Zauberwort „ecall“: Hilfe oder Überwachung
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Das neue Zauberwort der Autobranche ist kurz und prägnant: „eCall“. Ab 2015 müssen Autohersteller ihre Neuwagen serienmäßig mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausrüsten, so will es der Gesetzgeber. Die permanente Übertragung der Fahr- und Technikdaten von Pkw via Telematik in eine Zentrale eines Autoherstellers oder einer Versicherungsgesellschaft sieht die Corporate Vehicle Observatory (CVO) bald als die Regel an. So gelangen die Daten etwa auch bei Dienstwagen auf den Monitor des Fuhrpark-Verantwortlichen.

Über eine App können aus der Ferne im Pkw zum Beispiel Technikzustand, Tankinhalt, Reichweite, Standort und Fahrweise abgelesen werden. Die Analyse der Daten zeige laut CVO mögliche Maßnahmen zur Kosteneinsparung. So werden zum Beispiel Fahrer erkannt, die öfter mal in höheren Drehzahl- und Geschwindigkeitsbereichen unterwegs sind oder rasant Beschleunigen oder stark Abbremsen.

Angeblich sollen auch die Werkstattkosten sinken, weil die Werkstatt via Telematik-Datenanalyse vorab weiß, was auf sie zukommt und welcher Wartungs- und Reparaturaufwand anfällt. Dadurch kann sie hinsichtlich Ersatzeilbesorgung, Personaleinsatz und Zeitbedarf besser und kostengünstiger planen. Ob das in der Praxis aber immer so funktioniert, darf bezweifelt werden.

CVO geht davon aus, dass Autohersteller sich als Datentransferstelle verstärkt anbieten werden. Das heißt, zuerst laufen die Informationen bei ihnen auf. Danach gelangen sie mit Handlungsempfehlungen versehen an Fahrzeughalter. Die Hersteller hätten hier den Vorteil, dass sie Mängel aufgrund von Konstruktionsfehlern oder vorzeitigen Materialermüdungen schnell erkennen würden und Gegenmaßnahmen ergreifen könnten.

Ein weiterer Telematik-Wegbereiter wären die Versicherer mit sogenannten „pay as you drive“-Policen. Eine Box im Auto registriert und dokumentiert das Fahrverhalten und übermittelt die Daten auf einen Server beim Versicherer. Anhand einer Skala von 1 bis 100 nimmt dieser eine Einstufung vor. Die Regel hier: Je niedriger die Einstufungszahl, desto höher der Nachlass bei der Versicherungsprämie. Das klingt ganz nett, ist aber auch die totale Überwachung eines jeden Autofahrers. Und wer weiß, wo diese ganze Datenflut letztendlich landet.

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