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Geburtstag einmal anders: Mit dem Mini über historische Pisten
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Andere feiern mit Familie, geben in der Firma einen aus, machen eine Reise oder kippen sich kräftig einen hinter die Binde: Einen runden Geburtstag zu feiern, dafür gibt es viele Möglichkeiten. Ein 71-jähriger Finne hat sich dafür etwas sehr gewöhnlich Erscheinendes ausgesucht: Er setzt sich ins Auto und fährt einen Berg hinauf.

Freilich sind weder das Auto, noch der Berg gewöhnlich, der Mann am Steuer schon gar nicht. Es ist Rauno Aaltonen, einer der erfolgreichsten Rallyefahrer der 60er Jahre. Er sitzt in einem Mini, dessen erste Exemplare vor genau 50 Jahren entstanden. Und zu dem Berg, auf dem diese rasende Geburtstagsparty stattfindet, hat Aaltonen eine ganz besondere Beziehung. Hier, am Col de Turini, rund 30 Kilometer nördlich von Monaco, wurde die „Nacht der langen Messer“ ausgetragen – und der schnelle Finne war mitten drin.

Es war die spektakulärste Etappe der damaligen Rallye Monte Carlo. Nach Einbruch der Dunkelheit gestartet, wand sich die Route bis zur 1 607 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen Passhöhe hinauf. Im Tal war die Straße meist noch trocken und griffig, weiter oben lauerte das Unbekannte, denn im Januar muss man auch in den französischen Seealpen überall mit Schnee rechnen. Oder damit, dass das tagsüber an den Südhängen entstandene Schmelzwasser wieder zu Eisbänken erstarrt war.

Trotzdem konnte Rauno Aaltonen mit dem Mini 1967 das Kunststück seines Landsmannes Pauli Toivonen wiederholen, der mit dem frontgetriebenen Kleinwagen zwei Jahre zuvor den Gesamtsieg bei der Rallye Monte [foto id=“99433″ size=“small“ position=“right“]Carlo geholt hatte. Der Wagen, in dem Aaltonen jetzt Platz nimmt, ist ihm wohl vertraut. In diesem Jahr hat er damit bereits an mehreren Ausfahrten historischer Automobile teilgenommen. Seit er seine aktive Sportlaufbahn beendet hat, ist er für zahlreiche Hersteller in Fahrzeugentwicklung und -erprobung tätig gewesen, hat Fahrertrainings konzipiert und abgehalten und als Berater sein Know-How zur Verfügung gestellt. Seinen Spitznamen „Rallye-Professor“ hat er sich durch seine analytischen Fähigkeiten und den Drang erworben, jedem technischen Phänomen akribisch auf den Grund gehen zu wollen.

Der Mini Cooper S für den Geburtstagsausflug ist der originalgetreue Wiederaufbau eines Fahrzeugs, das 1968 erstmals in Österreich zugelassen wurde. Von der Scheinwerfergalerie an der Front, über Nockenwellen und Rennkupplung bis hin zum Überrollkäfig entspricht es dem Rallye-Reglement von 1968. Sogar der Original-Bremskraftverstärker wurde restauriert, da im heute lieferbaren Ersatzteil für Aaltonens Geschmack zu viel moderne Materialien stecken. Die Leistung des 1,3 Liter großen, quer eingebauten Vierzylinder-Motors gibt der Besitzer Klaus Hauer mit „90 plus“ an. Viergang-Getriebe und beheizbare Frontscheibe entsprechen ebenso dem historischen Vorbild wie der Tripmaster und das Bedienfeld auf der Beifahrerseite, wo der Co-Pilot für die Aktivierung von Lichthupe, Scheinwerfern und Wischanlage zuständig war.

Als das rote Auto laut aufjaulend den ersten Satz nach vorn macht, wird die Miene des sonst so freundlichen alten Herrn, der sein Gegenüber aus lachend verengten Augen anfunkelt, schlagartig sehr ernst. Hoch konzentriert hält er das steil stehende Lenkrad fest umklammert, während die Füße so schnell über Kupplung, Gas und Bremse huschen, als gelte es, auf den Bass-Pedalen einer Orgel Bach-Kantaten zu intonieren. Mit knapp hundert Sachen hält der „Professor“ auf die Spitzkehre zu, am äußeren Rand der Piste steht nur eine kniehohe Steinmauer zwischen Schotter und Abgrund. Bremsen mit dem linken Fuß, Zwischengas, Schalten, Einlenken, Korrigieren – alle Manöver verschmelzen zu einer Aktion professionell kontrollierter Fahrdynamik. Kein Zweifel, Rauno Aaaltonen hat nichts verlernt. Die Klasse finnischer Rallye-Piloten ist legendär. Timo Mäkkinen, Hannu Mikkola, Ari Vatanen oder in den letzten Jahren Marcus Grönholm sind alles Landleute, die es hinter dem Steuer zu internationalem [foto id=“99434″ size=“small“ position=“left“]Ruhm brachten. Rauno Aaltonen hat eine einleuchtende, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Erklärung für dieses Phänomen: „Finnland ist ein dünn besiedeltes Land. Man muss sein Fahrzeug gut beherrschen, denn wenn man es im Winter in den Graben setzt, kann es passieren, dass es Hilfe erst in hundert Kilometer Entfernung gibt.

„Krachend und scheppernd jagt der nur 680 Kilogramm schwere Wagen über den Wanderweg einige hundert Meter oberhalb der Passhöhe. Der Geburtstags-Trip dauert heute nur wenige Minuten. Damals bei der Rallye wurden die Piloten auf einer Etappe bis zu zwölf Stunden lang durchgeschüttelt. Dass es den Kleinwagen dabei nicht in Stücke gerissen hat, grenzt an ein Wunder. Schon nach den wenigen Kilometer hat sich die kleine Kabine stark aufgeheizt. „Bis zu 60 Grad hatten wir im Sommer manchmal im Auto“, erinnert sich Aaltonen.

Doch die Hitze scheint auf den Rallye-Professor wie ein Jungbrunnen zu wirken. Aussteigen, und zwar im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, mag er nicht. Im Juli hat er mit diesem Wagen an der Ennstal-Rallye teilgenommen, bei der 1 000-Minuten-Rallye im Oktober möchte er gern wieder am Start sein. An Ehrgeiz fehlt es nicht: „Die“, grinst der 71-Jährige und schnallt seinen Hosenträger-Gurt wieder fest, „habe ich noch nie gewonnen“.

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