Lancia

Fahrbericht Lancia Musa: Luxus auf kleiner Grundfläche

Der Musa, ein kleiner Van von eben dort, hat auch durchaus edle Züge an sich und erfreut sich einer Wohlgestalt, die Blicke auf sich zieht. Mit seinem Konzernbruder, dem Fiat Idea, wird ihn jedenfalls niemand verwechseln, obwohl er in den Maßen identisch ist.
Lancia Musa. Foto: Auto-Reporter
Der große Schild des Kühlergrills, den man vom Phedra und Thesis kennt, und die auffälligen Klarglasscheinwerfern prägen das Gesicht des Autos. Die im Verhältnis zur Gesamthöhe (1688 mm mit Dachreling) relativ niedrige Frontscheibe lässt den Dachansatz aussehen wie eine leicht in die Stirn gezogene Mütze.
Die kompakte Van-Form erfreut schon beim Einsteigen und Platz nehmen. Beim Musa kommt die Freude hinzu, rundum italienisches Design vorzufinden. Die Farben, in diesem Falle beige und braun, passen fein zueinander und zum Bronzeton von Armaturenträger und Mittelkonsole. Schön ist das, doch nachts ist es schwierig, die Beschriftung auf den Tasten und Schaltern zu enträtseln, und die rötlich beleuchteten Ziffern im beigefarbenen Rund der Armaturen sind nahezu unsichtbar. Die zwei großen Rundinstrumente, ein rechteckiges Display dazwischen sowie Benzinuhr und Wasserthermometer darunter bilden einen mittig eingebauten Block, der von einem ovalen Dachschirm nach oben gegen einfallendes Licht geschützt wird. Das hilft aber nicht viel, denn auch tagsüber sind die Instrumente nicht besonders gut abzulesen. Rechts und links oben auf dem Armaturenbrett gibt es zwei praktische flache Ablagen mit Deckel, perfekt für Kleinigkeiten wie Papiertücher, Bonbons und die Straßenkarte. Am oberen Rand der Windschutzscheibe ragt eine schmale Ablage in den Innenraum, die weitere (leichte) Utensilien aufnimmt. Doch Vorsicht, wer sich beim Anschnallen vorbeugt, kommt sehr nahe an die Kante der Ablage.
Das Platzangebot erstaunt bei nur 3,99 Gesamtlänge. Die Sitze sind bequem einstellbar und machen den Musa langstreckentauglich. Die Kopfstützen vorne haben nur einen knappen Einstellbereich für größer Gewachsene. Der dritte Platz in der Mitte der Rückbank kann ein Kind aufnehmen, weshalb konsequenterweise die Kopfstütze so niedrig ist, dass sie den Blick nach hinten über den Innenspiegel nicht stört. Die komplette Rückbank kann, wenn sie nicht für Passagiere benötigt wird, in Richtung Vordersitze weit vorgeschoben werden. Der Kofferraum wächst dann von 320 auf 390 Liter Volumen. Bei umgeklappter Rückbanklehne sind maximal 1420 Liter Gepäckraum nutzbar.
Auch von hinten betrachtet erfüllt der Musa ästhetische Bedürfnisse von Designfreunden. Die asymmetrischen, senkrecht stehenden Rückleuchten gehören nicht zur Heckklappe und schließen mit dem unteren Rand der Seitenfenster ab. Die Räder stehen etwas schmal in den nach außen gewölbten Kotflügeln. Mit 1,4 Liter Hubraum, 95 PS und 175 km/h Höchsttempo lässt sich gut fahren zumal sich der kleine Motor als leise und sparsam herausstellt. Mehr als acht Liter nahm sich der Musa nie aus dem 47-l-Tank. Alles funktioniert leicht und angenehm und wer beim Rangieren mehr Komfort wünscht, der braucht nur den "City"-Knopf zu drücken, dann genügen die Fingerspitzen zum Einlenken. Beim Fahren bitte wieder auf Normalbetrieb schalten, denn der City-Modus verhindert jegliches Gefühl für die Fahrbahn.
Der Musa besitzt Front- und Fensterairbags und Bosch-ABS mit Bremskraftregler serienmäßig. Ein Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) mit ASR und Seitenairbags in den vorderen Sitzlehnen sind auf Wunsch erhältlich. Die Grundversion "Oro" enthält Klimaanlage, Bordcomputer und die geteilte und verschiebbare Rücksitzbank. Auf den Namen "Dolce Far Niente" (süßes Nichtstun) hört das automatisierte Schaltgetriebe DFN, das 800 Euro kostet. 15 950 Euro werden für das Grundmodell fällig und für 4040 Euro mehr gibts den "Platino" mit Dieselmotor und luxuriöser Ausstattung.
Die wichtigsten Daten:
Länge/Breite/Höhe 3985/ 1698/ 1688 (mit Reling) mm, Radstand 2508 mm, Wendekreis 10,4 m, Leergewicht 1230 kg, Zuladung 425 kg, Kofferraum 320 bis 1420 l, Tank 47 l, Vierzylinder-Benzinmotor mit 16 Ventilen, Hubraum 1 368 Kubikzentimeter, Leistung 70 kW (95 PS), maximales Drehmoment 128 Nm bei 4500 U/min, Beschleunigung auf 100 km/h 11,5 Sekunden, Vmax 175 km/h, EU Normverbrauch im Mittel 6,6 l Super, Abgasnorm Euro 4, Versicherungseinstufung HPFL 15, TK 17, VK 20, Preis 15 950 Euro
Von Uwe Gabler
20. Mai 2005. Quelle: Auto-Reporter

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