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Winterreifen-Mythen – Von dubiosen Symbolen, fehlendem Komfort und lahmen Tempo
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80 Prozent der Autofahrer glauben fälschlicherweise, dass Winterreifen während der Fahrt lauter sind als Sommerpneus. Und mehr als die Hälfte ist der Meinung, dass sie einen geringeren Fahrkomfort haben. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie des Reifenherstellers Goodyear Dunlop unter 1.400 Autofahrern gekommen.

Gleicher Fahrkomfort

Moderne Winterpneus sind jedoch anders als die Vorgängermodelle mit grobstolligem Profil weder laut, noch leidet der Fahrkomfort. Die Unterschiede im Aufbau von Sommer- und Winterreifen sind heute gering. Winterreifen verfügen über eine ähnliche Profilgestaltung wie Sommerreifen, allerdings haben die Kältespezialisten Lamellen und eine andere Gummimischung. Winterreifen verursachen auch nicht mehr wie früher einen höheren Spritverbrauch. Ihr Rollwiderstand liegt fast auf dem Niveau von Sommerreifen. Auch diese Einschätzung vieler Autofahrer gilt daher nicht mehr.

Auch zum schnell Fahren

Falsch ist auch die weit verbreitete Vorstellung, dass man mit Winterreifen nicht schnell fahren kann. Mittlerweile gibt es einige Modelle, mit denen sogar mehr als 270 km/h möglich sind. Erkennbar ist die zugelassene Höchstgeschwindigkeit am Geschwindigkeitsindex auf der Reifenflanke. „T“ steht etwa für ein Maximaltempo von 190 km/h, „H“ für 210 km/h, „V“ für 240 km/h.

Mindestprofiltiefereicht nicht aus

Es kursieren aber auch sicherheitsrelevante Irrtümer: Über 40 Prozent der Befragten denken, dass Winterreifen mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern noch über ausreichen Grip verfügen. Experten empfehlen in der kalten Jahreszeit jedoch mindestens vier Millimeter Restprofil, da unterhalb dieser Verschleißgrenze die Wintereigenschaften des Reifens deutlich nachlassen.

Nachhile bei Symbolen

Aufklärungsbedarf herrscht auch bei der Symbolik: Über 70 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass gute Winterreifen mit „M+S“ gekennzeichnet sind. Dies ist jedoch kein gesetzlich geschütztes Symbol. Daher gibt es unzählige Reifen mit dieser „Matsch + Schnee“-Kennung, die jedoch völlig ungeeignet für den Wintereinsatz sind. Beim Kauf ist deshalb auf das Schneeflockensymbol zu achten. Nur solche Pneus erzielen im Vergleich zu einem Referenzreifen zuverlässig mindestens sieben Prozent bessere Fahreigenschaften auf Schnee.

Wird man bei winterlichen Verhältnissen mit Sommerreifen oder abgefahrenen Winterreifen von der Polizei angehalten, drohen ein Verwarngeld oder Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Laut Straßenverkehrsordnung muss die Bereifung bei schnee- und eisglatter Fahrbahn an die Wetterverhältnisse angepasst sein.

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