Opel legt nach: Das X-Trio bekommt sauberere Motoren
Weiterentwicklung

Opel legt nach: Das X-Trio bekommt sauberere Motoren

 Bei der Vorstellung der neuen Motoren der X-Familie (Mokka X, Crossland X und Grandland X) mit Euro 6d TEMP-Klassifizierung in Mainz nahm Jürgen Keller, Direktor mit den Aufgabenbereichen Marketing und Verkauf bei Opel, zu den jüngsten Enthüllungen Stellung. Von drastischem Stellenabbau im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum oder gar von dessen Verkauf war die Rede.

Der Marktanteil steigt, die Entwicklungsaufträge gehen zurück

Opel-Kampagne für den Mokka X.

Opel-Mokka X.
Copyright: Opel

7700 Mitarbeiter sind dort derzeit beschäftigt, 4000, so berichtet die französische Tageszeitung Le Monde, stünden zur Disposition. Besonders ärgerlich empfinden Betriebsrat und Belegschaft die Heimlichtuerei. Opel und PSA (Peugeot, Citroen, DS) haben die Verhandlungen über den Verkauf im Geheimen geführt.

Keller begründet die Überlegungen damit, dass die vom ehemaligen Mutterkonzern GM vergebenen Auftragsvolumina sinken, was zu Überkapazitäten in den Entwicklungsabteilungen führt. Das war allerdings zu erwarten, denn GM und PSA sind Wettbewerber, die sich gewiss nicht gegenseitig unter die Arme greifen. Die Hoffnungen, dass PSA hier in die Bresche springt und eigene Aufträge nach Rüsselsheim vergibt, haben sich kaum erfüllt. Bislang sind nur wenig nennenswerte Aufträge von der Seine an dem Main verlagert worden, Opel übernimmt künftig die Entwicklung leichter Nutzfahrzeuge und arbeitet an einer neuen Benzinmotoren-Familie.

Das Problem sind Überkapazitäten

Opel Crossland X.

Opel Crossland X.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Opel

Das ITEZ (Internationales Technisches Entwicklungszentrum) war neben dem heute nicht mehr ausgelasteten, wenn auch modernen Fertigungs-Komplex Leanfield einst der Stolz der Marke und auch von der amerikanischen Muttergesellschaft gerne frequentiert. Die erstmalig serienmäßige Einführung des Drei-Wege-Katalysators, Prototypen mit Brennstoffzelle und Wasserstoffbetrieb oder das Elektrofahrzeug Ampera-e gingen unter anderem auf das Konto des ITEZ.

Auch bei der Erneuerung der Motorenpalette in den drei SUV-Varianten haben die Rüsselsheimer Ingenieure die Feder geführt. So ersetzt ein 1,4-Liter-Turbo mit 120 PS (88 kW) den bisherigen 1,6-Liter-Sauger im Mokka. Er ist um fünf PS stärker als sein Vorgänger und verbraucht 6,6 Liter Benzin auf 100 Kilometer. 20 350 Euro kostet der so motorisierte Mokka mit Basisausstattung. Die Crossover-Modelle Crossland X und Grandland X werden vom 1,2-Liter-Dreizylinder angetrieben, als Sauger leistet er 88 PS, die Turboversionen stemmen 110 PS oder 130 PS. Der neue Diesel liefert 102 PS und bringt es auf 250 Newtonmeter Drehmoment bei 1750 U/min. Der Verbrauch liegt bei 4,0 Liter Diesel auf 100 Kilometer, der Preis für den Crossland X bei 22 320 Euro.

Solider Absatz mit dem X-Modellen

Opel Grandland X.

Opel Grandland X.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Opel

Im größeren Grandland X (ab 24 000 Euro) steht der 1,5-Liter-Selbstzünder mit 130 PS für 27 720 Euro bereit. 4,2 Liter Diesel verbraucht er hier und kann bei identischen Konsumwerten mit einem neuen, achtstufigen Automatikgetriebe kombiniert werden. Die weitere Spreizung führt zum Verbrauchsvorteil, Opel verlangt für den Automaten 2300 Euro Aufpreis.

Mit dem Absatz der X-Modelle kann die Marke zufrieden sein. Der ist innerhalb eines Jahres von 14,7 auf 17,5 Prozent gestiegen. Um das Ziel zu erreichen, bis 2020 ganze 40 Prozent des Absatzes im wachsenden SUV-Segment zu generieren, wird am technischen Auftritt der drei X-Versionen weiter gefeilt. Innerhalb der kommenden Monate bekommen alle Benzin-Motoren einen Partikelfilter, die Diesel Zug um Zug SCR-Katalysatoren und Harnstoffeinspritzung zur NOx-Reduzierung. Noch also sind die Ingenieure und Entwickler im Rüsselsheimer ITEZ nicht zur Untätigkeit verdonnert.

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