Neue Reifen von Pirelli: Außen schwarz – innen grün
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Der Reifen bleibt schwarz. Aber grüne Inhalte gewinnen auch für die Hersteller der Pkw-Pneus rasant an Bedeutung. Darum hat Pirelli die „green performance“ entdeckt. Unter diesem Slogan wird eine neue Generation von Produkten auf den Markt gebracht, die in Sachen Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit die Bemühungen der Autohersteller unterstützen sollen.

Das Unterfangen verlangt Ausdauer. Zwar ist die Unverzichtbarkeit des Reifens jedem Autofahrer geläufig. Doch welchen Einfluss das Rollgummi auf Fahrverhalten, Sicherheit und Schadstoffausstoß des Kfz haben kann, liegt für viele im Dunkeln. Leistungszahlen und Sprintsekunden sind häufig Werte, allenfalls noch die Felgengröße, die viele Kunden zur Selbstverortung als Teilnehmer am Verkehrs-Schaulaufen heranziehen.Auch in der Reifenindustrie wird zwischen Premium- und Massenprodukten unterschieden und Pirelli, das sich zu den fünf maßgebenden Premium-Herstellern zählt, muss die Kunden überzeugen, dass es sich am Ende lohnt, das etwas teurere Produkt zu wählen.

Das funktioniert langfristig aber nur, wenn außer einem grünen Image auch objektiv messbare Vorteile für den Nutzer mitgeliefert werden können.Vier Punkte sind es deshalb, die Pirelli in den Mittelpunkt dieser Produktoffensive stellt. Die Energie-Effizienz steht dabei an erster Stelle. Der Rollwiderstand gilt als wichtigster Parameter einer gehobenen Reifengüte, denn je geringer dieser Widerstand, desto günstiger der Kraftstoffverbrauch. Michael Borchert, Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei Pirelli Deutschland, gibt den Anteil des Rollwiderstandes am Gesamtverbrauch eines Fahrzeugs und damit an seinem Schadstoffausstoß mit 20 Prozent an. Die technische Herausforderung der Pneu-Hersteller liegt darin, minimalen Rollwiderstand mit verlässlichen Seitenführungs- und Bremsqualitäten zu kombinieren.

Hier ist einer der Gründe zu finden, warum die Pkw-Verbrauchswerte nach EU-Norm teilweise eklatant von den in der Praxis erzielten abweichen: Bei der Messung auf dem Rollenprüfstand kommt es auf Lenk- oder Nassbremseigenschaften nicht so sehr an, dort kann man ohne Gefahr Leichtlaufreifen mit einem extrem geringen Rollwiderstand verwenden.Die hohe Bedeutung des Reifens für den kompletten Fahrablauf illustriert auch ein anderes Beispiel: Zwar legen Autokunden großen Wert auf Sicherheitsausstattung wie Airbags oder ESP, bei den Reifen wird aber oft gespart. Nur selten denken sie daran, dass es einzig der Reifen ist, der den Bremsbefehl in effektive Verzögerung umsetzen muss. So ist er dafür verantwortlich, ob es zum Kontakt mit dem Hindernis kommt oder nicht, der Airbag auslöst oder im Pralltopf des Lenkrades eingepackt bleibt. Der für dieses Kunststück zur Verfügung stehende Kontaktbereich zur Straße entspricht im Schnitt nicht mehr als vier Handflächen.

Die beim Rollen entstehenden Geräusche zu minimieren und trotz guten Grips so wenig Lärmbelastung wie möglich zu erzeugen, ist ein weiteres Ziel der Green-Performance-Strategie. Lärm ist seit langem als extrem gesundheitsschädlich erkannt, weshalb eine Minderung der Schallemissionen für viele Anwohner von Landes- und Bundesstraßen eine Verbesserung der Lebensqualität bedeutet.

Schon bevor der Reifen auf der Felge montiert ist, soll er künftig grünen Anforderungen genügen. Bei der Herstellung zielt Pirelli auf die Vermeidung von umweltgefährdenden Stoffen, zum Beispiel hocharomatische Prozessöle, die die Luft belasten könnten. Ohne Ruß, der dem Reifen die schwarze Farbe gibt, wird es auch künftig nicht gehen. Doch wenn die Abriebeigenschaften verbessert werden, ist auch der vierte Öko-Aspekt gewährleistet. Der liegt in einer hohen Laufleistung. Eine Gummiwalze, die nicht so schnell verschleißt, muss erst später ersetzt werden und schont so Umwelt und Geldbeutel des Autobesitzers gleichermaßen.

Sparen, so ist Borchert überzeugt, kann unter diesen Gesichtspunkten nicht als Einschränkung, sondern als Mehrwert des Autofahrens begriffen werden. Nun gelte es, die Botschaft mit Hilfe des Reifenhandels auch an die Kunden zu bringen. Zum Glück für Pirelli nutzen viele Autohersteller die Produkte mit dem knallig roten Schriftzug bereits für die Erstausrüstung, vor allem auch jene, die für ein hohes Leistungsniveau bekannt sind. Dem Reifenhersteller ist das nur recht, denn die „Performance“ und der Fahrspaß sollen bei allem grünen Anstrich nicht zu kurz kommen.

Dieser Spagat hat dazu geführt, dass sich Pirelli auch auf einem anderen Sektor umgetan hat, der zwar mit Ruß, aber weniger mit Gummi zu tun hat. Mit Hilfe einer Tochterfirma wurden Partikelfilter entwickelt und gebaut, die per Nachrüstung selbst betagten Nutzfahrzeugen zu einem erweiterten Wirkungskreis verhelfen können. Ob Wohnmobil, Lkw oder Omnibus, mit dem Filter kann die Schadstoffklasse von Euro 2 oder 3 bis auf das Level 4 gehoben werden, was das Befahren von Umweltzonen für die bisher ausgeschlossenen Fahrzeuge ermöglichen soll. Je nach Fahrzeug und technischem Aufwand kosten diese Filter zwischen 4 000 Euro und 10 000 Euro inklusive Einbau. Nicht wenig, aber immer noch günstiger als ein Neufahrzeug mit einer besseren Schadstoffeinstufung.

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