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Das günstige Elektroauto?
Kurztest Tesla Model S 85 Performance: Ein faszinierendes Angebot Bilder

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Das weiß doch jeder: Elektroautos sind im Unterhalt ein Schnäppchen! Sie sind günstig in der Versicherung, steuerbefreit und darüber hinaus ist Strom preiswerter als Benzin. Der Automobilclub ADAC hat in seinem „ADAC Autokostenbericht 2015“ Überraschendes festgestellt: Das Elektroauto „Tesla S 70 D“ mit einem Listenpreis von rund 76.000 Euro und ein vergleichbarer „Mercedes S-Klasse S350 d-76 Tronic Plus“ (Listenpreis: rund 82.000 Euro) haben nahezu dieselben Gesamtkosten. Der Tesla kommt auf 1.555 Euro im Monat, der Mercedes auf 1.597 Euro. Zum Vergleich: Ein Mittelklassewagen wie der „Golf 1.2. TSI BMT“ liegt ungefähr bei einem Drittel davon. Warum sind beim Tesla trotz der oben genannten Gründe die Gesamtkosten so hoch und wie entwickelt sich dadurch der Verkaufspreis?

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Die festen und variablen Kosten

Der ADAC hat den Tesla bei den Fixkosten höher eingestuft als den Mercedes – 229 Euro zu 195 Euro im Monat. Unter Fixkosten fallen die Ausgaben für die KFZ-Steuer, Versicherung und eine Pauschale, die unter anderem Parktickets und die Abgasuntersuchung umfasst. Der ADAC rechnet laut dem ADAC-Ingenieur Peter Sobotta bei der Versicherung des Teslas mit einer Pauschale von 1.400 Euro für Haftpflicht und Vollkasko. Der Hintergrund war, dass einige Versicherer den Tesla bei Erstellung der ADAC-Liste noch nicht einstuften, aber zur Kostenbestimmung ein ungefährer Betrag nötig war. Den Wert von 1.400 Euro unterschreitet der Mercedes, je nach Anbieter, um bis zu 400 Euro.

Aktuell liegt der Preis für die Haftpflicht beider Modelle ungefähr gleich hoch – bei rund 370 Euro. Dadurch fallen die fixen Kosten des Teslas. Die Befreiung des Elektroautos bei der KFZ-Steuer wurde vom ADAC berücksichtigt, beträgt für die S-Klasse allerdings lediglich rund 150 Euro im Jahr.

Bei den Werkstatt- und Reifenkosten liegen Tesla und Mercedes nahezu gleichauf. Der Tesla ist mit 129 Euro im Monat um 14 Euro höher eingestuft als der Mercedes. Bei den Werkstattkosten wurde das „Tesla-Servicepaket“ – vier Jahre 2.200 Euro – vom ADAC zu Grunde gelegt. Das Komplett-Service-Paket von Mercedes deckt laut Hersteller fünf Jahre lang alle Service-Arbeiten ab, und zwar für einen „stabilen und besonders günstigen monatlichen Betrag“. Zur Einordnung: Der Golf als Mittelklassewagen kommt aufgrund geringerer Reifengröße und preiswerterer Ersatzteile gegenüber den Oberklassemodellen auf lediglich 357 Euro im Monat.

Elektroautos sind Opfer ihres eigenen Fortschritts

Der größte Posten der Gesamtkosten beim Tesla ist, wie bei jedem anderen Auto auch, der Wertverlust. Der Verlust an Substanz beträgt beim Tesla 1121 Euro im Monat. Dafür ursächlich sind laut Peter Sobotta die rasante Entwicklung der Technik bei Elektroautos und der hohe Kaufpreis. Ein teures Auto hat in totalen Zahlen einen höheren Wertverlust als ein Preiswertes. Gleichzeitig sorgt der Kaufpreis in Verbindung mit der schnell fortschreitenden technischen Entwicklung aber auch dafür, dass nur selten ein Käufer dazu bereit ist, den Originalpreis für einen zwei Jahre alten Tesla zu zahlen, da die Technik bereits als überholt antiquiert gilt.

Strom ungleich Benzin

Im Sektor Betriebskosten listet der ADAC den Preis für Betriebsstoffe, also hauptsächlich Öl und Benzin gegenüber Strom, und eine Pauschale für Fahrzeugpflege auf. Hier liegt der größte Unterschied zwischen S-Klasse und dem „S“: Der Mercedes liegt mit 107 Euro rund ein Drittel über dem Tesla. Das Überraschende: Diese Differenz kommt zustande, obwohl die europaweit 150 kostenlosen Tesla-Stromtankstellen im ADAC-Bericht keine Berücksichtigung fanden, da diese nicht für jeden Tesla-Fahrer erreichbar sind.

Klasse kostet

Insgesamt liegen die Gesamtkosten des Tesla S etwa 50 Euro unter denen der S-Klasse, beide aber bei über 1500 Euro Gesamtunterhalt im Monat. Der Unterschied ist gering und kann bei Kaufpreisen jenseits der 75.000 Euro-Marke vernachlässigt werden. Beides sind Luxusautos der höchsten Klasse, was sich an den Kosten gut ablesen lässt: Der erwähnte Golf kommt auf Gesamtkosten von 546 Euro monatlich. Ein Oberklassenauto hat eben seinen Preis, egal ob Benziner oder Elektroauto.

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