Citroen

50 Jahre Ami6: Citroens schräges Frauenzimmer
50 Jahre Ami6: Citroens schräges Frauenzimmer Bilder

Copyright: auto.de

Die gewellte Motorhaube: nur eines von vielen Merkmalen des Ami6. Bilder

Copyright: auto.de

Auch die zeitgenössische Werbung spricht explizit die junge Kleinfamilie an. Bilder

Copyright: auto.de

Der Ami8 tritt ab 1969 in die Fußstapfen des Ami6 und begründet den Trend zur Schräghecklimousine. Ein Weg, den auch Wettbewerber Renault damals verfolgt. Bilder

Copyright: auto.de

Angesiedelt zwischen dem Kleinwagen 2CV und der Oberklasselimousine DS findet der Ami seine Lücke im Produktportfolio der Franzosen. Zielgruppe sind Paare und junge Familien. Bilder

Copyright: auto.de

Seitenhalt sieht anders aus: Dennoch macht das Ami-Sondermodell Bilder

Copyright: auto.de

Das waren noch Zeiten. Auch am Strand macht der schräge Viertürer eine gute Figur. Bilder

Copyright: auto.de

Unverkennbar Franzose: Der landestypisch gelbe Scheinwerfer hat dank Reflektortechnik auch ein Viertel mehr Leuchtkraft als seine Vorgänger. Bilder

Copyright: auto.de

Auch auf dem Pariser Automobilsalon 1968 ist der Mittelklässler ein Blickfang der Marke. Bilder

Copyright: auto.de

Gewöhnungsbedürftig aus heutiger Sicht ist das Steuer: Wie schon beim 2CV werden die Gänge per Pistolenschaltung gewechselt. Bilder

Copyright: auto.de

Erkennungszeichen des 1961 vorgestellten Mittelklässlers ist die Bilder

Copyright: auto.de

Ein echtes Fräuleinwunder: Auf weniger als vier Metern Fahrzeuglänge finden vier Passagiere Platz. Die Dame aus der Werbung genießt den Seeblick trotzdem lieber allein. Bilder

Copyright: auto.de

Schräger Autofreund: Markenzeichen des ab 1961 gebauten Citroen Ami6 ist das Glashaus mit dem weit nach hinten ausgestellten Dach. Bilder

Copyright: auto.de

Ein fast bis nach Paris zu hörendes Hallo hat es gegeben, als Citroen seinen deutschen Händlern im Juni 1961 erstmals sein neues Mittelklasse-Modell Ami6 vorgestellt hat. Denn es ist schon eine buchstäblich ganz schön schräge automobile „Freundin“, die die Franzosen ihren Händlern da vorgesetzt haben. Und „Freundin“ ist durchaus wörtlich zu verstehen. Denn wie schon bei der „göttlichen“ DS, deren Spitzname sich ebenfalls aus der französischen Aussprache der Modellbezeichnung ableitet („La déesse“, die Göttin), spielen die Franzosen auch diesmal nicht nur mit Formen, sondern auch mit Worten: „L’Ami Six“ (wörtlich übersetzt: der „Freund sechs“) hört sich ausgesprochen an wie „la Missis“, zu deutsch: „das Fräulein“.

[foto id=“362990″ size=“small“ position=“left“]Und dieses französische Fräuleinwunder hat es ganz schön in sich. Was heute aufgrund des waghalsig konstruierten Glashauses mit seinem weit nach hinten ausgestellten „Regendächlein“ auf den ersten Blick zum Schmunzeln anregt, hat die Kreativität der Ingenieure damals auf eine ernste Probe gestellt. Denn die Anforderungen, die Generaldirektor Pierre Bercot seinen Entwicklern seinerzeit ins Pflichtenheft geschrieben hatte, waren schon recht anspruchsvoll gewesen: ein Auto zu konstruieren, mit einem großen Kofferraum, Komfort für alle Mitfahrer, komprimiert auf maximal vier Metern Fahrzeuglänge – und das alles, wenn möglich, ohne einen Kombi zu bauen.

Die Antwort der Entwickler: der Ami6.

Als neuer Vertreter der Mittelklasse sollte das intern „Projekt M“ genannte Auto die Lücke zwischen der Oberklasse-Limousine Citroen DS mit seiner hydropneumatischen Federung und dem hierzulande als „Ente“ oder 2CV bekannten „Volkswagen“ der Franzosen schließen, der seit 1949 gebaut wurde. Technisch betrachtet ist das „Fräulein“ aber alles andere als ein Wunder, sondern ein Mittelding aus beiden Modellen. [foto id=“362991″ size=“small“ position=“left“]Experimentieren die Entwickler anfangs noch mit einer abgespeckten DS als technischer Basis, entschließen sie sich aus Kostengründen bald, auf den robusten und alltagsbewährten 2CV als Plattform zurückzugreifen, allein schon um die Längenvorgabe erfüllen zu können.

Das gewagte Design mit der „falsch herum“ geneigten Heckscheibe steuert der italienische Design-Künstler Flaminio Bertoni bei, welcher schon der DS und der „Ente“ ihre Formen gab. Der aus dem 2CV bekannte luftgekühlte 0,6-Liter-Zweizylinder-Boxermotor wird für den Ami6 auf knapp 15 kW/21 PS gesteigert. Um mit dem gestiegenen Fahrzeuggewicht mithalten zu können, muss die Federung verstärkt werden. Auch die Fliehkraftkupplung wird der stärkeren Motorleistung angepasst. In Sachen Interieur hat man dagegen am Citroen DS angeknüpft. Gewöhnungsbedürftig sind nicht nur die Optik, sondern auch Details wie der Schließmechanismus des Kofferraums, der sich anfangs nur recht umständlich von innen öffnen lässt, nämlich über einen Seilzug am Innenbereich der Rücksitzbank.[foto id=“362992″ size=“small“ position=“right“]

In Frankreich avanciert der Ami6 nur fünf Jahre nach seinem Start mit rund 180 000 verkauften Einheiten im Jahr 1966 zum meistverkauften Auto der Nation. In Deutschland werden insgesamt 10 000, weltweit mehr als eine Million Ami6 zugelassen, ehe die Produktion 1971 eingestellt wird. Schade, dass man heute so herrlich schräge Modelle im global funktionierenden, automobilen Modellangebot der Kompaktklässler und Fließhecklimousinen vergeblich sucht. Das meinen offenbar auch die Macher des Technik-Museums Speyer. Dem Ami6 haben sie eine Sonderausstellung gewidmet, die bis zum 16. Oktober 2011 zu sehen ist. Flankiert wird das Automobil gewordene „Fräuleinwunder“ von historischen Citroen-Modellen und Designstudien der Marke aus den 50er und 60er Jahren.

UNSERE TOP-ANGEBOTE FÜR SIE

MEHR ERFAHREN AUS DEM BEREICH NEWS

Toyota Mirai: Brennstoffzelle zum Schnäppchenpreis

Toyota Mirai: Brennstoffzelle zum Schnäppchenpreis

Jaguar I-Pace: Schneller laden und freier atmen

Jaguar I-Pace: Schneller laden und freier atmen

Jaguar F-Pace SVR noch ein bisschen schneller

Jaguar F-Pace SVR noch ein bisschen schneller

zoom_photo