Test: Harley-Davidson Dyna FL Switchback – Zwischen zwei Welten
Test: Harley-Davidson Dyna FL Switchback - Zwischen zwei Welten Bilder

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Dank des großvolumigen Motors ist hektisches Fahren mit schnellem Hochschalten nichts Bilder

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Der Blick wandert automatisch auf die dicke Tachoeinheit auf dem knapp 18 Liter fassenden Tank Bilder

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Was bei einer Harley zählt, ist das Drehmoment und der Auftritt Bilder

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Als Antrieb dient der Twin Cam 103 mit fast 1,7 Liter Hubraum und 56 kW/76 PS Bilder

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Wer sich eine Harley-Davidson zulegt, will die Straße riechen und schmecken und gleichzeitig ein Statement abgeben Bilder

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Wer einen Chopper haben will, greift zu einem Bike von Harley-Davidson. Doch viele Modelle sind entweder fürs reine Posen oder für die lange Tour gedacht. Die Dyna FL Switchback soll beides miteinander kombinieren: cool und lässig aussehen und auch für die lange Reise reichen. Im Gegensatz zu den anderen Modellen der seit 1991 gebauten Dyna-Reihe bietet die Switchback ab 16.895 Euro nicht nur Seitenkoffer und Spoilerscheibe, sondern auch einen stärkeren Motor.

Wer sich eine Harley-Davidson zulegt, will die Straße riechen und schmecken und gleichzeitig ein Statement abgeben – seht her, im Herz bin ich ein Rocker. Ihm steht die Switchback gut, denn das neue Modell hat vor allem mehr Dampf und Sound. Als Antrieb dient der Twin Cam 103 mit fast 1,7 Liter Hubraum und 56 kW/76 PS – alle anderen Dynas müssen mit rund 100 Kubikzentimeter weniger auskommen, auch wenn die stärkste unter ihnen zwei PS mehr auf dem Papier hat – den deutschen Emissionsvorgaben sei Dank. Geschenkt. Denn auch so ist die [foto id=”423540″ size=”small” position=”left”]neue Switchback das dynamischste Teil der Reihe. Typisch für diese sind die zwei Federbeine an der Hinterachse und die klassische Linienführung mit dem bekannten Schwung des Heckfenders.

Was bei einer Harley zählt, ist das Drehmoment und der Auftritt. Und das könnte bei der Switch kaum besser sein: 126 Newtonmeter reißen ab 3.500 Umdrehungen an der Kette wie ein Bulle am Lasso. Stilecht hockt der Biker auf der dicken und bequemen einteiligen Doppelsitzbank mit Custom-Kontrastnähten und fasst an den breiten Lenker. Der Blick wandert automatisch auf die dicke Tachoeinheit auf dem knapp 18 Liter fassenden Tank. Die Uhr ist sogar auf dem zweiten Blick recht modern und zeigt Infos über Geschwindigkeit (analog), Drehzahlmesser, Ganganzeige, Restreichweite, Uhr und Tageskilometer (digital) an. Durch das Menü lässt sich einfach mit dem linken Daumen am Lenkerschalter navigieren. Dank der kompakten Einheit ist auch kein offen liegendes Kabel sichtbar.

Schweift der Blick vom Tacho wieder auf die Straße, wird die Sicht von der großen Spoilerscheibe und dem mächtigen Rundscheinwerfer kaum getrübt. Mit einem beherzten Tritt auf die Schaltwippe rastet der erste von fünf Gängen hörbar ein, so als sei das Getriebe, ja das ganze Bike aus dem Vollen gefräst. Mit leicht erhöhter Drehzahl, untermalt von einem tiefem Bollern rollt die 330 Kilogramm schwere Harley unbeeindruckt los, [foto id=”423541″ size=”small” position=”right”]zumindest wenn es geradeaus geht, hängt sauber am Gas und hinterlässt vor allem im untertourigen Niveau einen lässigen Eindruck.

Denn dank des großvolumigen Motors ist hektisches Fahren mit schnellem Hochschalten nichts, also Hahn sachte aufziehen, den Motor spüren und früh Schalten. Unter 2.000 Touren brummt der dicke Bär dafür zufrieden durch die Straßen. Doch für Harley-Cruiser ist die Dyna schon fast ein Leichtgewicht, die Road King Classic bringt zum Beispiel 40 Kilogramm mehr auf die Waage. Unser Bike ist dafür ausgesprochen einfach zu handhaben, nicht nur dank der niedrigen Sitzposition von 69 Zentimetern. Auch die großen Gussspeichenräder mit 18-Zoll vorne und 17-Zoll hinten machen den Ritt auf der Donnerkugel zum einfachen Spiel. Zumindest wenn es langsam geht. Passend zum trägen Fahrwerk liebt es der Chopper eher gemütlich.

Damit unterscheidet sich die Fahrweise bei der Switchback nicht von den größeren Cruisern. Wer unnötig lautes Kratzen von Metall vermeiden will, sollte auf ehrgeizige Kurvenhatz verzichten – die breiten Trittbleche lassen nur geringe Seitenneigung zu und schleifen schnell an. Zum Glück sind sie beweglich und klappen beim ersten Kontakt mit dem Asphalt leicht ein. Das wirkt uncool und eines Rockers unwürdig. Deshalb lieber einen weiten Bogen einschlagen oder lieber immer geradeaus fahren. Sollte doch mal die Straße ausgehen, steht das serienmäßige ABS zur Stelle.

Dank des üppigen Radstandes zieht die Switch ruhig ihre Bahn. Selbst lange Strecken mit Geschwindigkeiten um die 130 km/h sind keine Strapaze. Darüber und bis rund 180 km/h wird es aber ungemütlich und die Harley [foto id=”423542″ size=”small” position=”left”]verlangt die harte Hand eines Rodeoreiters. Das Fahrwerk fängt dann an, bei Bodenwellen wie ein bockiger Stier zu trampeln und der Lenker massiert die Hände bis sie wund werden.

Fazit

Biker, die diesen Schmerz kennen, bleiben deshalb bei der Richtgeschwindigkeit. Und auch solche, die beide Seitenkoffer vollgeladen haben. Ausreichend Gepäck findet nämlich in den Koffern Platz, der Rest wird stilecht auf dem Soziussitz verstaut. Am Reiseziel angekommen, reichen ein paar schnelle Handgriffe und die Koffer sowie die Scheibe werden mittels Schnellverschlüssen gelöst. Was bleibt ist dann das unsichtbare Befestigungssystem und ein guter Eindruck fürs entspannte Cruisen auf dem nächsten Boulevard – dann endlich zum reinen Posen.

Datenblatt Harley-Davidson Dyna Switchback FLD

Motor: luftgekühlter Zweizylinder-Viertakt-V-Motor Twin Cam 103, Hubraum 1,7 Liter, Leistung 56 kW/76 PS, maximales Drehmoment 126 Nm bei 3.500/min, Sechsganggetriebe
Maße und Gewichte: Länge 2,60 Meter, Radstand 1,59 Meter, Lenkkopfwinkel 29,9 Grad, Sitzhöhe 0,66 Meter, Leergewicht 330 kg, Tankinhalt 17,8 Liter, Vmax  ca. 180 km/h
Preis: ab 16.895 Euro

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