Mercedes-Benz-Omnibusse: Mit Fahrgestellen die Nummer eins

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In Europa ist Mercedes-Benz-Omnibusse mit den Citaro-Stadtbussen und den Tourismo-Reisefahrzeugen Marktführer. Doch global erzielen die Stuttgarter die großen Stückzahlen mit Fahrgestellen für Omnibusse.

Die Welt der Omnibusse gestaltet sich global sehr vielfältiger. Während der mitteleuropäische Markt Integralbusse bevorzugt, überwiegt weltweit die Nachfrage nach Chassisfahrzeugen. Wer in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile in einen Stadtbus steigt, fährt meist mit einem Stern an der Front. Die südafrikanische Fußballnationalmannschaft reist wie die deutsche mit einem Bus mit Stern. Die breiten Vorfeldbusse auf den Flughäfen dieser Welt rollen meist auf Mercedes-Fahrgestellen. Rund 11 400 Komplettfahrzeuge lieferte Daimler Buses im vergangenen Jahr aus – dagegen stehen jährlich rund 21 000 Fahrgestelle, die der Weltmarktführer in Spanien, Brasilien, Mexiko, Argentinien, Indien, Indonesien und Südafrika fertigt.

Das größte Chassiswerk des Konzerns fertigt in San Fernando bei Sao Paulo mehr als 10 000 Omnibusfahrgestelle jährlich. In Europa bildet das Werk in Samano zwischen Santander und Bilbao das Zentrum der Fertigung. Die Anlage von Evobus Iberica, gegründet 1979 von Kässbohrer, fertigt seit 2003 und mit 262 Mitarbeitern Chassis. Erst kürzlich rollte das 10 000ste Fahrgestell von den Bändern, in guten Jahren sind es jährlich rund 1 000 Einheiten. Das Werk bedient vor allem die Märkte in Spanien, Portugal, Frankreich und Großbritannien – ein Teil der Fertigung geht nach Australien, Israel, Mexiko und Singapur.

Mit seinen hochmodernen Fertigungslinien hat sich Evobus Iberica auf Omnibuschassis für gehobene Ansprüche spezialisiert. Beispielsweise die Baureihe OC 500, deren Komponenten zum Teil aus Travego oder Integro stammen. Gefertigt in modularer Buggy-Bauweise, bilden diese Chassis die Grundlage für anspruchsvolle Omnibusse in semi-selbsttragender Bauweise. Die Buggy-Bauweise mit einem Transportrahmen zwischen den Achsen erleichtert den Transport und erhält den Aufbauern die freie Wahl des Radstandes. Die maximale Aufbaulänge beläuft sich beim Zweiachser auf 13,5 Meter, beim Dreiachser sind bis zu 15 Meter möglich. Befeuert werden die OC 500-Fahrgestelle mit bewährten OM 457-Reihensechszylindern, neuerdings auch in Euro 5-Abgasqualität. Das Chassis verfügt über CAN-Datenbus, EBS-Bremsen mit Bremsassistent und demnächst auch mit ESP-Stabilitätsprogramm. Auch bei der Kraftübertragung der Reisebus- und Intercitybus-Fahrgestelle muss der Kunde nicht darben: Neben dem serienmäßigen Sechsgang-Schaltgetriebe gibt es ZF-Schaltautomaten oder eine AS-Tronic. Nicht minder spannend ist das Midibus-Chassis MBC, als dessen Referenz der Mercedes Tourino gilt. Mit Einzelradführung vorn und Heckmotor dient das 13-Tonnen-Fahrgestell als Basis für hochwertige Midibusse. Der kompakte Reihensechszylinder OM 926 LA sorgt mit 286 PS für angemessene Dynamik, das Chassis rollt auf 19,5er-Rädern und wird als Links- wie Rechtslenker geliefert. Der Mercedes Tourino entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Aufbauer Caetano und wird von Mercedes selbst vertrieben – wie jeder andere Bus der Marke mit vollem Werksservice.

Den Linienbusmarkt bedient der Marktführer ausschließlich mit Low-Entry-Fahrgestellen, reinrassige Niederflur-Bodengruppen wurden aus dem Programm gestrichen. Die Typen der Baureihe O 500 LE werden mit Niederflurstarrachsen bestückt, die Heckmodule verfügen über Hypoidantriebsachse, liegenden Reihensechszylinder mit 220 kW/299 PS und Sechsgangautomatik. Scheibenbremsen rundum, EBS-Bremssystem und On-Board-Diagnosesystem sind Standard. Die Chassis rollen auf Stadtbusreifen des Formats 275/70 R 22,5, im Intercityeinsatz auch auf 295er-Regionalreifen.

Eine besondere Rolle spielen die Fahrgestelle der Baureihe BF (Bus Flughafen-Vorfeld). Bei den Typen OF 1918/2018 LF handelt es sich um Niederflurchassis, die weltweit zum Einsatz kommen. Als Antriebseinheit kommen stets ein Vierzylinder-Diesel der Baureihe OM 904 mit 130 kW/177 PS und eine Allison-Automatik zum Einsatz. Meist rollen diese Spezialfahrgestelle unter drei Meter breiten Cobus-Vorfeldfahrzeugen. Sie werden bei Caetano in Portugal gebaut und weltweit von Contrac vertrieben. An beiden Unternehmen ist Daimler beteiligt – selbstredend, dass der Marktführer auch dieses Geschäft dominiert.

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