Panorama: Tomcar TM2 – Der wilde Wüstenfuchs
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Kaum ein Fahrzeug macht im Gelände mehr Spaß Bilder

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Der Motor des Tomcar TM2 Bilder

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Der Tomcar TM2 ist alles andere als ein Spielzeug Bilder

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Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein zu groß geratenes Go-Kart Bilder

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 Entwickelt wurde er im Auftrag des israelischen Militärs Bilder

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Tomcar TM2 Bilder

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Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein zu groß geratenes Go-Kart, das ein schlampiges Kind im Sandkasten vergessen hat. Doch der Tomcar TM2 ist alles andere als ein Spielzeug, selbst wenn er hier im Einsatz beim Outdoor-Veranstalter Green Zebra in Scottsdale, Arizona, vor allem den Spieltrieb der Touristen befriedigen soll.

Denn der federleichte Zweisitzer, der mit bis zu 60 Sachen so wild und wendig durchs Geröll pflügt wie ein Wüstenfuchs auf der Jagd, zählt zu den besten Geländefahrzeugen der Welt. Klar sieht man damit in der schmucken Downtown von Scottsdale ein bisschen albern aus, und auf dem Highway würde man sich ziemlich klein und verletzlich fühlen. Doch hier in der Sedona-Wüste macht der gritzegrün lackierten Springmaus keiner etwas vor.[foto id=“452939″ size=“small“ position=“left“]

Dort, wo man mit einem Jeep Wrangler oder einem Land Rover Defender schon ganz, ganz langsam tut und Autos wie die M-Klasse oder der X5 leider draußen bleiben müssen, hat der Tomcar-Fahrer ein breites Lächeln auf dem Gesicht und den Fuß fest auf dem Gaspedal: Bald 40 Zentimeter Bodenfreiheit, einen halben Meter Federweg und Ballonreifen, die fast so breit wie hoch sind – so wühlt sich der keine 700 Kilo schwere Steinbeißer mit seinem 54 PS starken Vierzylinder unbeirrt durch die Wüste. Und dabei haben wir noch nicht einmal die Differentialsperre aktiviert oder fahren gar das Modell mit dem aufpreispflichtigen Allradantrieb: „Es gibt einfach kein anderes Fahrzeug, das sich so mühelos über dieses Terrain bugsieren lässt“, sagt Green-Zebra-Chef Gred Elder über die Mischung aus Buggy, Geländewagen und Quad mit Karosse, die obendrein kinderleicht zu bedienen ist. „Man braucht keinerlei Erfahrung“, sagt Elder: „Einsteigen, anschnallen, Gas geben – mehr muss man nicht machen.“

Ausgefahrene Trails mit knietiefen Spurrillen durcheilt man dann wie eine Steilkurve auf der Achterbahn, Steigungen nimmt der Tomcar so behände wie eine Bergziege, selbst große Steine sind für ihn nur kleine Kiesel und keine ernstzunehmenden Hindernisse und jede Bodenwelle wird zur Sprungkuppe, nur stoppen lässt sich der wildgewordene Winzling nicht.[foto id=“452940″ size=“small“ position=“right“]

Das haben ihm die Entwickler quasi in die Wiege gelegt

Auch wenn man den Wagen mittlerweile vor allem von Abenteuer-Touren wie hier bei Green Zebra kennt oder ihn als Expeditionsfahrzeug im Fernsehen sieht, wurde er für ganz andere Zwecke gebaut: Als Kriegsgerät. Denn hinter dem Tomcar steht die israelische Armee, die den Wagen zum Beispiel für die Patrouillen an den umkämpften Landesgrenzen bestellt hat. Dafür sollte er nicht nur extrem robust und geländegängig sein, sondern auch so klein und leicht, dass man ihn problemlos in einen Hubschrauber packen kann. Zwar hat die Entwicklung gute zehn Jahre gedauert, doch dafür wurde Tomcar so zum wahrscheinlich einzigen Autohersteller in Israel. Und nachdem neben der eigenen Armee mittlerweile auch die britische und die australische Army bei den Israelis bestellt, die US Coast Guard im Tomcar patrouilliert und der Zweisitzer auch zwischen Indien und Pakistan auf Streife geht, können den kleinen Wühler seit 2005 für Preise ab etwa 20.000 Dollar auch Zivilisten bestellen – allerdings nicht in Deutschland. Denn einen offiziellen Vertrieb gibt es nur daheim in Israel, in Spanien, Amerika und in Australien, wohin Tomcar mittlerweile seine Produktion verlagert hat.

Glaubt man Männern wie John, die uns als Guide auf dieser Tour begleiten, ist das lokale Händler- und vor allem das Servicenetz für den Tomcar weitgehend verzichtbar. „So einfach, wie dieses Gefährt konstruiert ist, kann da kaum was kaputt gehen“, sagt der Mechaniker mit Blick auf den stabilen Stahlrahmen, um den kaum mehr als eine Kunststoffkarosserie gedengelt wurde, die anstelle eines Dachs eine Plastikplane hat. Auch das Innenleben ist so schlicht, wie es nur irgend möglich ist: Zwei Sitze, ein paar Schalter, eine Handvoll Instrumente – mehr braucht es nicht, um durch die Wüste zu kommen. Und falls doch mal etwas kaputt geht, der Antriebsriemen abspringt oder ein Getriebe abraucht, ist das auch kein [foto id=“452941″ size=“small“ position=“left“]Beinbruch, hat John gelernt: „Es gibt eigentlich nichts, was man nicht binnen fünf Minuten wieder repariert hat. Und zwar zur Not auch mitten in der Wüste.“

Was für den Tomcar ein Kinderspiel ist, wird für seinen Fahrer allerdings schnell zum Höllenritt. Nicht nur, dass man auf den buckeligen Trails trotz der strammen Hosenträgergurte in dem Stahlkäfig herum hüpft wie ein Gummiball in einer Konservendose. Vor allem frisst man jede Menge Staub und Schmutz. Schon nach fünf Minuten kratzt es im Hals, nach zehn Minuten brennen die Augen, nach einer Viertelstunde knirscht es in den Zähnen und als die Tour nach gut zwei Stunden vorbei ist, liegt im Fußraum und in den wenigen Ablagen des Cockpits so viel Sand, dass es für einen ganzen Kinderspielplatz reichen würde. Mechaniker John hat dafür nur ein Lachen übrig – und den Strahl seines Kärchers. Weil es bis ins Hotel zur Dusche noch ein gutes Stück ist, würde so mancher Fahrer da am liebsten einfach sitzen bleiben.

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