Continental

Continental gibt dem Dieselmotor seinen guten Ruf zurück
auto.de Bilder

Copyright: Continental

auto.de Bilder

Copyright: Continental

auto.de Bilder

Copyright: Continental

Wenn der Schriftzug Continental an einem Auto auftaucht, dann eher unauffällig: auf der Reifenflanke – mit schwarzen Buchstaben auf schwarzem Grund. Eigentlich müsste dieser Schriftzug viel häufiger auf den Fahrzeugen auftauchen. Denn „Conti“ liefert längst mehr für das Automobil als nur Reifen: von Motorentechnik über Fahrer-Assistenzsysteme bis zur Konnektivität, um nur einige Themenfelder zu nennen.

Die Rettung für den Diesel?

Einmal im Jahr öffnet Continental sein Nähkästchen und gibt den Blick auf Systeme frei, die in der näheren Zukunft in Serie gehen können. 2017 stand das Portfolio im Mittelpunkt, mit dem Konzern sich auf der Automobilmesse IAA in Frankfurt präsentieren wird. Zu den absoluten Sensationen zählt eine Technik, mit der man Dieselmotoren so sauber machen kann, dass nicht nur die CO2-Emmissionen um drei Prozent sinken, sondern durch die sich auch die momentan mehr in der Diskussion stehenden Stickoxid-Emissionen reduzieren lassen. In diesem Fall sogar um mehr als 60 Prozent. Ein gutes Signal für eine Motor-Art, die nicht zuletzt durch die Trickserei bei Volkswagen und Co. und das anschließende "Herum-Eiern" stark ins Gerede gekommen ist.

Was Continental beim Diesel auf der Pfanne hat, könnte den Dolchstoß in das Herz des Diesels verhindern, von dem manche Politiker derzeit vorschnell träumen. Den Beweis für das unglaublich hoch aufgehängte Versprechen konnten wir auf dem Contidrom selbst miterleben. Als Versuchsfahrzeug stand ein VW Golf bereit, der auf die neue Technik umgerüstet war. Die Ingenieure zündeten dazu ein mehrstufiges Maßnahmenpaket. Zunächst ersetzten sie das serienmäßige Einspritzsystem durch ein deutlich verfeinertes. Es arbeitet mit einem Druck von 2.500 bar an den Einspritzdüsen, die in der Lage sind, in ganz kurzen Intervallen mit präziser Dosierung Kraftstoff in die Brennräume zu schießen. Nach der Verbrennung wird noch einmal eine winzige Menge Diesel zugegeben, die sich erst im ersten Katalysator entzündet.

auto.de

Copyright: Continental

Das Zauberwort lautet SCR-Kat

Eine wichtige Maßnahme, da der dahinterliegende zweite Katalysator - ein SCR-Kat - nach einem Kaltstart sehr schnell auf Temperatur kommen muss, um die Stickoxid-Konvertierung schnell und effizient in Gang zu setzen. Um durch die nachträgliche Einspritzung den Spritverbrauch nicht unnötig zu erhöhen, setzt Continental auf eine zusätzliche Heizung, um den SCR-Kat bei Laune zu halten. Ein Starter-Generator, der die herkömmliche Technik mit Lichtmaschine und Anlasser ersetzt, liefert mit seiner 48-Volt-Technik den nötigen Strom, um den ersten Kat, der ganz nah am Motor platziert ist, zu beheizen. Der Starter-Generator ist als Hybrid ausgelegt. Deswegen kann er Bremsenergie zurückgewinnen und zwischendurch sogar das Durchzugsvermögen des Verbrennungsmotors - zum Beispiel, wenn sich der gerade bei niedrigen Drehzahlen im "Turboloch" aufhält - kräftig anheben.

Die Zugabe von Harnstofflösung, die der SCR-Kat so dringend braucht, um die Stickoxide erfolgreich zu bekämpfen, erfolgt direkt hinter dem Heizkatalysator. So werden Abgas und Harnstoff gut durchmischt, ohne dass dafür ein spezieller Mischer gebraucht wird. Das Zusammenspiel dieser Komponenten wird durch das "connected Energy Management" weiter optimiert. Hinter diesem sperrigen Spezialausdruck verbirgt sich die elektronische Vernetzung zum Umfeld, in dem sich das Auto bewegt.

auto.de

Copyright: Continental

Deutlich sauberer

Dazu Dr. Oliver Maiwald, Leiter "Technology und Innovations" bei Continental: "Bei bekannter Strecke - Navigation oder Streckenerkennung durch lernfähige Algorithmen - kann das cEM-Steuergerät vorausschauend darüber entscheiden, wann das Fahrzeug am besten rollt und wann rekuperiert werden sollte: Das spart Kraftstoff und Emissionen". Klar, dass der Wagen mit abgeschaltetem Motor und geöffneten Kupplungen ohne Bremsmomente im Freilauf "segelt", wenn der Fahrer unterwegs das Gaspedal lupft. Dass alle diese Maßnahmen nicht nur mit miesen Tricks bei Prüfstandsmessungen gute Ergebnisse zeigen, musste das Versuchsfahrzeug anhand eines Analysegeräts unter Beweis stellen, das während der Fahrten, bei denen wir selbst hinter dem Lenkrad saßen, die Emissionen überwachte.

Die Resultate zeigen deutlich, dass der Diesel so gerüstet etwas sparsamer, aber deutlich sauberer werden kann. Mal sehen, ob diese Botschaft bei jenen Politikern mit dem Dolch im Gewand ankommt. Dazu müssten sie allerdings bereit sein, sich mit Details auseinanderzusetzen, statt ungefiltert einfache opportunistische Parolen in die Welt zu blasen.

UNSERE TOP-ANGEBOTE FÜR SIE

MEHR ERFAHREN AUS DEM BEREICH NEWS

BMW M440i x-Drive.

BMW M440i x-Drive: Provozierendes Kraftpaket

Mercedes-Benz S-Klasse (1998–2005).

Mercedes-Benz S-Klasse – Generation S (3)

Mazda CX-3.

Mazda CX-3: Gesund geschrumpft

zoom_photo