Innovationswettlauf der Autohersteller – Vorsprung durch noch mehr Technik
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Noch nie gab es so viele Innovationen im Automobilbau wie heute: Mit 1.010 Neuerungen erreichte die Innovationskraft der 18 globalen Automobilkonzerne mit ihren 53 Herstellermarken im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert, hat das Center of Automotive Management (CAM) analysiert. Die Studie „Automotive Innovations“, die zum neunten Mal aufgelegt wurde, warnt aber auch davor, dass der qualitative Höhepunkt verschiedener Technologien bereits überschritten ist.

Im Vergleich zum Vorjahr brachten die globalen Hersteller 2013 rund 26 Prozent mehr Innovationen hervor. Die deutschen Automobilkonzerne BMW, Daimler und Volkswagen konnten in den letzten Jahren ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauen: 41 Prozent aller Neuerungen entfallen auf sie. 22 Prozent stammen von japanischen Herstellern, 15 Prozent gehen auf amerikanische zurück. Zum Vergleich: Im Jahr 2008 stemmten 28 Prozent aller Neuerungen von deutschen Konzernen. 

Diese Rekordwerte dürften aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Branche in einem „tiefgreifenden Technologiewandel mit teilweise noch unabsehbaren Folgen“ stecke, warnen die Wissenschaftler. „Die Automobilindustrie befindet sich in einer ‚Peak Innovation‘-Phase, in der die qualitativen Höhepunkte verschiedener Technologien trotz vieler Neuerungen bereits überschritten sind und der zusätzliche Kundennutzen immer geringer wird“, so Studienleiter Stefan Bratzel.

Als Beispiel könnte der Antriebsbereich gelten, der mit den meisten Innovationen (319, +2%) wichtigstes Technologiefeld bleibt. Hier stellt der konventionelle Verbrennungsmotor mit 69 Prozent die überwiegende Mehrzahl an Neuerungen im Vergleich zu alternativen Antrieben (31%). Bei Benzin- und Dieselmotoren steigt jedoch der Innovationsaufwand für zusätzliche Kraftstoffeinsparungen, so die Analyse. Durch verbesserte Motorentechnik und Gewichtseinsparungen würden im Schnitt zwar noch 15,6 Prozent Kraftstoffeinsparungen erreicht, im Vergleich zu den Vorjahren sei dieser Wert jedoch rückläufig.

Die Effizienzgewinne etwa bei Hybridantrieben liegen laut Studie bei 21,4 Prozent. Weil hier noch erhebliche Verbesserungen der Kosten- und Energieeffizienz zu erwarten seien, erhöhten sich in den nächsten Jahren die Chancen für alternative Antriebskonzepte, meint Bratzel. Hingegen stiegen bei konventionellen Benzin- und Dieselmotoren zunehmend die Grenzkosten für Effizienz-Innovationen bei sinkendem Grenznutzen.

Mit aktuell 268 Innovationen (2010: 99) weist das Technikfeld „Sicherheit/Fahrerassistenzsysteme“ die höchsten Zuwächse in den vergangenen Jahren auf (2013: +26 %). Während früher eher passive Strategien des Unfallschutzes und der Unfallvermeidung im Vordergrund standen, bilden jetzt vor allem aktive Sicherheits- und Fahrerassistenz-Neuerungen die überwiegende Mehrheit. Das Feld „Information- und Kommunikationstechnologien“ wuchs 2013 mit einem Plus von 69 Prozent am stärksten.

Aufgrund der Wettbewerbsdynamik nimmt der Innovationstakt in der Automobilbranche deutlich zu, gleichzeitig werden die Neuheiten immer schneller auf Modelle und Segmente übertragen. Dabei sind es nicht mehr wie ehemals die Oberklasse-Fahrzeuge, in denen die Neuerungen zuerst gezeigt werden: In den vergangenen Jahren wurden die meisten Innovationen in den Segmenten Untere Mittelklasse (2013: 16%) und Geländewagen (2013: 16 %) präsentiert.

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