Kältemittel: Tauziehen zu Lasten der Umwelt
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Als Mercedes-Benz im September vorpreschte und erklärte, das neue Klimaanlagen-Kältemittel R1234yf nicht verwenden zu wollen, horchte die Branche auf. Bei mehreren hausinternen Crashtests der Schwaben gelangte das neue Mittel nämlich auf heiße Motorteile wie Turbolader und Abgaskrümmer und entzündete sich sofort. Neben Bränden entstanden zudem noch ätzende Dämpfe, die Insassen und Rettungskräfte gefährden können. Grund für die Einführung eines neuen Kältemittels ist die hohe Klimaschädlichkeit des bisher verwendeten R 134a.

Fahrzeughersteller müssen laut kfz-betrieb gemäß einer EU-Richtlinie ihre seit Beginn 2011 neu homologierten Pkw und Kleintransporter – ab Januar 2017 gilt das für alle Modelle – mit einem klimafreundlichen Kältemittel befüllen. Eine Übergangsregelung läuft zum 31.12.2012 aus. Das Kältemittel R1234yf schreibt die EU-Richtlinie zwar nicht vor, wohl aber ein Mittel mit einem „GWP“ (Global Warming Potential) von nicht mehr als 150 – also dem 150fachen Treibhauspotential von Kohlendioxid. Damit ist R 134a verboten und Mercedes-Benz hatte gegen Europarecht verstoßen.

Hatten sich vor allem die deutsche Autobauer für eine Klimaanlagentechnik auf CO2-Basis entschieden, schwenkte der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) plötzlich vom umweltfreundlichen Kohlendioxid auf R1234yf der US-Hersteller Honeywell und Dupont um. Der Grund: Die vermeintlich günstigere Alternative R1234yf kann im Gegensatz zum Kohlendioxid auch ohne technische Änderungen in bestehenden Klimaanlagen verwendet werden.

Außerdem halten die Hersteller des R 1234yf den Umgang mit dem neuen Mittel für sicher. Die Lösung stecke nicht in der Flüssigkeit selbst, sondern im Fahrzeugdesign, wie Thierry Vanlancker, Präsident von Dupont Chemicals, gegenüber der Automobilwoche mitteilte. Die Risken lassen sich nach Ansicht des Managers durchaus vermeiden. Zudem stehe nach seinen Informationen CO2 als Klimaanlagen-Lösung zum 1. Januar 2013 noch nicht bereit. Vanlancker fürchtet nun eine Spaltung der Automobilbranche über das Thema.

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