USA: Erstmals mehr weibliche als männliche Führerscheinbesitzer – Frauen auf der Überholspur

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In den USA fahren Frauen auf der Überholspur. Zumindest war die reine Anzahl von Fahrerinnen betrifft. Als weltweit erste große Autonation melden die USA mehr weibliche als männliche Führerscheinbesitzer. Laut einer Studie der Universität Michigan stehen 105,7 Millionen Frauen aktuell 104,3 Millionen Männern gegenüber. Damit hat sich im Land der unbegrenzten Möglichkeiten das Geschlechterverhältnis erstmals seit der Erfindung des Automobils umgekehrt.

Vor allem bei jungen amerikanischen Männern sinkt das Interesse am Auto. Die Zahl der Führerscheininhaber in der Altersklasse 25 bis 29 Jahre ist in den vergangenen 15 Jahren auf männlicher Seite um 10,6 Prozent zurückgegangen, während sie bei den Frauen um 4,7 Prozent zunahm.

Die Gründe für die Entwicklung sind der Studie zufolge vielfältig. So verliert das Auto ganz generell als Statussymbol und Fetisch an Bedeutung. Junge Männer seien auf der Rückbank von Fahrzeugen aufgewachsen, die mehr im Stau standen als frei fahren konnten – mit fluchenden Eltern am Steuer. Anders als bei ihren Vätern konnte sich so ein romantisches Verhältnis zum Auto nicht entwickeln.

Auch das Basteln und Schrauben am eigenen Fahrzeug als Auslöser für eine emotionale Bindung ist in den vergangenen Jahrzehnten weggefallen. Moderne Autos sind derart mit komplizierter Technik vollgestopft, dass das kaum noch möglich ist. Nicht zuletzt spielen auch ökonomische Gründe eine Rolle: Die Arbeitslosenquote bei jungen Männern ist in den USA deutlich höher als bei jungen Frauen – viele der Betroffenen können sich kein Auto mehr leisten.

Für Deutschland ist das genaue Geschlechterverhältnis bei den Führerscheininhabern schwer zu bestimmen. Das Kraftfahrt-Bundesamt führte zum Januar 2012 zwar rund 6,01 Millionen weibliche Inhaber eines Pkw-Führerscheins und 6,08 Millionen männliche. Die Behörde hat allerdings nur Zugriff auf die Daten zu den Kartenführerscheinen. Wer seine Fahrerlaubnis vor 1999 gemacht hat und noch den damals ausgegebenen Papierführerschein besitzt, taucht in der Statistik nicht auf. Die letzten offiziellen Gesamtzahlen stammen aus 2004. Damals lagen die Männer mit 28,5 Millionen Pkw-Führerscheinen noch deutlich vor den Frauen, von denen 24,5 Millionen eine Fahrerlaubnis besaßen.

Die US-Studie begrüßt den wachsenden Frauenanteil an Führerscheininhabern übrigens ausdrücklich. Die Fahrerinnen würden in der Regel kleinere, schwächere und sparsamere Fahrzeuge wählen als Männer und somit Umweltbelastung und Unfallrisiko verringern.

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