Überholunfälle: Sichtweite oft zu gering
Überholunfälle: Sichtweite oft zu gering Bilder

Copyright: Auto-Medienportal.Net/ADAC

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Auf deutschen Landstraßen kamen im vergangenen Jahr 171 Menschen bei Überholunfällen ums Leben, 1901 Menschen wurden schwer verletzt. Damit ist fehlerhaftes Überholen eine Hauptursache für schwere Unfälle auf Landstraßen. Das hat die Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) in einer Detail-Analyse von Überholunfällen herausgefunden. 28 Prozent der Unfallverursacher haben trotz Gegenverkehr, 26 Prozent trotz unklarer Verkehrslage und ebenfalls 26 Prozent im Überholverbot überholt.“Wir brauchen grundsätzlich Überholverbote an Kuppen, Wannen und bei zu geringen Sichtweiten. Außerdem müssen Überholverbote konsequenter überwacht werden“, fordert UDV-Leiter Siegfried Brockmann angesichts der Zahlen. Die Studie habe gezeigt, dass Überholverbote und Geschwindigkeitsbegrenzungen die Anzahl und Schwere der Überholunfälle signifikant verringern. Brockmann wünscht sich auch die Weiterentwicklung von entsprechenden Assistenzsystemen im Auto und gezielte Kampagnen zur Sensibiliserung gerader junger Fahrer.

Großes Unfallpotential birgt eine zu geringe Sichtweite: 70 Prozent der untersuchten Unfälle passierten bei Sichtweiten, die für den sicheren Abschluss des Überholvorgangs nicht ausreichen. Bei jedem vierten Überholunfall war die Sichtweite sogar so kurz, dass auftauchender Gegenverkehr unweigerlich zum Unfall führen musste. Hier hat die Topographie einen entscheidenden Einfluss: 71 Prozent der Unfälle sind an Kuppen oder in sogenannten Wannen zu verzeichnen.

Weitere Ergebnisse der Studie: 85 Prozent der Verursacher von Überholunfällen sind männlich und 46 Prozent sind jünger als 30 Jahre. Drei von vier Überholunfällen passieren in freigegebenen Bereichen ohne Überholverbot oder Geschwindigkeitsbegrenzung.

Für die Studie untersuchte die UDV auf 500 Untersuchungsstrecken das Einhalten des Überholverbots. Außerdem führte sie eine Detailanalyse von 100 Strecken nach Geländeprofil und Sichtweiten durch. Schließlich wurden bei einer Mikroanalyse von 43 Strecken Verhaltensanalysen mit Videobeobachtungen gemacht. (ampnet/jri)

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