Deutschland übt Elektromobilität ohne Elektroautos

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Deutsche Autohersteller und Zulieferer entwickeln engagiert elektrifizierte Autos. Neben Audi, BMW, Porsche, und VW, präsentieren dieser Tage die Zulieferer Bosch, Continental und ZF neue Elektro– und Hybridantriebe, die auf großes Interesse stoßen. Doch in der „Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE)“ und den mit dem „Konjunkturpaket II“ geförderten Projekten hat Deutschland bisher Elektromobilität ohne Elektroautos geübt. Mit sogenannten „Schaufenster-Regionen“ als Modell-Regionen sollte alles besser werden.

Für Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer ist die Elektromobilität keine Vision mehr, sondern Realität, wie er jüngst auf der Konferenz „Elektromobilität bewegt weltweit“ feststellte. Ihm entgegnet Branchenexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen, dass sich das in der Realität völlig anders gestaltet: „In der von der NPE und den mit dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung geförderten Projekten hat Deutschland Elektromobilität ohne Elektroautos geübt. Mit den sogenannten Schaufenster-Regionen sollte alles besser werden, doch es ist kein Effekt erkennbar“, so der Autofachmann.

Bis 2013 erwarten die Experten des CAR-Instituts nur 3 700 Elektrofahrzeuge und Plug-In-Hybride unter 2,95 Millionen Neuzulassungen. Von den „kleinkarierten, leeren Schaufenstern“ ist keine Belebung zu erwarten. Dudenhöffer sieht die Elektromobilität am Boden, weil in der Bundesregierung eine „große, treibende Kraft“ fehle.

Als diese Kraft sieht sich die NPE. Ihr Vorsitzender Henning Kagermann hält es für völlig verfrüht, Erfolge an Verkaufszahlen zu messen. „Wir stehen vor einem einschneidenden Strukturwandel.“ Automobil-, Energie-, IT- und Maschinenbaubranche sowie Lehrwerkstätten und Hochschulen müssten sich ebenso darauf einstellen, wie Behörden und Politik.

Es haben sich laut Kagermann rund 100 vorwettbewerbliche Konsortien gebildet und in den sieben Arbeitsgruppen der NPE ziehen 140 Mitglieder seit drei Jahren an einem Strang. Marschroute: Erst forschen und entwickeln, dann produzieren und schließlich der Marktstart ab 2015. Die NPE liegt im Plan und hat im Konsens Ziele definiert, Roadmaps erarbeitet und unterzieht die Arbeit regelmäßigen Prüfungen. Mit den Investitionszusagen von allein 17 Milliarden Euro aus der Autoindustrie und einer Milliarde Euro vom Bund wird das nötige Vertrauen geschaffen, um den anstehenden Innovationssprung zu meistern.

Es geht bei der Elektromobilität darum, sie Technologie-offen und mit einem branchenübergreifenden Systemansatz voranzutreiben. Das braucht Zeit, zumal es keine Kaufprämien als anreize für die Konsumenten gibt.

Die NPE befindet sich in der Marktvorbereitungsphase. Wird sich binnen 18 Monaten ein Markt auftun, in dem die gewaltigen Investitionen zurückfließen? Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist trotz aller Anstrengungen skeptisch. Daimler meldete 2012 rund 1 000 Patente im Bereich emissionsfreier Mobilität an und wird mindestens ein Viertel zu den bis Ende 2014 von der Autoindustrie versprochenen 16 elektrischen Modellen auf dem deutschen Markt beitragen.

„Die Skepsis mancher Kunden ist hartnäckig“, so Zetsche. Fahrerlebnisse sollen das ändern. Dafür halten Elektro-Smarts Einzug in die boomende Car2Go-Flotte. Zudem will Daimler seinen Kunden die Angst vor Batterieproblemen und Wertverlusten durch Batterieleasing nehmen. 97 Prozent der Käufer eines Elektro-Smart entscheiden sich für diese Option.

Auch wenn ein Viertel der Deutschen in Umfragen Kaufinteresse an Elektroautos bekundet, entscheiden sich bisher kaum ein Tausendstel von ihnen dafür. Laut Zetsche ist es einfach so, dass es Elektroautos im Wettbewerb mit traditionellen Antriebskonzepten verdammt schwer haben. Es ist viel verlangt, mehr für ein Fahrzeug mit klaren Einschränkungen zu bezahlen. Zumal die flächendeckende Infrastruktur an Ladesäulen und Wasserstofftankstellen fehlt.

Die Politik ist laut dem Daimler-Chef in der Pflicht, den Markt anzukurbeln. „Wenn in Deutschland und Europa eine bestimmte Zahl an Elektrofahrzeugen gewollt ist, müssen Rahmenbedingungen dafür her.“

Auf EU-Ebene drängen Automobilindustrie und Bundesregierung unisono darauf, die Mehrfachanrechnung besonders emissionsarmer Fahrzeuge auf den CO2-Flottenausstoß der Hersteller bis 2020 fortzusetzen. „Diese kostenneutrale Förderung“, so Zetsche, „ist ein starker Anreiz, die Entwicklung und Vermarktung von Elektrofahrzeugen weiter zu forcieren.“

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