Neue Rennstrecke im Teutoburger Wald: Der Graf persönlich gibt sich die Ehre
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Eröffnung: (von links) Moderatorin Nicola Gräfin Dönhoff, Initiator Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, Planer Hermann Tilke, Geschäftsführer Hans-Jürgen von Glasenapp Bilder

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Offroad: Auch ein anspruchsvoller Geländeparcours ist der Anlage angeschlossen. Bilder

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Dynamikfläche: Zwei Porsche-911-Fahrer testen ihre Autos. Bilder

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Jungfernfahrt: Fast 100 Fahrzeuge haben Aufstellung genommen. Bilder

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Initiator: Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. Bilder

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Vogelperspektive: Rennstrecke Bilster Berg im Teutoburger Wald. Foto: Bilster Berg Drive Resort Bilder

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Bad Driburg – So viele gibt es in Deutschland davon nicht. Nürburg-, Hockenheim-, Sachsenring sind vielleicht die bekanntesten, dazu der EuroSpeedway Lausitz und die Motorsport-Arena in Oschersleben. Im Westen des Landes jedenfalls ist lange keine neue Rennstrecke mehr eröffnet worden, die letzte vor über 80 Jahren. Mit dem Bilster Berg Drive Resort ging jetzt allerdings offiziell wieder eine neue in Betrieb.

Nicht unumstritten

Bad Driburg, Teutoburger Wald. Wir sind im neuen Jaguar F-Type unterwegs. Auf dem Programm steht auch das Bilster Berg Drive Resort – noch vor Eröffnung am ersten Juni-Wochenende. Bei dem privat finanzierten Kurs handelt es sich um eine 4,2 Kilometer lange, aus Sicht von Umweltschützern und Einwohnern des Kreises Höxster nicht unumstrittene Asphaltstrecke. Ein Offroad-Parcours ist angeschlossen. Es gibt eine Fahrdynamikfläche und ein Clubhaus. Die Anlage dient nach Angaben der Betreiber ausschließlich Test- und Präsentationszwecken.

Ehemaliges Munitionsdepot

Über sechs Jahre hat allein die Planungs- und Genehmigungsphase gedauert. 18 Monate ist dann auf dem 84 [foto id=“468790″ size=“small“ position=“right“]Hektar großen Areal, einem ehemaligen Munitionsdepot der Nato-Rheinarmee, gebaut worden. Die Idee zu der Rennstrecke stammt von Marcus Graf von Oeynhausen-Sierstorpff. Hermann Tilke, ein renommierter Planer, hat die Strecke entworfen. Der zweimalige Rallye-Weltmeister Walter Röhrl brachte seine Erfahrungen ein, buchstäblich. Die ersten Hersteller wie jetzt Jaguar haben sich für Produktvorstellungen bereits eingebucht. Unter anderem Mercedes und Porsche sollen als nächstes folgen.

Ohne öffentliche Gelder

Mit einer Radtour, erinnert sich der gräfliche Initiator, der im nahen Bad Driburg auch ein Hotel betreibt, fing alles an. Der Spross aus dem Geschlecht derer von Oeynhausen-Sierstorpff erkannte das Potenzial. Anders als bei vielen vergleichbaren Anlagen sei es von Anfang an Plan gewesen, das Projekt ohne öffentliche Gelder zu realisieren, lassen die Betreiber auf ihrer Hompage wissen. Demnach sind für die Investitionen in Höhe von 34 Millionen Euro private Investoren gefunden worden, die Anteile erwarben. Über 160 Gesellschafter beteiligen sich.

20 Monate Bauzeit

Bis zu 200 Bauarbeiter waren 20 Monate lange im Einsatz. Sie haben 400 000 Kubikmeter Boden ausgehoben, 4500 Kubikmeter Beton, 25 000 Kubikmeter Sand und Kies, 22 000 Kubikmeter Asphalt und 700 Tonnen Stahl verarbeitet. Es wurden 55 000 Meter Rohr und Leitungen, 4400 Meter Entwässerungsrinnen und 86 000 Meter Kabel verlegt. 15 Millionen Euro der Baukosten sollen in der Region verblieben sein.

[foto id=“468791″ size=“small“ position=“left“]Ganz schön anspruchsvoll

Es ist regnerisch, jeden Moment könnte die Strecke wieder richtig naß werden. Wir starten dennoch. 44 Kuppen und Wannen, 19 Kurven, 26 Prozent Gefälle, 21 Prozent Steigung: „Damit“, erklärt unser Instruktor, „weist der Rundkurs pro Kilometer sogar mehr Höhenunterschied als die legendäre Nürburgring-Nordschleife auf.“ Ganz schön anspruchsvoll. Bei Bedarf ist die Strecke in eine West- und eine Ostschleife teilbar, so dass zwei Gruppen sie unabhängig voneinander nutzen können. Zu jedem der beiden Fahrerlager gehört eine eigene Boxengasse mit je vier Hallen. Auf dem Gelände gibt es darüber hinaus 19 Hallen zu mieten.

Schon Galloway-Nachwuchs

Alles in allem: Große Publikumsveranstaltungen wird es nicht geben. Dafür fehlt die Infrastruktur. Für die Sicherheit sorgen 25 000 Meter Schutzplanken und 50 000 Reifen an der Strecke. Die Planer haben sich dabei, heißt es, an den Anforderungen des Weltautomobilverbandes FIA orientiert. 20 400 kleine und große Bäume wurden gepflanzt. 106 Hektar groß ist das ökologische Ausgleichsareal, auf dem Galloway-Rinder weiden, die sogar bereits Nachwuchs bekommen haben sollen. /Fotos: Bilster Berg Drive Resort

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