Elektro-Motorräder sind schnell – aber selten
Elektro-Motorräder sind schnell - aber selten Bilder

Copyright: Zero Motorcycles

Bei Motorrad-Fahrern hält sich die Begeisterung für den Elektroantrieb noch in Grenzen, im Gegensatz zu den Autos mit E-Motor. Die Zahl der Neuzulassungen von Batterie-betriebenen Bikes ist im vergangenen Jahr bundesweit sogar gesunken. Die Zurückhaltung der Motorradfahrer könnte mit der geringen Reichweite der Elektro-Bikes zusammenhängen. Zudem fehlt der Sound der Maschinen, auf den viele Biker besonders abfahren.

Nach Darstellung von Stephan Immen, Sprecher des Kraftfahrt-Bundesamtes, wurden 2013 genau 1 199 Motorräder mit Elektro-Antrieb ausgeliefert. Ein Jahr zuvor waren es noch 2 813 der umweltfreundlichen Maschinen. Diese werden erst seit 2012 von der Flensburger Behörde separat gelistet. Derzeit sind deutschlandweit 5 596 Biker schadstofffrei und fast lautlos auf zwei Rädern unterwegs.

Diese Zahl soll nach dem Willen von Zero Motorcycles deutlich steigen. Daher will der US-amerikanische Hersteller von Elektro-Motorrädern, nach eigenen Angaben Branchenführer in diesem Segment, nun das Händlernetz in Deutschland vergrößern. Neue Vertriebspartner hat das Unternehmen jetzt im Ruhrgebiet, im Raum Gummersbach und Freiburg gefunden. Derzeit bieten rund ein Dutzend Händler die vier Modelle von Zero Motorcycles an. Bei allen Partnern stehen die neusten Maschinen zur Probefahrt bereit.

Abgesehen vom Sound und dem Drehzahlmesser im Cockpit müssen Motorradfahrer bei High-Tech-Elektro-Bikes auf nichts verzichten. Die Beschleunigungswerte der lautlosen Renner und die Höchstgeschwindigkeit kommen locker an die Leistungen der „Moppeds“ mit herkömmlichen Verbrennungsmotoren heran. Die SR Max Performance von Zero Motorcycles beispielsweise beschleunigt in 3,3 Sekunden auf Tempo 100. Das Besondere an den Fahrzeugen mit Stromantrieb ist die große Power bei niedrigen Drehzahlen an.

Anders als bei Otto- oder Dieselmotoren erreicht das Drehmoment nicht erst bei einer bestimmten Drehzahl seine größte Entfaltung, sondern steht den Fahrern bereits aus dem Stand heraus voll zur Verfügung. Bei der Zero Motorcycles SR Max Performance bringen satte 144 Nm die unverkleidete Maschine in Schwung. Der abgasfreie Motor schafft 50 kW/67 PS und in der Spitze knapp 160 km/h. Das Bike kommt mit dem sogenannten „Power Tank-Zubehör“ bis zu 276 Kilometer weit.

Wenn der Akku leer ist, müssen Elektro-Biker allerdings eine längere Pause einlegen, wenn sie an einer gewöhnlichen Steckdose Strom tanken. Knapp zehn Stunden dauert eine komplette Ladung am 220-Volt Netz. Deutlich schneller geht es mit dem Schnellladesystem „Chademo“. Die Batterie ist damit laut Hersteller schon nach einer Stunde startklar auf 95 Prozent der Kapazität.

Aufgeladen wird der Akku auch anhand von Energie-Rückgewinnung beim Bremsen während der Tour. Immer wenn der Fahrer rechts am Hebel zieht, wird die Bremskraft in Strom umgewandelt. Bei der Maschine Zero FX kann ein zweites Akku-Modul hinzugefügt werden, wodurch sich die Reichweite verdoppelt. Besonders pfiffig: Fahrer können außerdem ein leeres gegen ein volles Modul austauschen. Das soll laut Hersteller nur 60 Sekunden dauern.

UNSERE TOP-ANGEBOTE FÜR SIE

MEHR ERFAHREN AUS DEM BEREICH NEWS

Opel Corsa.

Opel Corsa: Vorbei ist es mit der Niedlichkeit

Alpina XB7.

Alpina XB7 Erlkönig auf dem Nürburgring

Jaguar E-Pace.

Jaguar E-Pace erhält ein Facelift

zoom_photo