Mercedes Sprinter/VW Crafter: Die Kooperation wackelt

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Eine erfolgreiche Zusammenarbeit pflegen Mercedes und Volkswagen seit Jahrzehnten beim Bau von leichten Nutzfahrzeugen. Die Bestseller Mercedes Sprinter und VW Crafter sind bis auf einzelne Motoren technisch identisch. 2016 endet der Vertrag zwischen den beiden Herstellern. Während Mercedes gerne weiter mit VW arbeiten will, planen die Wolfsburger den nächsten Crafter in Eigenregie zu entwickeln und dabei mit Konzerntochter MAN zu kooperieren.

Dass Mercedes und BMW für den Bau leichter Nutzfahrzeuge schon in den Neunzigern des letzten Jahrhunderts zusammenfanden, entsprang weniger einer Liebesbeziehung als vielmehr rein wirtschaftlicher Überlegungen. In der heiß umkämpften Welt der Sprinter und Crafter zählen nur hohe Stückzahlen, wenn mit dieser Fahrzeugklasse Geld verdient werden soll. Schon in den frühen Siebzigern hatte VW in Stuttgart angeklopft, um Mercedes für eine künftige Zusammenarbeit bei Entwicklung[foto id=“438989″ size=“small“ position=“right“] und Bau leichter Nutzfahrzeuge zu bewegen. VW konnte diesen Markt nur mit dem Transporter bedienen, der den wachsenden Anforderungen des Marktes zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr genügte. Doch Mercedes zeigte kein Interesse. So brachte Volkswagen 1975 den ersten LT in Eigenregie auf den Markt.

Bei der zweiten Generation des VW LT ab 1996 war dann Mercedes mit im Boot. Die Schwaben hatten den ersten Sprinter ein Jahr zuvor auf den Markt gebracht. Die Synergien der gemeinsamen Entwicklung setzten beide Anbieter in die Lage ihre Transporter in einer riesigen Vielfalt auf den Markt zu bringen, die möglichst viele Einsatzmöglichkeiten abdecken können.Crafter und Sprinter sind aktuell mit Fahrgestellen in drei verschiedenen Radständen erhältlich (3 250/3 665/4 325 Millimeter) zu haben. Die Fahrgestelle sind in vier Längen zwischen 5 240 Millimetern und 7 340 Millimetern verfügbar. Für die geschlossenen Versionen stehen drei Dachhöhen zur Auswahl (2 415/2 705/2 990 Millimeter). Die Versionen mit Pritschenaufbau lassen sich mit zwei verschiedenen Kabinen, davon eine Doppelkabine kombinieren. Beim Crafter spannt sich das Leistungsangebot der Motoren von 65 kW/89 PS und 120 kW/163 PS. Für den Sprinter reicht das Leistungsangebot von 70 kW/98 PS bis 190 kW/258 PS.

[foto id=“438990″ size=“small“ position=“left“]Die Unterschiede beim Leistungsangebot resultieren aus den unterschiedlichen Motor-Familien. Da greifen beide Anbieter für ihre Transporter in ihre jeweils eigenen Werksregale. Die Kraftübertragung besorgen serienmäßig manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe. Elektronische Fahrhilfen wie Antiblockiersystem ABS, Antriebsschlupfsperre ASR und das Elektronische Stabilisierungsprogramm ESP sind ebenfalls immer mit an Bord.Die Fertigung beider Modellreihen läuft unter der Verantwortung von Mercedes. Die geschlossenen Muster (Kombi und Kasten) laufen im Werk Düsseldorf vom Band, die sogenannten „offenen Baumuster“, also die Modelle mit Fahrerhaus und Doppelkabine entstehen im Werk Ludwigsfelde bei Berlin. Dort konnte jüngst die Produktion des 500 000sten aktuellen Modells gefeiert werden. Darüber hinaus baut Mercedes den Sprinter in Argentinien in Eigenregie und in China unter Federführung der einheimischen „Xinkai Auto Manufacture Corporation“ im nordchinesischen Gaobaidian.

Besonders aus Sicht von Mercedes hat sich die Kooperation mit den norddeutschen Kollegen bei den leichten Nutzfahrzeugen so sehr bewährt, dass Volker Morhinweg, Verantwortlich für den Bereich bei den Schwaben, die Zusammenarbeit über das Ende des laufenden Vertrags 2016 hinaus weiter führen will, damit auch die nächste Generation von Sprinter/Crafter unter gemeinsamer Regie entstehen kann.Doch rangiert aus Wolfsburger Sicht die Zukunft der Partnerschaft momentan unter Vorbehalt. VW denkt darüber nach, den nächsten Crafter selbst zu entwickeln und dabei mit der Konzern-Tochter MAN eine Allianz zu schmieden.

Angesichts des enormen Kostendrucks alleine bei der Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge bleiben die Schwaben gelassen. Alleine motorseitig die Senkung von Schadstoff- und CO2-Ausstoss immer schärferen Umweltgesetzgebungen anzugleichen wird viele hundert Millionen Euro kosten. Vom Zwang spürbarer Verbrauchssenkungen zur Reduzierung der Unterhaltskosten ganz zu schweigen.Momentan trägt die Transportersparte von Mercedes mit rund 265 000 Neufahrzeugen im Jahr zum Konzernergebnis bei. Bis 2015 lautete das ehrgeizige Ziel der Schwaben: 400 000 Einheiten. Den wesentlichen Anteil davon soll der Sprinter beitragen. In punkto Stückzahlen können die Schwaben auf jeden Fall gelassen in die Verhandlungen mit VW gehen. Die beiden einheimischen Werke in Düsseldorf und Ludwigsfelde bauen momentan gut 150 000 Mercedes Sprinter. Der Crafter bescheidet sich dagegen auf etwa 40 000 Einheiten.

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