Test Moto Guzzi V7 Special – Zeitenreise
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Die Zweifarben-Lackierung (schwarz/orange oder hellgrau/dunkelgrau) steht der V7 wunderbar. Bilder

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Insbesondere das Modell „Special“ – statt der Alu-Gussfelgen bei der „Stone“ sind edle Speichenräder mit Aluminium-Felgen montiert – gefällt optisch ausgesprochen gut Bilder

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 Neu für die Saison 2014 weisen alle V7-Version eine wirkungsoptimierte Lichtmaschine sowie einige Design-Veränderungen auf. Bilder

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Moto Guzzi V7 Special Bilder

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Auf der V7 peilt der Fahrer die Kurve nur an, und schon macht das nur 198 Kilogramm wiegende Motorrad exakt das, was sein Pilot will. Bilder

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Mit 35 kW/48 PS sind die drei V7-Versionen perfekt für Besitzer des Führerscheins A2 geeignet. Bilder

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Ein Motorrad muss nicht unbedingt viel Leistung haben, um Spaß zu machen. Bilder

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Moto Guzzi V7 Racer Bilder

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In Zeiten, in denen Motorleistungen von 100 bis 150 PS fast schon als Basismotorisierung gelten, sind 48 PS nicht wirklich erwähnenswert. Oder etwa doch? Die Marke Moto Guzzi, die – wie BMW in schon fast vergangenen Zeiten – auf die Kühlung ihrer V2-Motoren mittels Fahrtwind und Motoröl setzt, begnügt sich für ihre Einsteiger-Baureihe V7 mit exakt dieser Spitzenleistung – und fährt prima damit. Rund die Hälfte der 6.800 im vergangenen Jahr produzierten Moto Guzzis tragen das V7-Emblem. Mit einer „Special“, aber auch mit dem Basismodell „Stone“ und dem auffälligen „Racer“ rund um den Comer See zu flanieren, ist ein wunderbares Erlebnis. Die gebotenen 48 PS reichen dazu voll und ganz.

Kaum eine war handlicher[foto id=“508343″ size=“small“ position=“right“]

Mit 35 kW/48 PS sind die drei V7-Versionen perfekt für Besitzer des Führerscheins A2 geeignet. Doch auch wer eine offene Lizenz besitzt, findet mit der V7 seinen Spaß: Nur selten saßen wir auf Motorrädern, die noch handlicher waren, sich noch leichter ums Kurven-Winkelwerk am eindrucksvollen Comer See und den in teils schwindelnde Höhen führenden Bergstraßen bewegen ließen. Auf der V7 peilt der Fahrer die Kurve nur an, und schon macht das nur 198 Kilogramm wiegende Motorrad exakt das, was sein Pilot will – es nimmt die Biegung praktisch wie von alleine. Faszinierend. Das funktioniert übrigens auch mit Sozia vorzüglich, vorausgesetzt freilich, die Dame verhält sich neutral. Die für sie zur Verfügung stehende Sitzfläche ist freilich nicht die üppigste.

Kein bisschen untermotorisiert

Weil die Straßen rund um den Comer See ausnahmslos kurvig und oftmals zudem unübersichtlich sind, fühlt man sich mit der V7 kein bisschen untermotorisiert – im Gegenteil: Man muss den altertümlich mit nur zwei Ventilen pro Zylinder operierenden V2-Motor noch nicht einmal ausquetschen, um flott unterwegs zu sein. Das Triebwerk bringt zwischen 2.000 und 5.000 Umdrehungen nämlich satt Leistung, dreht aber auch willig bis 6.500 Touren. Dabei bollert’s dezent aus den beiden Edelstahl-Auspufftöpfen; zwei Lambda-Sonden sowie ein Dreiwege-Katalysator sorgen für Euro 3-konforme [foto id=“508344″ size=“small“ position=“left“]Abgaswerte. Ein angenehmer Antrieb, dessen Konsum mit 4 bis 5,5 Litern Superbenzin – abhängig von Fahrweise und Drehzahlnutzung – angemessen erscheint.

Ordentlich zupacken

Weniger zeitgemäß wirkt dagegen die Bremsanlage, obwohl die vordere Vierkolben-Bremszange vom Edelhersteller Brembo bezogen wird. Man muss trotz der schönen Stahlflex-Bremsleitungen schon ordentlich zupacken, um die Bremszange so richtig in die riesige 320 mm-Einzelscheibe reinbeißen zu lassen; auf trockener Straße zumindest wird das nicht angebotene ABS deshalb auch nicht vermisst. Bei Nässe mag das anders sein. Die hintere Bremse hilft tapfer mit, die V7 zu verzögern, blockiert aber bei einem kräftigen Tritt aufs Bremspedal erwartungsgemäß bald; das ist bekanntlich in der Regel weitgehend ungefährlich.

Sehr traditionell[foto id=“508345″ size=“small“ position=“right“]

Neu für die Saison 2014 weisen alle V7-Version eine wirkungsoptimierte Lichtmaschine sowie einige Design-Veränderungen auf. Die Anmutung des sehr traditionell daherkommenden Motorrads hat sich, glücklicherweise, dadurch nicht verändert. Denn weiterhin gilt: Eine Guzzi ist eine Guzzi ist eine Guzzi…

Insbesondere das Modell „Special“ – statt der Alu-Gussfelgen bei der „Stone“ sind edle Speichenräder mit Aluminium-Felgen montiert – gefällt optisch ausgesprochen gut: Die Zweifarben-Lackierung (schwarz/orange oder hellgrau/dunkelgrau) steht der V7 wunderbar. Noch auffälliger kommt freilich die „Racer“-Version mit ihrem verchromten 21 Liter-Tank, ihrem Einzelsitz, den Lenkerstummeln und dem Startnummer-Höcker daher. Als Fahrer hat man’s auf „Special“ oder „Stone“ freilich besser, denn die aufrechtere Sitzposition und der breitere Lenker erleichtern das Kurvenwetzen [foto id=“508346″ size=“small“ position=“left“]deutlich. Dieses geht nicht zuletzt deshalb so einfach vonstatten, weil die Reifen unüblich schmal sind, wie das vor dreißig Jahren noch die Regel war, heutzutage aber bei fast allen Motorrädern Vergangenheit ist.

Die Ausstattung der „Special“ passt zu dem, was dieses Motorrad sein will: Ein leicht zu handhabendes Genuss-Fahrzeug. Das fürs entspannte Fahren Nötige ist an Bord, Schnickschnack wie eine Traktionskontrolle, ein Bordcomputer mit hundert Funktionen oder Laserlicht wird nicht vermisst. Ok, über eine Ganganzeige würden wir mit uns reden lassen, aber reichlich Fahrspaß kommt auch ohne sie auf. Die fünf Gänge lassen sich übrigens leicht und ausreichend präzise einlegen.

Handarbeit

Die Verarbeitung der in Mandello del Lario gefertigten V7-Modelle wirkt gut; lediglich bei einem der Testmotorräder löste sich aus unerklärlichem Grund die Sitzbank-Verriegelung unabsichtlich. Erfahrungsgemäß sind die Moto Guzzi-Händler und -Werkstätten aber sehr bemüht, eventuelle Auffälligkeiten rasch und zuverlässig zu beheben. Schließlich ist eine Guzzi auch im 94. Jahr[foto id=“508347″ size=“small“ position=“right“] des Firmenbestehens – 2021 wird der 100. Geburtstag gefeiert – eine Besonderheit: Die Montage der zumeist von vielen Zulieferern aus der Umgebung gefertigten Bauteile erfolgt am Comer See ausschließlich von Hand; 110 Mitarbeiter stehen hier in Lohn und Brot. 4.400 V7-Modelle wollen sie in diesem Jahr zusammenschrauben; jeweils 19 Prozent gingen 2013 in die USA und nach Italien, elf Prozent fanden den Weg auf deutsche Straßen.

Fazit

Knapp 8.000 Euro kostet der Spaß, eine V7 fahren zu dürfen, mindestens. Dafür hat man bei der „Stone“ die Wahl unter den drei Farben Schwarz, Grün und Rot. Die wertiger erscheinende „Special“ erfordert 700 Euro Aufpreis, die kernige „Racer“ mit ihrem sehr aufwändigen Finish will mit 9.790 Euro bezahlt sein. Einerseits viel Geld für nur 48 PS. Andererseits aber nicht zu viel für ein Motorrad, das ein Flair bietet, wie es nur wenige Zweiräder ausstrahlen. Denn eine Moto Guzzi, auch wenn es nur das Einstiegsmodell V7 ist, gilt nach wie vor als „specialitá“ – und das nicht nur im Lande der Pizza und Pasta.

Technische Daten Moto Guzzi V7 Special (Stone/Racer)

Antrieb Luft-/ölgekühlter V2-Viertaktmotor, zwei Ventile pro Zylinder, HC (Stoßstangen/Kipphebel), Fünfganggetriebe, Kardan
Hubraum: 744 ccm
Leistung: 35 kW/48 PS bei 6.250/min
max. Drehmoment: 58,8 Nm bei 2.750/min
Fahrwerk:  Doppelschleifen-Stahlrahmen; Telegabel, Ø 40 mm; Zweiarmschwinge aus Aluminium, zwei Federbeine, verstellbare Federbasis (Racer: Bitubo Gasdruckfederbeine, vollständig einstellbar); Einscheibenbremse vorn Ø 320 mm, Vierkolben-Bremssattel; Scheibenbremse hinten Ø 260 mm, Zweikolben-Bremssattel; Aluminium-Speichenräder (Stone: Alu-Gussräder)
Reifen vorne: 100/90-18
Reifen hinten: 130/80-17
Maße und Gewichte
Radstand (m): 1,45
Sitzhöhe (m) 0,81
Gewicht vollgetankt: 198 kg
Tankinhalt: 21 Liter
Messwerte
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h
0 – 100 km/h:  ca. 5,5 Sek.
Praxisverbrauch: ca. 4-5,5 Liter/100 km
Preis: 8.690 Euro (Stone 7.990 Euro/Racer 9.790 Euro)

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