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55 Jahre Citroen DS – Vom Himmel gefallen
55 Jahre Citroen DS - Vom Himmel gefallen Bilder

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Citroen DS von 1961 Bilder

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Citroen DS Werbung von 1958 Bilder

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Besonderheit Citroen DS: der mitlenkende Scheinwerfer, hier eine DS von 1975 Bilder

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Innenraum Citroen DS 21 von 1970 Bilder

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Citroen DS 23 Rallye Bandama, 1972 Bilder

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Citroen DS Prototype Raccourci, Rallye Bandama, 1972 Bilder

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Citroen DS mit General De Gaulle Bilder

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Citroen DS 23 Break, 1974 Bilder

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Citroen DS 21, 1971 Bilder

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Citroen DS 21 Cabriolet, 1970 Bilder

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Citroen DS 21, 1969 Bilder

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Citroen DS 21, 1966 Bilder

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Citroen DS 21 Rallye, 1969 Bilder

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Citroen DS 19, Rallye Cevennes, im Jahr 1963 Bilder

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Citroen DS 19 Cabriolet von 1964 Bilder

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Citroen DS 19 Cabriolet Lla Croisette von Chapron aus dem Jahre 1958 Bilder

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Citroen DS 19 von 1960 Bilder

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Citroen DS 19 von 1960 Bilder

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Citroen DS von 1956 Bilder

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55 Jahre Citroen DS - Vom Himmel gefallen Bilder

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Vor genau 55 Jahren, am 6. Oktober 1955, wurde im prachtvollen Grand Palais des Pariser Automobilsalons ein revolutionäres Fahrzeug präsentiert, das sich wie kein anderes in die Geschichte von Technik, Kunst und Kultur eingeschrieben hat: Der futuristische Citroen DS – auf französisch gesprochen Déesse, also „Göttin“. Aufgenommen wurde die DS von den Salonbesuchern mit einzigartiger Begeisterung. 750 Kundenbestellungen in den ersten 45 Minuten nach Vorstellung des Autos und 12.000 Kaufverträge am Ende des ersten Messetages sind ein Rekord für die Ewigkeit. Insgesamt wurden es rund 1,5 Millionen Citroen DS in 20 Jahren, erst dann avancierte der Nachfolger Citroen CX zum neuen Inbegriff der Avantgarde in der oberen Mittelklasse.

Mystisches Objekt

Der französische Kulturphilosoph Roland Barthes verglich die Vorstellung und Wirkung der Déesse gar mit den großen gotischen Kathedralen und bezeichnete den skulptural geformten Citroen als mystisches Objekt, das vom Himmel gefallen sei. In der „Göttin“ befinde sich „der Anfang einer neuen Phänomenologie der Zusammenpassung“, da sie ausschließlich durch die Kraft i[foto id=“325413″ size=“small“ position=“left“]hrer fantastischen Form zusammengehalten werde.  Tatsächlich war es aber nicht nur die schöne, stromlinienförmige Karosserie mit fast frei schwebendem Dach, die dem großen Citroen einen Platz im automobilen Olymp sicherte und zahllose Auftritte in großen Kinofilmen an der Seite von Stars wie Alain Delon oder Cathérine Deneuve schenkte . Es waren auch die beispiellosen technischen Innovationen, mit denen die radikal avantgardistische Limousine die damalige Welt ähnlich überforderte wie zwölf Jahre später der NSU Ro 80 mit Keilform und Wankelmotor. Mit dem Unterschied, dass die technikgläubigen Franzosen die DS dennoch annahmen und Citroen einen vorübergehenden kommerziellen Erfolg bescherten. Am Ende der langen Karriere der „Göttin“ geriet die technikverliebte Marke Citroen allerdings wieder einmal in Liquiditätsprobleme und wurde mehrheitlich von Peugeot übernommen – nachdem Ro-80-Hersteller NSU zuvor vom Volkswagenkonzern gekauft worden war.     

Technische Meilensteine

Zurück zu den Anfängen und den technischen Meilensteinen, die die Déesse setzte. Scheibenbremsen vorn, zwei unabhängige Bremskreise, Gürtelreifen, Einspeichen-Sicherheitslenkrad, Servolenkung, automatische Kupplung und hydropneumatisches Fahrwerk ermöglichten ein bisher nicht gekanntes Komfort- und Sicherheitsniveau, das im August 1962 womöglich sogar [foto id=“325415″ size=“small“ position=“right“]Präsident Charles de Gaulle das Leben rettete. Bei einem Attentatsversuch konnte die große Citroen Limousine dank Hydropneumatik auch mit drei Rädern weiterfahren. Für Citroen unbezahlbare Werbung und für De Gaulle bester Beweis für die Unvergleichbarkeit französischer Ingenieurskunst, die er Staatsgästen bereits anlässlich der DS-Weltpremiere auf dem Pariser Salon vorgestellt hatte. Das Citroen-Flaggschiff – De Gaulle fuhr eine beim Karossier Chapron gebaute DS Prestige – galt als technisches Wahrzeichen der Grande Nation, so wie der längste Transatlantikliner aller Zeiten, die „France“ von 1961, der Überschallverkehrsjet „Concorde“ von 1969 oder der schnelle TGV auf der Schiene. Diesen Sonderstatus des Citroen-Flaggschiffs unterstrichen auch die verwendeten Karosseriematerialien wie neuartiger, glasfaserverstärkter Kunststoff für das Dach und Aluminium für die Hauben. Als die DS 1967 ihre letztgültige Überarbeitung und Form mit Doppelscheinwerfern hinter Glas erhält, sorgen in Kurven mitlenkende Fernscheinwerfer für Weitsicht und Aufsehen.

Aufsehen und Aufmerksamkeit

Mit diesen teils genialen Innovationen erntete die 4,80 Meter lange Limousine Aufsehen und Aufmerksamkeit, nur im Export blieben die Verkaufszahlen mancherorts niedrig. Kein Wunder, kostete die DS etwa in Deutschland anfangs deutlich mehr als vergleichbare Mercedes oder Borgward. Citroen reagierte rasch und schob die preiswertere Einstiegsvariante ID (für „Idee“) [foto id=“325416″ size=“small“ position=“left“]nach. Auch die über fünf Meter messenden Kombis Break und Familiale sorgten ab 1959 für eine nachdrückliche Belebung des Geschäfts, nahmen sie doch fast eine Alleinstellung im Segment ein. 3,13 Meter Radstand ermöglichten ein konkurrenzlos großes Raumangebot, ideal für Sonderfahrzeuge wie Ambulanzen und Zeitungstransporte, etwa um große deutsche Tageszeitungen an Händler in Frankreich auszuliefern. Auf der Antriebsseite blieb es beim Vierzylinder, anders als beim Vorgänger Cítroen Traction Avant, der bis 1955 wahlweise mit Sechszylinderaggregat lieferbar war. In Ländern wie Deutschland fehlte der DS ein standesgemäßes Triebwerk, mit dem die flammend-futuristische Französin gegen Autos wie den BMW 2500 antreten konnte. Daran änderte eine Hubraumvergrößerung auf 2,3 Liter (1972 bei der DS 23) ebenso wenig wie die Einführung einer elektronischen Benzineinspritzung. Wesentlich wichtiger waren Qualitätsprobleme, die sich ab 1970 einstellten. Rost drohte die Zahl der DS-Limousinen  vorschnell zu reduzieren. Ein Makel, der sich auch durch die 1973 erfolgte Verlagerung der Produktion ins Werk Aulnaysous-Bois nicht abstellen ließ.       

Sportliche Seite

Auf der sportlichen Seite sollten dafür Triumphe bei legendären Rallyes wie Monte Carlo, Bandama und Marokko ein Bild der Zuverlässigkeit und Unzerstörbarkeit aufbauen. Besondere Noblesse verkörperte dagegen seit 1961 das DS Cabriolet. Der elegante offene Fünfsitzer wurde beim französischen Edelkarossier Henri Chapron gefertigt und kostete stattliche 50 Prozent Aufpreis im Vergleich zur DS-Limousine. Noch teuerer waren nur die ebenfalls bei Chapron gebauten Repräsentationslimousinen [foto id=“325417″ size=“small“ position=“right“]DS Prestige mit Trennscheibe und Funktelefon für Chauffeurbetrieb. Anspruchsvollen Normalkunden offerierte Citroen ab 1964 die Spitzenversion Pallas, die sich mit allen gängigen Ausstattungsdetails der Oberklasse schmückten – nur der entsprechende Motor fehlte.

Sammlerfahrzeug

Dieser wurde zwar 1974 als Gemeinschaftsentwicklung von Peugeot, Renault und Volvo vorgestellt, bis die Citroen-Flaggschiffe den V6 erhielten, sollten aber noch zwei Modellgenerationen vergehen. Da war die „Göttin“ längst im Olymp der ultimativen Sammlerfahrzeuge angekommen. Anlässlich des 50. Geburtstags der DS trafen sich in Paris 2005 Enthusiasten mit insgesamt 1.600 Citroen Déesse und das nächste runde Jubiläum soll noch größer zelebriert werden.

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Datenblatt: Citroen DS
   
Produktionszahlen:

Citroen ID/DS insgesamt: 1.456.115 Einheiten

Citroen DS Cabriolet (produziert bei Chapron): 1.365 Einheiten

 
Wichtige Motorisierungen:

Citroen ID 19 bzw. D Spécial mit 1,9-Liter- (46 kW/63 PS bzw. 49 kW/66 PS bzw. 51 kW/70 PS bzw. 54 kW/74 PS) -Vierzylinder-Benziner bzw. mit 2,0-Liter- (57 KW/78 PS bzw. 66 kW/90 PS) -Vierzylinder-Benziner.

Citroen ID 20 bzw. D Super bzw. D Super 5 mit 2,0-Liter- (66 kW/90 PS) -Vierzylinder-Benziner bzw. mit 2,2-Liter- (72 KW/98 PS bzw. 76 kW/104 PS) -Vierzylinder-Benziner.

Citroen DS 19 bzw. Pallas mit 1,9-Liter- (52 kW/71 PS bzw. 55 kW/75 PS bzw. 59 kW/80 PS) -Vierzylinder-Benziner bzw. mit 2,0-Liter- (62 KW/84 PS)-Vierzylinder-Benziner.

Citroen DS 20 bzw. Pallas mit 2,0-Liter- (66 kW/90 PS bzw. 72 kW/98 PS) -Vierzylinder-Benziner.

Citroen DS 21 bzw. DS 21 ie bzw. Pallas mit 2,2-Liter- (74 kW/100 PS bzw. 88 kW/120 PS) -Vierzylinder-Benziner.

Citroen DS 23 bzw. DS 23 ie bzw. Pallas mit 2,2-Liter- (76 kW/104 PS) -Vierzylinder-Benziner bzw. mit 2,3-Liter- (81 KW/110 PS bzw. 93 kW/126 PS)-Vierzylinder-Benziner.

 
Ausgewählte Preise:

Preise Citroen DS 19 (1959): ab 12.100 Mark

Preise Citroen DS 19 (1960): ab 12.500 Mark

Preise Citroen ID 19 (1965): ab 10.390 Mark

Preise Citroen DS 19 (1965): ab 12.390 Mark

Preise Citroen DS 19 Break (1965): ab 13.500 Mark

Preise Citroen DS 19 Cabriolet (1965): ab 20.000 Mark

Preise Citroen DS 21 (1966): ab 13.200 Mark

Preise Citroen DS 21 (1969): ab 14.097 Mark

Preise Citroen DS 21 Injection (1972): ab 16.306 Mark

Preise Citroen D Special (1973): ab 12.950 Mark

Preise Citroen DS 23 Pallas Injection (1973): ab 18.649 Mark

Preise Citroen DS 20 Familiale (1973): ab 15.898 Mark

 
Historie Citroen DS:

1938-1950: Der Designer Flaminio Bertoni präsentiert Entwürfe für das Projekt VGD (voiture de grande diffusion – „Fahrzeug mit großer Verbreitung“  

1955: Am 6. Oktober feiert die DS Weltpremiere auf dem Pariser Salon

1957: Im Mai wird die Modellreihe ID eingeführt, gleichzeitig wird die Produktion des ID/DS-Vorgängers Traction Avant 11 CV eingestellt, die Version 15 Six lief bereits 1955 aus

1958: Beim Karossier Chapron geht der DS Prestige in Kleinserie mit Trennscheibe und Funktelefon für Chauffeurbetrieb. Im Oktober wird der ID-Kombi vorgestellt

1959: Sieg bei der Rallye Monte Carlo

1960: Der Modelljahrgang 1960 ist erkennbar an Entlüftungsgittern in den Kotflügeln

1961: Im Februar wird das DS Cabriolet vorgestellt, die Produktion erfolgte beim Karossier Henri Chapron. Einen Monat später wird der „DA-Motor“ eingeführt mit höherer Verdichtung, Schwingungsdämpfern etc.

1962: Im September Vorstellung des Modelljahrgangs 1963 mit modifizierter Front und 10 km/h höherer Endgeschwindigkeit. Am 22. August überlebt Präsident General Charles in seiner DS ein Attentat, da der Wagen trotz zerschossenen Hinterreifens weiterfahren konnte

1964: Die Luxusversion Pallas wird im August eingeführt

1965: Neue Motorengeneration DY (DS 19) und DX (DS 21) sowie neue Getriebe

1966: Sieg bei der Rallye Monte Carlo

1967: Im September neue Frontgestaltung mit Doppelscheinwerfern hinter Glas. Optional mitlenkbare Fernscheinwerfer, serienmäßig für nach Deutschland gelieferte DS (ab September 1968)

1968: Neue DY2- und DX2-Motoren. Der DS 19 wird durch den DS 20 ersetzt

1969: Die ID-Baureihe wird ersetzt durch D Special und D Super. Triumph bei der Rallye Marokko

1970: Qualitätsprobleme durch Rost

1971: Produktionseinstellung für die Modelle DS 20 Prestige und DS Cabriolet. Ab Herbst Vollautomatikversion von Borg Warner lieferbar

1972 : Die Version DS 23 ersetzt ab September den DS 21. Letzte Modellpflegemaßnahmen wie versenkte Türgriffe

1973: Verlagerung der Produktion ins Werk Aulnaysous-Bois, weiterhin Qualitätsprobleme

1974: Im August wird der Citroen CX als Nachfolger der DS präsentiert.

1975 : Produktionseinstellung für den Citroen DS am 24. April im Werk Aulnay-sous-Bois

1976 : Produktionsende für die DS Ambulance

2005: Anlässlich des 50. Geburtstags der DS treffen sich in Paris Enthusiasten mit insgesamt 1.600 Citroen DS und ID

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