Autokonzerne mitverantwortlich für Umweltschäden in Schwellenländern
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Eine neue Herausforderung kommt auf die deutschen Automobilhersteller zu. So sollen sie beim Einkauf von Stahl und anderen Rohstoffen viel stärker auf Umwelt- und Sozialstandards achten. Die Automobilhersteller müssten, wie Ökonom Jens Martens, der Leiter des Europabüros des Global Policy Forums, in Bonn gegenüber den VDI Nachrichten sagte, beispielsweise die Produktionsbedingungen von Stahl in Schwellenländern in ihren Entscheidungen über die Auswahl ihrer Zulieferer berücksichtigen. Nur so können sie vermeiden, dass sie ungewollt zu Komplizen bei Umweltvergehen und Menschenrechtsverletzungen werden und ihre Reputation entsprechenden Schaden nehme.

Das gelte auch dann, wenn beispielsweise Stahl vom renommierten Stahlproduzenten ThyssenKrupp bezogen wird. „Ein Teil des Stahls, den ThyssenKrupp an deutsche Autofirmen verkauft, stammt aus Brasilien. Dort betreibt der Konzern in der Bucht von Sepetiba, in der Nähe von Rio de Janeiro, das Stahlwerk CSA. Anwohner klagen dort über gesundheitliche Schäden, Fischer beschweren sich über massive Wasserverschmutzung und den Rückgang des Fischfangs“, schildert Martens. „Die brasilianische Stiftung Fiocruz hat in einer Studie festgestellt, dass sich seit Inbetriebnahme des Stahlwerks 2010 die Fälle von Atemwegs- und Hauterkrankungen vervielfacht haben.“Zwar hätten sich alle deutschen Unternehmen der Autoindustrie zu Umwelt- und Menschenrechtsstandards bekannt. „VW, Daimler und BMW haben auch mehr oder weniger detaillierte Nachhaltigkeitsrichtlinien für ihre Lieferanten“, so Martens. Doch eine systematische Überprüfung der Lieferketten finde nicht statt.

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