Land Rover

Fahrbericht Range Rover: Zwei neue Motoren und eine Frischzellenkur

Ob im Gelände oder am Reitstall, ob als komfortables Reisegefährt auf der Autobahn oder vor der Oper – überall macht er sozusagen eine "gute Figur" und ist damit seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge im Luxus-Geländesegment.
Range Rover, Modelljahr 2005. Foto: Auto-Reporter/Landrover
Damit das auch angesichts der aufrüstenden Konkurrenz weiterhin so bleibt, hat Land Rover seinem aktuellen Spitzenmodell nun bereits nach drei Jahren eine Frischzellen-Kur verordnet. Mit zwei neuen V8-Benzin-Motoren, verbessertem Fahrkomfort und neuester In-Board-Kommunikationstechnik fand die allerdings hauptsächlich unterm Blech statt.
Äußerlich ist der Range Rover Modelljahrgang 2006 nämlich nur an neuen Stoßfängern, modifizierten, einteiligen Scheinwerfern und einem nun dreiteiligen Kühlergrill zu erkennen. Wirkt aber durch diese kleinen Retuschen bei allem gewohnten Design-Understatement dennoch etwas moderner als sein Vorgänger. Komplett geblieben ist der Innenraum, der Fahrer und Passagieren ohnehin nicht nur mehr Platz bietet als jede Luxuslimousine, sondern auch in puncto Anmutung und Qualität, aber auch Praktikabilität seit Jahren nun schon zum Feinsten zählt. Verbessert wurde allerdings die technische Ausstattung mit einem völlig neuen Navigationssystem sowohl für Straße als auch Gelände, eine Rückfahrkamera und eine bis auf die Basisversion serienmäßige transportable Mini-Videokamera "VentureCam", die am und im Fahrzeug eingesetzt werden kann. Das erleichtert nicht nur das Fahren in schwierigem Gelände oder das Rückwärtsfahren mit einem Anhänger, sondern ermöglicht z.B. auch die Überwachung der zu transportierenden Pferde.
Die wichtigste Neuerung ist daher fraglos die neue Benziner-Motorenpalette, die nicht nur die Finanzchefs der Land Rover-Mutter Ford erfreut: Statt der bisherigen Triebwerke von BMW gibt es nun nämlich von Jaguar stammende und für den Einsatz im Range Rover überarbeitete V8-Benziner, die das Geld im Konzern halten. Entweder als 4,4-Liter-Sauger mit 306 PS (225 kW) oder als 4,2-Liter-Kompressor mit 396 PS (291 kW). Der Kompressor verleiht dem dann "Range Rover Supercharged" genannten Modell in puncto Kraftentfaltung eine neue Dimension, da jetzt 35 Prozent mehr Leistung und mit 560 Newtonmeter außerdem ein um 25 Prozent höheres maximales Drehmoment zur Verfügung steht. Ein möglicher Sprint von 0 auf 100 in 7,5 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h sind die Folge und auch der Sauger mit einem maximalen Drehmoment von 440 Nm hat erheblich mehr Power als sein bayerischer Vorgänger.
In Verbindung mit der neuen, bei den Benzinern serienmäßigen Sechsgang-Automatik von ZF, einem durch veränderte Federn, Dämpfer und Stabilisatoren komfortabler abgestimmten Fahrwerk und einer jetzt besseren Straßenkontakt vermittelnden Lenkung mutiert das 2,6 Tonnen schwere Gefährt zwar nicht zum Sportwagen, lässt sich jedoch vor allem auf kurvigen Straßen erheblich angenehmer und sportiver als bislang bewegen, zumal auch die Wankbewegungen stark reduziert wurden. Solch zügige Fahrweise lassen die Triebwerke allerdings auch durstig werden, so dass der ohnehin nicht gerade genügsame theoretische Verbrauch von 15 bzw. 16 Litern mühelos über die 20-Liter-Marke gesteigert werden kann.
Wenn dies bei Basis-Preisen für die Benziner-Versionen zwischen 74 400 und 99 900 Euro finanziell auch kein Thema sein sollte – wer angesichts dieses Spitzverbrauchs einen Selbstzünder bevorzugt, muss auch beim neuen Modelljahrgang noch mit dem 177 PS (130 kW) starken (schwachen) Sechszylinder-BMW-Motor vorlieb nehmen (Durchschnitts-Verbrauch 11,7 Liter). Ein eigener V8-Diesel wird von Range Rover erst im nächsten Jahr angeboten werden, um dann wohl wiederum neue Maßstäbe in dieser Klasse zu setzen. (ar/hhg)
Von Hans H. Grassmann
17. Mai 2005. Quelle: Auto-Reporter

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