Neuer Kia Rio

Neuer Kia Rio: Hoffnungsträger mit Stupsnase
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Rio? Da denken wir sofort an die Olympischen Spiele, den Zuckerhut oder die Copacabana. Beim koreanischen Autohersteller Kia denkt man dabei zur Zeit jedoch nur an den neuen Kleinwagen gleichen Namens, dessen vierte Auflage auf dem Pariser Autosalon Anfang Oktober Premiere feiern wird. Denn der in nur noch einer Karosserie-Variante angebotene Fünftürer soll künftig eine tragende Säule im Kia-Fundament darstellen. Global gesehen ist er bereits das meistverkaufte Modell der Fernost-Marke. In Deutschland aber rangierte er 2015 nur auf Rang fünf in der Modellpalette und in der Kleinwagen-Klasse lag er nur auf Platz 18. Das soll der neue Hoffnungsträger besser machen. Formal hebt sich die Neuauflage deutlich vom Vorgänger ab. Um 1,5 Zentimeter ist der Rio auf 4,07 Meter Länge gewachsen, mit 1,45 Meter hat er einen halben Zentimeter an Höhe verloren und der Radstand verlängert sich um einen Zentimeter auf 2,58 Meter. Das fällt kaum auf, markanter ist seine Stupsnase, die der arg vertikal ausgerichtete untere Lufteinlass und der typisch hantelförmige Kühlergrill bilden. Gewiss ist die Konfiguration auch den Belangen des Fußgängerschutzes geschuldet, doch sie gibt dem Rio eine eigenständige Frontpartie. Keilförmige Schweinwerfer nehmen den Grill in die Mitte, seitlich im Stoßfänger platzierte Lufteinlässe geben gleichzeitig den Nebelscheinwerfern ein Zuhause. Die Flanken wirken weniger aufregend, die gradierten Radhäuser im Vergleich zu den Rädern eine Nummer zu groß, obwohl Felgen und Pneus Formate bis zu 17 Zoll haben dürfen. Ein stämmiges Heck macht das Rio-Design zur runden Sache, viel mehr ist von einem Volumenmodell, das in hochentwickelten Märkten und in der Dritten Welt gleichermaßen Gefallen finden soll, nicht zu erwarten. Innen herrscht Klassen-Standard. Da, wo man hin fasst, fühlt sich das verarbeitete Material nicht zu hart und unnahbar an, schmeicheln tut es den Fingerspitzen deshalb noch lange nicht. Die Sitze gehen in Ordnung, soweit sich das bei einem kurzen Aufenthalt in Kias Jüngstem zu bewerten lässt. Die Instrumente liegen in tiefem Schwarz eingebettet, sind aber gut ablesbar und eine Kombianzeige zwischen Tacho und Drehzahlmesser bietet unterhaltsame und wissenswerte Informationen über die Betriebszustände des Wagens. Vorbildlich sind Platzierung und Größe des zentralen Displays in der Mitte des Armaturenbretts. Der sieben Zoll große Touchscreen versteht sich mit Android Auto und Apple CarPlay, nichts weniger erwarten vor allem junge Autofahrer heute. Gute Verarbeitung ist außerdem im Kofferraum zu finden. Der doppelte Ladeboden und die nach dem Umklappen der Rückbanklehnen ebene Fläche sind praktisch. 325 Liter passen in den Kofferraum, wenn die Lehnen im Fond aufrecht stehen und die Laderaumabdeckung an ihrem Platz ist. Den Wert für die dachhohe und maximale Beladung rückt Kia noch nicht raus. Neu in der Motorenpalette des Rio ist ein Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner, den wir schon aus dem i20 der Schwestermarke Hyundai kennen. Ob er unter der Rio-Haube ebenso rumpelig ans Werk geht, wird im kommenden Frühjahr zu erfahren sein, wenn der Kia-Kleinwagen an den Start geht. Zwei Leistungsstufen mit 73 kW/100 PS und 88 kW/120 PS sind im Angebot. Dazu gibt es zwei bekannte Saugmotoren: Vierzylinder-Benziner mit 62 kW/84 PS und 73 kW/100 PS. Das beachtliche Motorenangebot verstärken zwei 1,4-Liter-Turbodiesel mit 52 kW/70 PS und 66 kW/90 PS, die weniger als 90 g/km an CO2 emittieren sollen. Mit dem Rio hält eine Kombination aus Radar und Kamera zur Erkennung von Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern im B-Segment Einzug, der Notbrems-Assistent kann also auf fundierte Informationen zugreifen. Weitere Helfer an Bord sind die Spurhaltekontrolle und eine Gegenlenkunterstützung, die in Verbindung mit dem ESP die Stabilität beim Bremsen in Kurven verbessern soll. Über Preise möchte Kia noch nicht sprechen. Wir schon. Unter 10.000 Euro wird beim Rio nach dem Entfall der dreitürigen Karosserievariante wohl nichts mehr gehen. Die hatte beim Vorgänger 9.990 Euro gekostet, der Fünftürer hat dann gleich mit 700 Euro mehr zu Buche geschlagen. Vermutlich wird die Marke versuchen, wenigstens eine Version unter 11.000 Euro anzubieten, mit den Assistenten und voller Konnektivität ist dieser Preis freilich nicht zu halten.

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