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Fahrbericht Mitsubishi Lancer Kombi 2,0: Durch und durch solide

Ansonsten ist der Lancer auf den ersten Blick ein unauffälliger Zeitgenosse. Die Werte stecken in der Alltagstauglichkeit. In Verbindung mit dem 2,0-Liter-Benziner ist er sogar ein flotter Familientransporter, der mit einem Preis von 19 290 Euro das Budget überschaubar belastet.

Der Mitsubishi Lancer trägt das neue Markengesicht der Japaner. Foto: Auto-Reporter
Der Lancer ist ein Dauerläufer, die neu vorgestellte Generation ist bereits die Neunte. Allein in Europa verkaufte er sich rund 700 000 Mal. Die Kunden erwarten einen hohen Nutzwert bei großer Zuverlässigkeit und einem günstigen Preis. Genau das liefert der Kombi. Er schluckt klaglos Gegenstände bis 2,63 Metern Länge und nimmt zwischen 344 und 1079 Litern Gepäck mit. Andere bieten mehr. Aber für den Familienausflug reicht der Platz allemal. Auch das Platzangebot im Fond ist ordentlich, Menschen bis 1,80 Größe sitzen kommod. Bei einer Gesamtlänge von 4,49 Metern ist er kein Raumwunder, aber eben ein klassischer Kombi mit ordentlicher Beinfreiheit.

Der Zweiliter wird von Mitsubishi als Sportkombi bezeichnet. Als Zeichen der Dynamik hat der Lancer fünf weiß unterlegte Rundinstrumente, ein Momo-Sportlenkrad und Plastik in Anthrazit an Bord. Mehr nicht. Der Innenraum ist solide, aber etwas langweilig gestaltet. Teilweise erinnert das Interieur an die Achtziger Jahre. Das wiederum macht die Bedienung zum Kinderspiel, es gibt nicht viel, was Fragen aufwerfen könnte. Immerhin sind vier elektrische Fensterheber an Bord, auch Extras wie Nebelscheinwerfer oder eine Klimaanlage oder eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung fahren im Sport-Kombi serienmäßig mit. Ausstattungsoptionen wie Ledersitze oder auch ein ESP tauchen in der Aufpreisliste nicht auf.

Die Heimat des Lancer Kombi ist die Autobahn. Der Zweiliter mit 99 kW/133 PS sprintet in zehn Sekunden auf Tempo 100, rennt 199 km/h schnell und gibt sich dabei erfreulich dezent bei der Geräuschentwicklung. Das Drehmoment von 176 Newtonmetern bei 4500 macht heftige Schaltarbeit nur für hektische Naturen notwendig, richtig Schwung bietet das Aggregat zwar erst ab 3500 Touren, dafür macht es aber auch klaglos den Stadtverkehr im fünften Gang mit. Die Sitze sind bequem, könnten aber größer sein. Die Lenksäule ist nur in der Höhe verstellbar. Trotz des kleinen Lenkrades ist der Wendekreis relativ groß, das macht die Rangierarbeit in der Stadt manchmal etwas umständlich.

Erfreulich das Fahrwerk: Es zeigt sich ausreichend straff und komfortabel auch mit vier Personen an Bord. Das Getriebe ist gut übersetzt, die Schaltwege könnten für einen "Sportler" kürzer sein, sind aber präzise. Der Lancer konsumierte im Schnitt knapp zehn Liter, nicht wenig, aber auch durch Vollgaspassagen auf der Autobahn erzwungen. Mitsubishi gibt als Richtwert 8,7 Liter an. Deshalb zwingt der kleine 50-Liter-Tank auch häufiger an die Zapfsäule.

Fazit: Der Mitsubishi Lancer Kombi ist ein solider Vertreter seiner Klasse zu einem vernünftigen Preis. Er offeriert nur wenige Schwächen. Der Zweiliter-Motor vermittelt Fahrspaß und ist eine Option für schnelle Familienväter, die Sicherheitsausstattung ist bis auf das fehlende ESP komplett. Deshalb wird auch die neunte Generation des Dauerläufers ihren Weg machen.

Von Stephan Bähnisch

23. Juni 2004. Quelle: Auto-Reporter

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