Verkehrsbeeinflussung: Harmonisch und sparsam unterwegs
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Erdöl ist der wichtigste Energielieferant für den weltweiten Verkehr. Mehr als 90 Prozent der einschlägigen Energie wird aus dem schwarzen Gold gewonnen. Doch die Ressourcen sind endlich. Bereits seit 1980 wird mehr Öl verbraucht als jährlich entdeckt wird und Experten rechnen bis zum Jahr 2030 mit einer Halbierung der Ölförderung. Bereits in naher Zukunft wird das Ölangebot kontinuierlich abnehmen. „Aus diesem Grund muss sich die Menschheit auf den ‚postfossilen‘ Verkehr vorbereiten“, erklärte Jörg Schindler von der Organisation ASPO Deutschland beim Presseforum des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR).

Die erdölunabhängige Mobilität wird sich seiner Meinung nach auf mehrere Pfeiler stützen. Zum einen spielt Elektrizität als Energiequelle eine Rolle, ebenso wie erneuerbare Energien. Zum anderen wird der Mensch wieder verstärkt seine Kräfte einsetzen müssen, um sich fortzubewegen, sei es per Fahrrad oder zu Fuß. Da Energie immer teurer und knapper wird, müssen zudem auch effiziente Raum- und Siedlungsstrukturen mit einer „neuen Balance von Nähe und Ferne“ geschaffen werden. Um die schwindenden Erdölressourcen etwas zu schonen, bedarf es umfangreicher Sparmaßnahmen.

Neben Spritspartrainings und den Bemühungen der Industrie um technische Verbesserungen gibt es auch eine Reihe von verkehrsbeeinflussenden Maßnahmen, die den Kraftstoffverbrauch deutlich senken können. So könnten zum Beispiel durch eine intelligente Ampelschaltung unnötige Stopps vermieden werden. Dadurch reduziert sich einerseits die Fahrtzeit, andererseits müssen die Autofahrer seltener bremsen und anfahren, wodurch sich der Motordurst nochmals verringert. Die ideale Ampelschaltung sorgt eine sogenannte „grüne Welle“ und damit für fließenden Verkehr. „Doch eine ‚grüne Welle‘ ist immer nur auf einer Straße und in eine Richtung möglich“, erklärte Birgit Hartz von der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt). In einem komplexen Straßennetz wollen viele Verkehrsteilnehmer wie Autofahrer, Fußgänger und Straßenbahnen voran kommen, so dass eine „grüne Welle“ für alle Beteiligten unmöglich ist.

Hinzu kommt, dass selbst gut geplante Ampelschaltungen nicht flexibel auf Veränderungen wie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen reagieren können und es immer wieder zu Störungen kommt. Eine mögliche Lösung hierfür sind adaptive Ampelsteuerungen, die die aktuelle Verkehrssituation sowie Kurzzeitprognosen berücksichtigen können und die Ampelschaltung permanent online optimieren. Auch auf Autobahnen ist ein Eingreifen in den Verkehr sinnvoll. Hierbei ist nicht nur der Mehrwert in Sachen Kraftstoffverbrauch ein Vorteil, sondern ebenfalls die sinkenden Unfallraten.

Eine Studie der BASt hat gezeigt, dass Streckenbeeinflussungen wie Wechselverkehrszeichen oder flexible Geschwindigkeitsbegrenzungen und Warnhinweise die Unfallrate um 25 Prozent senken können. Die Zahl der Massenunfälle (mindestens sechs Fahrzeuge) hat sich im Rahmen der Studie sogar um 54 Prozent reduziert, Unfälle aufgrund von Nebel nahmen um 80 Prozent ab. Als Begründung nannte Sylvia Piszczek von der BASt ein verbessertes und situationsangepasstes Geschwindigkeits- und Abstandverhalten sowie eine höhere Aufmerksamkeit. Sabine Stahl/mid

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