Test: Elektro-Roller e-max 90S – Wie E-Mobilität rundum funktioniert
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Für 3.295 Euro Listenpreis ist der e-max rund 300 Euro teurer als eine vergleichbare Vespa Bilder

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Einarmschwinge, flotte italienische Optik, alles modern und schick gestaltet Bilder

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Laut Hersteller sollen die Akkus rund 20.000 km halten Bilder

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Seit dem Modelljahr 2012 rekuperiert der e-max etwa beim Bergabrollen Bilder

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40 bis 50 km sind bei normaler Fahrweise tatsächlich drin Bilder

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100 km kosten mit dem e-max rund 90 Cent für Strom Bilder

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Der Mokick-Roller e-max hat allerhand zu bieten Bilder

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So wie Automobil-Pioniere Ende des 19. Jahrhunderts neuen Sprit in der Apotheke holen mussten, kämpft auch die heutige Elektro-Mobilität mit Kinderkrankheiten: Zumindest Skeptikern sind die Ladezeiten zu lang, die Reichweiten zu gering, das Spitzentempo zu niedrig.

Anders bei Rollern der 45 km/h-Klasse:

Die mit Autoführerschein fahrbaren kompakten Scooter werden von ihren typischen Besitzern ohnehin nur 11 km weit pro Tag bewegt, man kann sie zur Not auf dem Gehweg abstellen und an eine Haushaltssteckdose hängen, nach gut drei Stunden sind die Akkus wieder voll, und das gesetzlich maximal erlaubte Tempo auch elektrisch kein Problem. Beispiel: Der in Deutschland entwickelte, in Italien designte und in China [foto id=“394232″ size=“small“ position=“left“]produzierte Elektro-Roller e-max, der sich in unserem Alltagstest als besonders vielversprechende Variante aktueller Elektromobilität erwiesen hat.

Rasant im Antritt, flüsterleise in voller Fahrt und dazu noch spottbillig im Unterhalt: Der Mokick-Roller e-max hat allerhand zu bieten. Dazu das ansprechende Design aus italienischer Feder, das ihm schon im Stand zu zahlreichen Bewunderern verhilft. Solche verblüfften Passanten sind umso überraschter, wenn man das mattschwarze Design-Stück ohne Anlassergeräusch in Bewegung setzt und völlig lautlos davonsäuselt. Wichtiger Vorteil des Strom-Scooters gegenüber seinen meist im lauten Zweitakt knatternden Verbrennungs-Rivalen: 100 km kosten mit dem e-max rund 90 Cent für Strom statt rund fünf Euro für Benzin und Zweitakt-Öl. Und bevor Berufsskeptiker überhaupt loslegen können, weist man sie mit dem Hinweis auf etwa 50 km Reichweite in die Schranken – mehr als genug für die typische Tageslaufleistung solcher Gefährte von 11 km im Schnitt.

Unsere Testfahrten im gemischten Betrieb zeigte:

40 bis 50 km sind bei normaler Fahrweise tatsächlich drin, bis zu 60 km sind im Schonfahrgang möglich. Dieser heißt unter drei wählbaren Fahrmodi Eco, daneben gibt es Normal und Power. Eco steigert bei maximal 30 km/h die Reichweite, Power verringert sie entsprechend, kann aber auf extremen Steigungen kurzfristig gefragt sein. Die maximale Leistung des e-max 90S: Im Normal-Modus 2,75 kW/3,74 PS, nach [foto id=“394233″ size=“small“ position=“right“]Drücken der Power-Taste bis zu 3,85 kW/5,23 PS. Damit ist der e-max im Dauerzustand minimal schwächer, kurzfristig etwas kräftiger als die gut drei 3 kW starken Zweitakt-Roller. Das merkt man im Abzug, der nur im Power-Modus besonders heftig wirkt.

Seit dem Modelljahr 2012 rekuperiert der e-max etwa beim Bergabrollen. Das heißt: Der Elektromotor fungiert phasenweise als Generator und verwandelt wie ein Fahrraddynamo die Bewegungsenergie in Strom, die er für die nächste Beschleunigung in den Akkus speichert. Das bringt zusätzliche Reichweite (etwa fünf Prozent) und macht einen Rückwärtsgang nötig. Denn wegen der Fähigkeit zur Bremskraftrückgewinnung lässt sich der e-max schwerer rangieren. Bedenken etwa wegen Haltbarkeit der Akkus lassen sich schnell zerstreuen: Sie haben keinen Memory-Effekt, somit ist Zwischenladen kein Problem. Laut Hersteller sollen sie rund 20.000 km halten – für einen Roller dieser Klasse reicht das meist für ein ganzes Fahrzeugleben. Und: Heute schon kosten neue Akkus verschmerzbare 800 Euro, Tendenz in den nächsten Jahren fallend.

Das Design: Einarmschwinge, flotte italienische Optik, alles modern und schick gestaltet, dazu Scheibenbremsen vorn und hinten. Im Detail ist auch dieser Roller-Look Geschmacksfrage, aber der e-max kommt optisch bei den meisten Betrachtern gut an. Für 3.295 Euro Listenpreis ist der e-max rund 300 Euro teurer als eine vergleichbare Vespa, die Preisdifferenz holt man über die Unterhaltskosten ab etwa 7.500 km wieder herein. Und: In China sind in einigen Metropolen bereits neue Zweitakt-Roller verboten, in [foto id=“394234″ size=“small“ position=“left“]Europa kann so etwas auch bald kommen.

Klarer Vorteil des e-max:

Eine Steckdose zu finden macht weit weniger Mühe, als mit dem Benzin-Roller zum Tanken zu fahren und den Vorratsbehälter für die Gemischt-Schmierung mit Öl aufzufüllen. Das Aufladen der schwerpunktgünstig im Fahrzeugboden liegenden Akkus ist alltagsgerecht an einer Haushaltsteckdose möglich. Das notwendige Ladegerät verkleinert zwar den Roller-typischen Stauraum unter der Sitzbank, jedoch hält der Hersteller als Zubehör ein 28 l großes Topcase bereit. Schade, dass beim e-max einige Verarbeitungsmängel auffallen. Das betrifft vor allem die an sich bequeme Sitzbank: Der Bezug ist auf der Unterseite lieblos festgetackert, die Halterung wirkt recht wackelig und hinten öffnet sich bei Zwei-Mann-Besatzung ein kleiner Spalt. Davon abgesehen überzeugt der e-max auf ganzer Linie, wenn jemanden nicht die berüchtigte Reichweiten-Angst packt. Aber wie gesagt: Der typische Fahrer eines 45 km/h-Rollers wird auch mit dem deutsch-chinesisch-italienischen Elektro-Roller nicht an seine Grenzen stoßen.

Datenblatt: e-max 90S

Motor: Elektro-Nabenmotor
Leistung: 2,75 kW/3,74 PS
kurzfristig 3,85 kW/5,23 PS
Maße und Gewichte: Länge 1,875 Meter
Sitzhöhe 0,785 m
Leergewicht 150 kg
Messwerte: Vmax 45 km/h
Test-Reichweite: 45 km
   
Preis: 3.295 Euro

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