Im Pkw-Bordnetz steckt noch Potenzial zum Klimaschutz
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Downsizing, Leichtbauch und alternative Antriebe sorgen beim Auto für sinkenden Spritverbrauch. Aber der Durst des Motors kann auch auf anderen Wege gedrosselt werden. Bisher vernachlässigt wird das Einsparpotenzial im elektrischen Bordnetz.

Im EU-Projekt „Energy Efficient Vehicles for Road Transport“ (EEVERT) beginnt nun die Suche nach entsprechenden Sparmöglichkeiten. Unter der Leitung der Grazer Fachhochschule Joanneum beteiligen sich Volvo und Fiat sowie die Zulieferer Bosch, Lear, Mira und Magna Powertrain. „EEVERT entwickelt keine neuen Antriebstechniken, sondern untersucht den Einfluss der elektrischen Komponenten auf den Treibstoffverbrauch“, erklärt Projektleiter Hubert Berger. Die EU hat für die nächsten drei Jahre insgesamt sechs Millionen Euro Unterstützung bewilligt.

Denn elektrische Leistung und Schadstoffausstoß hängen zusammen: 40 Watt abgerufene Leistung entsprechen einem Gramm ausgestoßenem CO2 je gefahrenem Kilometer. Gelingt es den Ingenieuren ,100 Watt je Auto einzusparen, bedeutet dies umgerechnet etwa 0,1 Liter weniger Kraftstoffverbrauch auf 100 Kilometern. „Wir werden um jeden Zehntelliter Verbrauchsreduzierung kämpfen,“ sagt Heinz-Jakob Neußer, Leiter Antriebsentwicklung bei Porsche. Denn die steigenden Performance-Wünsche der Kunden erhöhen den Leistungsbedarf im Bordnetz um jährlich 100 Watt bis 150 Watt. Porsche setzt deshalb auch auf Detaillösungen im Bordnetz, beispielsweise optimierte Steuerungen und moderne Leuchten. In den Scheinwerfern und Rücklichtern der neuen Modellen brennen statt Glühlampen Licht emittierende Dioden (LED). Für die gesamte Außenbeleuchtung solch eines Sportwagens mit herkömmlichen Glühlampen benötigt man eine Leistung von rund 130 Watt, eine entsprechende LED-Variante begnügt sich mit etwa 38 Watt. Als Folge solcher Einsparungen beim Stromverbrauch kann dann auch die Leistungsaufnahme des Generators reduziert werden. Heute ist der Generator mit etwa einem Kilowatt Ausgangsleistung belastet. „Die Lichtmaschine hat heute einen Wirkungsgrad von nur 50 Prozent, 70 Prozent sind technisch gesehen kein Problem“, sagt Professor Berger von der Fachhochschule in Graz. Schon ein erhöhter Wirkungsgrad von zehn Prozent ergibt eine Einsparung von 150 W elektrischer Leistung.

Der Chip-Hersteller Infineon Technologies in Neubiberg hat berechnet, dass Automobilhersteller mit technischen Maßnahmen für Kosten von 382 Euro auf Dauer 995 W elektrische Leistung einsparen könnten. Dies entspricht beim Benziner einer Verbrauchs-Reduzierung von rund einem Liter Kraftstoff. Für den Autofahrer mache dies eine Ersparnis von jährlich bis zu 200 Euro aus – je nach Spritpreis.

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