Motorradtechnik: Bosch-ABS fürs Gelände und Beschleunigen
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Das Anti-Blockier-System (ABS) für Motorräder in neunter Generation von Bosch kann um zwei Sicherheitsfunktionen erweitert werden: um eine Offroad-Version oder eine Traktionskontrolle. Beide Funktionen kommen 2013 erstmals bei KTM in der 1190 Adventure und der 1190 Adventure R zum Einsatz.

Motorräder mit ABS haben bisher immer über einen Schalter zum Abschalten dieser Sicherheitsfunktion verfügt. Er ist immer dann in Anspruch genommen worden, wenn es ins Gelände geht, weil dort das Regelsystem an seine Grenzen stößt. Diese Grenzen will nun Bosch mit einer Weiterentwicklung überschreiten, einem ABS, das auf lose Fahrbahnuntergründe abgestimmt ist. Diese neue Funktion lässt sich sowohl ins Bosch ABS plus wie auch ins ABS enhanced integrieren.

Das für den Geländeeinsatz entwickelte System ist feiner abgestimmt und bewirkt, dass es später in den Regelbereich kommt. Es lässt zwischen Reifen und Untergrund mehr Schlupf zu als das ABS für den Straßeneinsatz. Das Hinterrad kann sich in den Fahrbahnuntergrund eingraben und verbessert so die Bremsleistung im Gelände. Der Motorradhersteller, der diese neue Funktion nutzt, kann die Offroad-Regelung so einstellen, dass der Fahrer das Hinterrad bewusst blockieren und – wie im Geländesport üblich – driften oder in Spitzkehren das Heck herumreißen kann. Die Vorderradbremse ermöglicht eine stärkere Verzögerung, ohne das Motorrad instabil zu machen.

In einer zweiten Variante kann die neue ABS-Funktion beim starken Beschleunigen das Durchdrehen des Hinterrads verhindern. Mit dieser Traktionkontrolle wird dem Aufsteigen des Vorderrads entgegengewirkt. Diese Version lässt sich zudem um einen Schräglagesensor erweitern, der auch während der Kurvenfahrt die maximal zulässige, also übertragbare Antriebsleistung ermittelt. Mit diesem Sensor erkennt das Sicherheitssystem hundertmal pro Sekunde den fahrdynamischen Zustand der Maschine, berechnet die Schräglage und den Nickwinkel sowie die Vertikalbeschleunigung und soll selbst in Moto-Cross-Maschinen eingesetzt werden können.

Ein serienreifes ABS für Motorräder gibt es von Bosch seit 1994. 2010 brachte das Unternehmen das bis heute weltweit kleinste ABS auf den Markt, das von Anfang an für den Motorradeinsatz entwickelt wurde. Die Bedeutung des ABS für Motorräder werde daran deutlich, dass 47 Prozent der Motorradunfälle durch falsches oder zögerliches Bremsen verursacht wird, sagt Dr. Wolfgang Hiller, Leiter von Bosch Chassis Systems Control in Japan. Deshalb fordert auch der ADAC eine ABS-Pflicht für Motorräder.

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