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Interview zum Audi S8: Traumwerte für einen 500 PS-Boliden

Interview zum Audi S8: Traumwerte für einen 500 PS-Boliden Bilder

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Sven Stockmar (links) und Peter Dlab. Bilder

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Peter Dlab, verantwortlich für die Projektsteuerung, und Sven Stockmar, zuständig für das Produktmarketing, sind sich im Interview einig. Der neue S8 verdeutlicht Audis Vorsprung durch Technik in besonderer Weise. Sie erwarten eine klare Absatzsteigerung gegenüber dem Vorgänger.

Frage: Audi hat in den vergangenen 15 Jahren deutlich mehr als eine Viertelmillion A8 verkauft. Gut 20000 S8 krönen diesen Erfolg. Was erwarten Sie für die Zukunft des S8?

Stockmar: Eine deutliche Steigerung des Absatzes. Wir sind sehr zuversichtlich und gut unterwegs selbst in Ländern wie China, wo der S8 bisher eher ein Nischenprodukt war.

Wer kauft den S8?

Stockmar: Um die 90 Prozent unserer S8-Kunden sind männlich und meist erfolgreiche Geschäftsleute. Sie sind rund zehn Jahre jünger als der normale A8-Kunde, also eher in den Vierzigern, und sie wollen sportlich fahren.

Welche Modelle sehen Sie als S8-Konkurrenz?

Stockmar: Klassische Wettbewerber sind für uns der Mercedes S 63 AMG oder der Jaguar XJ Supersport. Wir können nicht für die Wettbewerber sprechen. Aber wir glauben, das sportliche Fahrverhalten noch besser umgesetzt zu haben. Ein nachvollziehbarer Grund dafür ist, dass wir Allradantrieb exklusiv einsetzen, sehr sinnvoll gerade bei einem so starken Fahrzeug. Zumal bei etwas widrigen Witterungsverhältnissen bringen Sie so die Leistung optimal auf die Straße.

Was hat Ihnen bei der Projektbegleitung des S8 am besten gefallen?

Dlab: Als erstes natürlich der Motor, zweitens das Fahrwerk mit dem Quattro-Sportdifferenzial. Das macht den S8 im Besonderen aus. Wir unterstreichen es optisch mit den Qualitäten im Innenraum, mit Carbon und Aluminium.

Das Carbon ist echt?

Dlab: Das ist unsere Philosophie. Sie bekommen, was Sie sehen. Carbon, Holz, alles echt.

Reicht für den S8 eine Motorvariante zur Auswahl? Warum kein starker V8 TDI?

Dlab: S-Modelle sind klassischerweise Benzinmodelle. So machen wir den S8 unverwechselbar.

Stockmar: Natürlich könnten Sie auch einen V8 4.2 TDI entsprechend sportlich ausstaffieren, aber mit dem 520 PS starken Benziner haben wir eine klare Positionierung. Diese Leistungsstufe mit den Vorteilen dieses Aggregats, das reicht wirklich.

Was bedeutet eigentlich Sparsamkeit für einen S8? Bei forcierten Fahrten auf der Strecke haben wir Durchschnittsverbräuche um die 15 Liter auf der Anzeige des MMI gesehen.

Dlab: In Deutschland ist das Bewusstsein sowohl für Sportlichkeit als auch die Umwelt stark ausgeprägt. Dem tragen wir Rechnung und zeigen auch im Falle des S8 die Möglichkeiten auf. Je nach Fahrweise mögen in Extremfällen Verbräuche um 15 Liter entstehen. Aber unsere Norm von 10,2 Liter zeigt die Richtung an. Für einen 500 PS-Boliden sind das schon Traumwerte.

Interessieren sich S8-Kunden überhaupt für den Verbrauch?

Stockmar: Ja, definitiv. Das Thema Fortschrittlichkeit erfasst alle Bereiche, also auch den effizienten Umgang mit Kraftstoff, um die Umwelt nicht unnötig zu belasten. Da ist in den letzten 10 Jahren eine Bewusstseinsänderung eingetreten. Dem tragen wir Rechnung.

Trotzdem. Trauern Sie dem V10 beim Vorgängermodell nicht nach? Ist der V8 kein Imagerückschritt?

Dlab: Mir fehlt der V10 in diesem Projekt nicht. Ich sehe 23 Prozent Verbrauchseinsparung und die Vorteile der 15-prozentigen Leistungsanhebung trotz des „Rückschritts“ von zwei Zylindern.

Entmündigen Sie mit ausgefeilter automatischer Fahrwerksregelung nicht den S8-Piloten?

Dlab: Unsere aktiven Systeme der Fahrwerksregelung, gerade das Quattro-Sportdifferenzial, unterstreichen zunächst mal nur das Potenzial des S8. Sie helfen, die Leistung gekonnter auf die Straße und um die Kurve zu bringen. Andere Umfänge sind sicherheitsorientiert und daher nicht wegzustreichen. Mit Bevormundung hat das nichts zu tun. Der S8 soll dem Fahrer auch in Extremsituationen zur Seite stehen.

Wie steht’s mit der Überforderung? Die Komfort-Sportsitze des S8 lassen sich elektrisch in 22 Wegen einstellen. Kann ich dann 22-mal was falsch machen?

Dlab: Nein, im Display des MMI können Sie immer schön nachvollziehen, was Sie tun. Das war uns wichtig. Wir wollen dem Kunden klar anzeigen, was passiert, wenn er seine Einstellmöglichkeit wählt.

Stockmar: Natürlich kann der Kunde den Sitz auch nur vorfahren und sich reinsetzen. Er muss nicht alle Wege ausprobieren, aber er kann den Sitz optimieren. Die einmal gefundene Einstellung lässt sich dann bequem über die Sitzmemory abspeichern.

Dlab: Das gilt im Übrigen auch für die unterschiedlichen Fahrwerkskonfigurationen. Im Modus individual können Sie das Fahrzeug in gewissen Grenzen auf Ihre Bedürfnisse hin programmieren. Das reicht bis hin zur Individualisierung der Gaspedalkennlinie, wird dann mit Hilfe des MMI abgespeichert und ist quasi mit einem Drehklick immer wieder abrufbar. So einfach und intuitiv, wie Sie das von Audi schon immer kennen.

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