Stimmen zum zweiten Tag in Sepang: Erkenntnisse und Fortschritte
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(adrivo.com) Auch der zweite Testtag in Sepang brachte den Piloten und Teams der MotoGP das Übliche: wichtige Erkenntnisse und Fortschritte. Das spiegelte sich anschließend auch in den Aussagen wider, die es von den Fahrern zu hören begab. Allen voran Randy de Puniet, der nach seiner Bestzeit von einem guten Tag für sich und die LCR-Mannschaft sprach. Er hatte am Mittwoch 16,5-Zoll-Reifen getestet, nachdem er am Dienstag mit 16-Zollern unterwegs gewesen war. "Wir haben auch eine andere Geometrie und Aufhängung an der Front probiert, sind aber zu der Einstellung von gestern zurückgegangen", erzählte er.

Neben der Arbeit an der Abstimmung führte der Franzose eine Rennsimulation durch, bei der er seine Rundenzeiten konstant im Bereich von 2:02.5 Minuten halten konnte. Auch für den Donnerstag hatte de Puniet bereits seine Pläne fertig. "Wir werden morgen wieder zu den 16-Zoll-Reifen gehen und in der Session am Morgen würde ich gerne etwas mehr pushen, wenn die Bedingungen passen", meinte er. Seinen Sturz bezeichnete er als nicht allzu schwer. Es sei einfach die Vorderseite der Maschine weggekippt und dabei nichts weiter passiert, erklärte er.

Ein besonders strahlendes Gesicht konnte man am Mittwoch finden, wenn man einen Blick in die Box des Tech 3 Teams warf. Colin Edwards hatte den Sturz des Dienstags hinter sich gelassen und einiges an Rundenzeit gefunden, was ihn schließlich auf Rang zwei brachte. "Wir hatten Probleme mit der Motorbremse, aber nachdem wir den Grund dafür gefunden hatten, sind wir heute Morgen drauf losgegangen und der Unterschied war riesig. Wir haben eine kleine Änderung am Chassis gemacht und die Dinge waren viel besser. Ich fühlte mich viel wohler und die Maschine war so, wie ich das wollte", sagte der Texaner. Auch die neuen Reifen von Michelin stellten ihn zufrieden und die Probleme des Vorjahres sah er als ausgeräumt an. "Ich bin wirklich zufrieden und wir sollten es eigentlich besser wissen und nicht an Michelin zweifeln." Mit einer neuen Radschwinge auf der Maschine versuchte Edwards eigentlich, nicht zu viel zu pushen, doch er betonte, dass er trotzdem Zeiten innerhalb von 2:01 fahren konnte.

Edwards‘ Aussagen zu Michelin dürften vielleicht Valentino Rossi ein wenig aufhorchen lassen, denn der Italiener ist von den Franzosen zu Bridgestone gewechselt. Er hatte am Mittwoch ein paar neue Hinterreifen zur Verfügung und probierte auch einige Qualifyier, konnte dabei aber keine Verbesserung der Rundenzeit feststellen, weswegen er meinte, dass es in dem Bereich noch Arbeit gäbe. Abgesehen von den Reifen beschäftigte sich Rossi mit dem Setup, dem neuen Motor und der Elektronik. "Wir haben heute weiter an dem Motor mit den pneumatischen Ventilen gearbeitet, da es wichtig ist, so viele Kilometer wie möglich damit zu fahren, um die Leistung und Zuverlässigkeit zu prüfen, sowie einfach Erfahrung damit zu sammeln", erklärte er. Bei der Elektronik konzentrierte sich Rossi auf die Abstimmung der Beschleunigung. Schneller wurde er damit zwar nicht, meinte aber, dass er sich nun wohler auf dem Motorrad fühle.

Ebenfalls ein gutes Gefühl hatte Jorge Lorenzo, der seine Zeit im Vergleich zum Dienstag stark verbessern konnte und wie sein Teamkollege den neuen Motor ausprobierte. "Das war interessant und ich habe einige Verbesserungen gefunden", sagte der Spanier. Auch bei den harten Bremsmanövern ging es für ihn ein wenig vorwärts, auch wenn Lorenzo nach wie vor an diesem Bereich arbeiten will. "Außerdem passe ich meinen Fahrstil immer noch an die M1 an, aber das wird jeden Tag natürlicher und einfacher für mich", erzählte er. Wie die meisten anderen Fahrer begann auch er mit Reifentests und stellte bei dem neuen Material von Michelin einige gute Dinge fest. Deswegen glaubte er auch, am Donnerstag noch einmal zulegen zu können.

Vom Gefühl her bereits zugelegt hatte Casey Stoner. Er fühlte sich auf der Ducati wieder mehr zuhause und begann deswegen erste Tests mit Vorderreifen von Bridgestone. "Wir haben einige wirklich interessante Dinge gefunden und haben definitiv eine gute Basis für die Saison", stellte der Weltmeister fest. Nach dem Mittagessen wollte Stoner dann einen Longrun probieren und fühlte sich auf den ersten zehn Runden gut, allerdings stellten sich danach ein paar Vibrationen am Heck ein, wodurch er in einigen Bremszonen Probleme bekam. Als Ursache dafür wurde die Kupplung erkannt, doch als der Australier seinen Longrun fortsetzen wollte, bekam er Krämpfe im linken Arm, weswegen er den Rest des Tages eine Pause einlegte. Dennoch war er nicht unzufrieden. "Wenn ich daran denke, dass ich vor nur einer Woche noch Schmerzen in meiner Schulter hatte, muss ich wirklich glücklich darüber sein, wie die Dinge laufen. Ich bin zwar nicht bei 100 Prozent, kann aber viel besser fahren als erwartet. Jetzt weiß ich, dass ich damit beginnen kann, die passenden Vorbereitungen zu treffen, um am Saisonbeginn bereit zu sein."

Etwas bereiter fühlte sich John Hopkins nach Tag zwei in Sepang. Er hatte am Morgen ein paar Reifen ausprobiert, um schon einmal eine Auswahl für das erste Saisonrennen in Katar zu erarbeiten. "Wir sind auch mit der Evaluation der beiden Chassis-Optionen fortgefahren, die wir hier haben und im Moment sind wir bei der geblieben, die näher an der 2007er-Spezifikation dran ist. Die andere Option hat ein paar positive Punkte, aber wir müssen noch an einigen Bereichen arbeiten, bevor wir sie auf die Einsatzmaschine bringen", berichtete Hopkins. Er erwartet aber, dass er bald eine überarbeitete Version des Chassis bekommen wird. Am Donnerstag wird sich der Amerikaner schließlich noch auf einen Longrun wagen, bevor er weiter am Setup der Maschine arbeitet, um sie auf seine Vorlieben abzustimmen.

Bei Hopkins‘ ehemaligem Suzuki-Team war es Loris Capirossi, der den Tag mit einem freudigen Resümee beendete. "Je mehr ich mit der Maschine und der Crew arbeite, desto mehr verstehe ich die GSV-R und was für mich in Zukunft am besten sein wird. Ich bin heute viele Runden gefahren und jedes Mal, wenn wir Teile oder Einstellungen ändern, merke ich, wie mein Wissen über die Maschine größer wird und ich mich mehr zuhause fühle", sagte er. Nun kommt es für ihn nur noch darauf an, die richtige Kombination aus Teilen und Einstellungen zu finden. Dann glaubt er, noch um einiges schneller sein zu können, als er es bisher war. "Am wichtigsten ist aber, je mehr ich die GSV-R verstehe, desto eher können wir sie zu einer bessere Rennmaschine machen", meinte Capirossi.

Der erste Fahrer, der nicht wirklich mit seinem Tag zufrieden war, schien Andrea Dovizioso zu sein. Das lag aber daran, dass er seine hoch gesteckten Ziele nicht erreicht hatte. Er wollte so viele Probleme wie möglich lösen, hatte am Tagesende noch einige bei der Motorbremse und mit Vibrationen am Heck. "Das macht es in weiterer Folge schwieriger, das Chassis abzustimmen, also arbeiten wir eifrig daran, die beste Abstimmung zu finden, um eine Lösung zu haben. Es ist ermüdend, mit einer Maschine zu fahren, die sich so verhält, also werden wir uns bemühen, das zu verbessern", erklärte Dovizioso. Die Notwendigkeit für eine bessere Abstimmung erkannte der Italiener vor allem bei seiner Ausfahrt auf Qualifyiern. Dabei steigerte er sich nur um drei Zehntel, was in MotoGP-Maßstäben nicht viel ist.

Anders war das Gefühl bei Shinya Nakano, der zeitentechnisch zwar hinter Dovizioso geblieben war, aber mit seinen Runden auf Rennreifen wirklich zufrieden war. "Vor allem zu Mittag. Am Nachmittag konnte ich allerdings nicht so schnell fahren, weil die Streckentemperatur zu hoch war, auch für den Qualifying-Reifen. Ich habe aber heute einen sehr guten Hinterreifen mit Bridgestone gefunden", sagte der Japaner. Was ihn zudem noch in gute Laune versetzte, waren ein paar Einstellungen, die er für die Vorderradgabel gefunden hatte. Zudem verringerte er die Fahrhöhe am Heck, wodurch sein Gefühl noch etwas besser wurde. "Bei der Elektronik haben wir nicht viel probiert; das werden wir auf Phillip Island nächste Woche machen. Morgen probieren wir ein paar unterschiedliche Chassis-Optionen und arbeiten mit den Reifen", fügte Nakano noch an.

Das Arbeitstier der MotoGP, Nicky Hayden, hatte auch am Mittwoch wieder viel zu tun. Nicht nur, dass Dani Pedrosa wegen seiner Verletzung ausfiel, es gab auch noch zwei Motoren, die gefahren werden wollten. Neben dem Standard-Motor, den Hayden am Morgen ausführte, wurde auch jener mit pneumatischen Ventilen probiert. "Damit hat sich die Maschine eher wie der Prototyp angefühlt, den ich im vorigen November gefahren bin. Ich denke, das liegt daran, weil die Maschine entworfen wurde, um diesen Motor zu haben. Deswegen arbeitet sie mit etwas mehr Gewicht vielleicht ein wenig besser", stellte er fest.

Ganz reibungslos lief es mit dem neuen Motor aber nicht. Die Kraft entfaltet sich zwar angenehmer und auch die Drehzahlen sind höher, doch die Geschwindigkeit ist geringer. Außerdem musste Hayden alle zwölf Runden für Checks an die Box, was dem Rhythmus nicht gerade half. "Ich denke aber, dass die pneumatischen Ventile der richtige Weg sind, denn der Motor hat mehr Potential", meinte er. Zum Motor wurde auch noch eine neue Kupplung und Teile für die Abstimmung und die Einspritzung probiert. Bei den Reifen tat sich bei Hayden nicht viel. Er führte einen 16-Zoller am Heck aus, mit dem die Balance aber nicht passte. "Da müssen wir uns noch die Daten ansehen, um zu erkennen, was da passiert", betonte er.

Zur Gruppe der Zufriedenen gesellte sich am Mittwoch auch James Toseland, der zwar in der Rangliste nicht wirklich nach oben kletterte, aber seine Zeiten nach unten schraubte. "Ich schaue im Moment aber nicht auf die Positionen, sondern nur auf die Tatsache, dass ich schneller und schneller werde", stellte er zufrieden fest. Er ortete nur ein paar Vibrationen an seiner Yamaha, die ihn davon abhielten, noch etwas schneller zu sein. Allerdings will er am Donnerstag noch einige Dinge an der Motorbremse, der Elektronik und der Traktionskontrolle probieren, die helfen sollten. "Die Anpassungen schienen für Colin zu funktionieren und wenn man sich die Telemetrie ansieht, dann war meine Einstellung drei Mal schlechter als seine. Deswegen bin ich recht zufrieden, dass wir trotzdem noch gute Zeiten fahren", meinte er.

Etwas geringer war die Zufriedenheit bei Chris Vermeulen, der sich mit ein paar Problemen an seiner Einser-Maschine herumschlug. Das sorgte ihn aber nicht zu sehr, da er auf einer neuen Maschine mit neuen Teilen mit so etwas gerechnet hatte. "Nachdem wir das ausgebügelt hatten, kamen wir durch viele Setup-Tests, die die meiste Zeit des Tages in Anspruch genommen haben. Das Testen von Entwicklungsreifen und Bremsen ist eine wichtige Sache und das braucht viel Zeit, aber es war etwas, das wir tun mussten und wir haben dabei gute Fortschritte erreicht", berichtete der Australier. Deswegen blickte er auch schon zuversichtlich nach vorne, da er nun zu wissen glaubt, wodurch die nächsten Verbesserungen erreicht werden können.

Ebendiese stellten sich bei Anthony West laut seiner Auskunft bei jeder Runde ein, die er am Mittwoch zurücklegte. Er stellte am Morgen nur wenig an seiner Kawasaki um und wollte zunächst einfach nur sein Gefühl damit verbessern, was anscheinend gelang. "Wir haben auch einen neuen Vorderreifen mit einem etwas anderen Profil probiert und es gab beim Gefühl an der Front eine Verbesserung. Am Nachmittag haben wir Hinterreifen getestet, doch da war es schwierig, ein gutes Gefühl zu bekommen, weil die Strecke Grip verlor, als die Temperaturen nach oben gegangen sind; ich bin einfach überall gerutscht", merkte er an. Ein wenig besorgt blickte er auf den Donnerstag, denn da wollte er eine Rennsimulation fahren, die angesichts der Hitze anstrengend werden dürfte. "Es wird aber interessant, zu sehen, wie meine durchschnittlichen Rundenzeiten über einen Longrun aussehen."

Obwohl nicht so weit vorne, war auch Alex de Angelis mit seiner Arbeit am Mittwoch durchaus zufrieden. Denn seine Zeiten gingen ebenfalls nach unten, während er an der Abstimmung der hinteren Aufhängung werkte. "Die Maschine verhält sich nun viel besser und ich komme besser aus den Kurven als zuvor. Wir haben auch mit der Elektronik ein wenig herumgespielt, damit die Maschine aus den Kurven heraus ein wenig durchdreht und slidet – das ist gut für meinen Fahrstil", erzählte der San Marineser, der auf den Einsatz von Qualifyiern verzichtet hatte.

Auch bei Marco Melandri stellte sich eine Verbesserung ein, auch wenn diese in den Zeitenlisten nicht ihren Niederschlag fand. So fühlte er sich mit der Geometrie der Ducati nun wohler und sah die Zeit gekommen, an der Aufhängung zu arbeiten. "An die Kraftentwicklung bin ich noch immer nicht ganz gewöhnt, denn davon gibt es reichlich und es ist nicht leicht, mit meinem Fahrstil das Beste daraus zu machen. Wir arbeiten an diesem Aspekt und werden die beste Konfiguration für mich finden", war er überzeugt. Am Donnerstag will sich Melandri dann auch an ein paar neue Reifen wagen und glaubt, damit ebenfalls etwas Rundenzeit zu finden. Seine Zuversicht war jedenfalls nach wie vor intakt. "Es ist alles etwas schwieriger, als ich dachte, es gibt aber keinen Grund, warum wir keine Lösung für die aktuellen Probleme finden sollten. Wir werden weiter ruhig arbeiten und ich bin mir sicher, wir werden uns verbessern", betonte er.

Genau diese Verbesserungen wollten die Fahrer der D’Antin-Mannschaft bereits gefunden haben. Toni Elias hatte viel probiert, weswegen er bei den Zeiten auch nicht besonders weit vorne aufschien. "Das zählt aber nicht. Trotz der Hitze fühle ich mich wirklich gut, bin physisch bereit, auch wenn die operierte Schulter noch nicht voll da ist. Das sorgt mich aber nicht und ich kann es nicht erwarten, morgen wieder auf der Maschine zu sitzen und mich weiter zu verbessern", sagte er. Sein Teamkollege Sylvain Guintoli freute sich über die Tatsache, dass er sich am Morgen gleich um zwei Sekunden verbessern konnte. "Ich denke, wir gehen in die richtige Richtung. Am Nachmittag haben wir ein paar technische Lösungen und neue Reifen probiert", sagte der 18. des Mittwochs. Am Donnerstag steht der vorläufig letzte Testtag in Sepang auf dem Programm. Kommende Woche wird dann auf Phillip Island weitergearbeitet, bevor es die Woche darauf wieder nach Malaysia geht.

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