Jede fünfte Straftat wird im Straßenverkehr verübt

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Nahezu 190 000 Menschen sind im Jahr 2009 wegen Straftaten im Straßenverkehr verurteilt worden. Das ist mehr als jede fünfte Straftat (22 Prozent) in Deutschland überhaupt. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die der Auto Club Europa (ACE) in Stuttgart unmittelbar vor Beginn des 49. Deutschen Verkehrsgerichtstages in Golsar (26.–28.1.2011) veröffentlicht hat.

Demnach ist erstmals seit 2005 die Zahl der Delikte wieder nach oben gegangen.85 Prozent aller geahndeten Vergehen im Straßenverkehr wurden von Männern verübt. Überproportional hoch ist der Anteil verurteilter junger Verkehrsteilnehmer zwischen 21 und 25 Jahren. Einer der vor Gericht am häufigsten verhandelten Tatbestände ist immer noch Alkohol am Steuer: Über die Hälfte der richterlichen Entscheidungen (54 %) betrafen Trunkenheitsfahrten, knapp jede vierte davon endete in einem Unfall.

Der ACE machte zugleich auf den sogenannten Trichtereffekt aufmerksam, wonach bei weitem nicht alle angezeigten Verkehrsverstöße Folgen nach sich ziehen. So würde rein statistisch gesehen nicht einmal jeder Vierte in den polizeilich bekanntgewordenen Fällen am Ende auch vor Gericht verurteilt oder auf andere Weise zur Rechenschaft gezogen, beispielsweise in Form eines behördlich auferlegten Bußgeldes.

Die Studie des ACE offenbart zum Teil große regionale Unterschiede bei der Strafverfolgung: Wurden im Jahr 2009 im bundesweiten Schnitt 289 Verkehrsteilnehmer pro 100 000 strafmündige Einwohner wegen im Straßenverkehr begangener Straftaten verurteilt, lag deren Zahl im Saarland bei 367 Verurteilten; das sind 60 Prozent mehr Verurteilungen in Verkehrsstrafsachen als im Norden der Republik.

Das Saarland ist aufgrund bereits früher festgestellter negativer Auffälligkeiten auf dem Gebiet der Verkehrssicherheit vom ACE auf einen „Problemindex“ gesetzt worden. Deutlich über dem Mittelwert liegen auch Rheinland-Pfalz (342), Baden-Württemberg (340) und Brandenburg (334). Mecklenburg-Vorpommern brachte es sogar auf 357 Verurteilungen in Verkehrsstrafsachen. Demgegenüber wurden in Schleswig-Holstein lediglich 224 Verurteilungen pro 100.000 strafmündige Bürger ausgesprochen. Deutlich unter dem gesamtdeutschen Mittelwert liegt mit 231 Verurteilten auch Bremen.

Für die Unterschiede zwischen den Bundesländern kann nach Einschätzung des Automobilclubs nicht zwangsläufig eine mutmaßlich höhere Gesetzestreue norddeutscher Verkehrsteilnehmer ins Feld geführt werden. Die Berliner Verkehrsrechtsexpertin und ACE-Vertrauensanwältin Gesine Reisert vermutet in den betroffenen Ländern weniger Polizeikontrollen. Auch das Verhalten der Amtsanwaltschaft dürfte eine wichtige Rolle

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