Rückruf-Rekord – Wenn Kosten über Sicherheit gehen
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Ein trauriger Rekord: In Amerika haben die Autohersteller in den ersten sechs Monaten dieses Jahres so viele Autos aufgrund von Sicherheitsmängeln zurück gerufen wie sonst in einem ganzen Jahr nicht. Die Zeitung „Los Angeles Times“ berichtet, dass mit mindestens 31,4 Millionen zurückgerufenen Autos der bisherige Rekord von 30,8 Millionen aus dem Jahr 2004 getoppt ist – damals fielen diese Rückrufe aber in einem ganzen Jahr an und nicht nur in knapp sechs Monaten.

Die jüngste Sicherheitsaktion, bei der verschiedene Hersteller mindestens drei Millionen Fahrzeuge wegen defekter Beifahrer-Airbags zurück rufen mussten, hat nun für die neuen Höchstwerte gesorgt. Bereits im vergangenen Jahr hatten Autobauer, die Teile vom Zulieferer Takata beziehen, Millionen Autos zurückrufen müssen, nun wurde die Aktion ausgeweitet. Experten sehen in dem Massenrückruf ein weiteres Negativ-Beispiel für die Gleichteile-Strategie der Autohersteller.

Den größten Anteil am US-Rekord aber trägt GM. Der vormals größte Automobilhersteller der Welt musste nach Angaben der LA Times in diesem Jahr bereits 18 Millionen Autos in die Werkstätten holen. Unter anderem wegen defekter Zündschlösser, ein Problem, das der amerikanische Autobauer über Jahre verschwiegen hatte.

In Deutschland ist das Kraftfahrt-Bundesamt die nationale Produktsicherheitsbehörde für den Straßenfahrzeugbereich. Daten für dieses Jahr sind bei der Behörde noch nicht ausgewertet. Im vergangenen Jahr war die Zahl der Rückrufaktionen um elf Prozent gestiegen, blieb aber unterhalb der Werte aus 2010 und 2011. Rund 770.000 Halter wurden 2013 aufgefordert, ihre Autos zum Check zu bringen – das waren etwa 50.000 weniger als im Jahr 2012.  

Als Ursache für die sicherheitsrelevanten Qualitätsprobleme machen Experten vor allem strukturelle Gründe verantwortlich. Die Airbagprobleme des japanischen Zulieferers Takata gelten als Paradebeispiel. Die Gleichteile-Strategie und Modulbaukästen, mit denen die Hersteller seit einiger Zeit arbeiteten, erhöhen das Verwundbarkeitsrisiko erheblich, heißt es in einer Analyse des Centers of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach aus dem vergangenen Jahr. Wenn die Anzahl gleicher Komponenten über Modelle und Hersteller hinweg ansteigt, kann das fehlerhafte Teil eines Zulieferers eben diese millionenfachen Rückrufe zur Folge haben.

Auch Wachstumswettlauf und immer kürzere Produktentwicklungszyklen werden immer wieder als Gründe für die steigende Zahl der Rückrufe genannt. Vor steigendem Kostendruck kommt die Qualitätssicherung oft zu kurz.

 

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