haben könnte. So hatten die Edeltuner aus Afalterbach ihren ersten großen Auftritt, und der Renn-SEL wegen der roten Farbe seinen Spitznahmen.

In Le Castellet donnerte nur eine Replica über den Kurs. Das Original ist verschollen. Aber äußerlich blieb alles beim Alten: Farbe, die Startnummer 35, die Sponsorenaufkleber, die edle Innenausstattung mit dem Mercedes-Komfort und Servolenkung. In sengender Sonne trat die alte rote Sau mit ihren Fahrern von 1971 – Hans Heyer [foto id=“310527″ size=“small“ position=“left“]und Clemens Schickentanz – jetzt gegen eine neue rote Sau an, eine aktuelle S-Klasse in gleicher Kriegsbemalung aber mit dem neuen Achtzylinder V8-Biturbo, der ab Herbst in die S-Klasse und in den CL einziehen wird und auch den Mercedes-Benz S 63 AMG befeuern wird. Andere Modelle sollen folgen.

Der Motor mit der Typenbezeichnung W 157 leistet 400 kW / 544 PS und bietet ein maximales Drehmoment von 800 Newtonmetern (Nm). Bei AMG ist man sich allerdings sicher, dass später viele Käufer zum „Performance Package Plus (PPP)“ greifen werden. Dann leistet der Motor 420 kW / 571 PS und stemmt 900 Nm. Zum PPP gehört übrigens auch ein Sportfahrerlehrgang, der heute gern in Anspruch genommen wird. Beim C 63 AMG nutzt schon fast jeder zweite Käufer die Chance, an der AMG Driving Academy teilzunehmen.

Aber zurück zur roten Sau. Der Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG leistete in der Serienversion 184 kW / 250 PS bei 4000 Umdrehungen pro Minute. Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 220 km/h. In der neuen roten Sau mit dem neuen Achtzylinder steckt auch ein Serienmotor, allerdings in der PPP-Version mit 571 PS. Da darf man einen Vergleich anstellen, um den Fortschritt in den vergangenen vier Jahrzehnte beim Motorbau einschätzen zu [foto id=“310528″ size=“small“ position=“right“][foto id=“310529″ size=“small“ position=“right“]können: Die neue AMG-S-Klasse bietet also mehr als doppelt so viel PS, verbraucht aber nur halb so viel Kraftstoff wie der SEL, nämlich nur noch 10,5 Liter auf 100 km, natürlich im Schnitt nach der EU-Norm und nicht auf der Rennstrecke. Dann darf’s ein bisschen mehr sein.

Den Verbrauch der roten Sau Nummer 1 haben wir gar nicht erst erfragt. Denn deren Tuning dürfte sich auf den Verbrauch nicht eben positiv ausgewirkt haben. Die Rennversionen der Herren Heyer und Schickentanz leistet bei einem Hubraum von 6835 ccm 315 kW / 428 PS und bot 600 Nm.

Im selben Maße wie der Verbrauch hat sich offenbar auch das Fahrgeräusch verändert. Den Renn-SEL hört man während der kompletten Runde in Paul Ricard; den S 63 AMG von morgen kann man auch nicht überhören, wenn sein Achtzylinder die Gerade an der Boxengasse angeht und die Sportautomatik AMG Speedshift bis zum siebten Gang hochschaltet. Das Geräusch hat alles, was einen Achtzylinder mit großem Hubraum so attraktiv klingen lässt. Das hat nichts zu tun mit dem nervenden Klang von hochtourigen Formel 1-Motoren, der die Ohren quält. Den kraftvollen Klang des großen Hubraums spürt der ganze Körper.

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Dass 40 Jahre im Motorenbau einen großen Fortschritt bringen können, erstaunt niemanden. Das entspricht der Lebenserfahrung. Aber beim AMG-Achtzylinder wird der Fortschritt auch von Generation zu Generation spürbar. Eben noch erntete der aktuelle AMG-Achtzylinder die Lorbeern als „Engine of the Year“, da stellt das Unternehmen schon den nächsten Achtzylinder vor, eben den in der neuen roten Sau, den W 157. Der hat [foto id=“310531″ size=“small“ position=“left“]erstmals Benzindirekteinspritzung, zwei Turbolader und mit 5,5 Litern einen kleineren Hubraum, und er verbraucht rund ein Viertel weniger als sein Vorgänger. Der W 156 war noch ein Hochdrehzahl-Saugmotor, der in der Performance-Variante 386 kW / 525 PS leistet und 650 Nm schaffte.

Die beiden roten Säue haben in Le Castellet an diesem Tage viele Runden gedreht. Erst stand der Alte im Mittelpunkt, dann der Neue. Hans Heyer hatte gewarnt, dass die Bremsen nicht so standfest sind, so dass sie in Spa-Francorchamps das Rennen auf den Geraden nach Hause fahren mussten. Auch die superbreiten Reifen waren keine Gewähr dafür, dass die nächste Kurve nicht zur Falle wurde. Da hat man den SEL lieber den alten Hasen überlassen und hätte der alten roten Sau mit der neuen um die Ohren fahren können; denn nicht nur der Motorenbau hat riesige Fortschritte bewältigt.

Wer wollte, konnte das in Le Castellet erfahren. Denn außer den beiden roten stand eine Auswahl von alten und neuen AMG bereit. Wir begannen unseren Tag mit einem Baby-Benz von AMG. Da war von AMG noch nicht viel zu spüren. Aber immerhin schaffte er es auf der[foto id=“310532″ size=“small“ position=“right“] Gegengeraden bis auf 140 km/h. Von Generation zu Generation wurde dann aber mehr Sport spürbar: jedes Mal war das Handling besser, ebenso die Beschleunigung und auch die Geschwindigkeiten auf der Gegengerade.

Den Höhepunkt des AMG-Feelings lieferte dann natürlich die neue rote Sau. An deren Steuer zeigten auch Hans Heyer und Clemens Schickentanz, dass Alter nicht vor schnellen Rundenzeiten schützt. Allzu gern tauschte auch der heute 67-jährige Heyer seinen Tirolerhut immer wieder mit dem Sturzhelm.

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