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A4 Cabrio 3.0 TDI quattro: Oben Luxus, unten Diesel und Allrad
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Wer das Ungewöhnliche sucht, wird bei Audi fündig: Die Ingolstädter rüsten ihr Luxuscabrio A4 mit einem bulligem V6-Diesel und Allradantrieb aus. Das bietet sonst keiner. Preis für das exklusive Vergnügen: ab 43.400 Euro.

Heiß und kalt

Hellseher sollte man sein. Dann hätte der Test mit dem A4 Cabrio drei Wochen später begonnen. So war es ein zweifelhaftes Vergnügen. Was aber ausschließlich am Wetter lag – regnerisch, windig und kühl war es. Trotz dieser widrigen Umstände entwickelte sich der Praxistest schnell zu einem herzerwärmenden Vergnügen. Der Verdienst des Testwagens.

Schnell zur Sonne

Auf der Suche nach dem kleinsten Sonnenstrahl war das Verdeck im Dauereinsatz. Auf und zu in 21 Sekunden, per Knopfdruck. Vollautomatisch, ohne einen weiteren Handgriff. Das funktioniert an jeder roten Ampel. Springt die Anlage währenddessen auf "grün", darf trotzdem langsam losgerollt werden. Maximal Tempo 30 ist erlaubt. Radio und Klimaanlage stellen sich dabei automatisch auf die neue Situation ein. Sie erinnern sich an die jeweils zuvor gewählten Werte. Wird das Windschott über den hinteren Sitzen montiert, sieht das vielleicht nicht so cool aus. Doch der Fahrtwind zupft dann auch auf der Autobahn nur leicht an den Haaren. Mütze und eine winddichte Jacke vorausgesetzt, trotzen Fahrer und Beifahrer so auch kühlen Temperaturen. Wir durften es ausprobieren.

Klassische Linie

Im Gegensatz zu den immer beliebteren Coupé-Cabrios mit Metall-Klappdach hat der Audi am Po keine Problemzone. Denn um die Stoffkapuze zu verstauen, braucht es kein ausladendes Heck. Die recht leichte Konstruktion stapelt sich auf kleinem Raum über der Hinterachse. Faltbare Coupédächer finden ihren Platz dagegen meist direkt unter dem Kofferraumdeckel. Ein hoher Schwerpunkt ist die Folge. Das fühlt sich dann so an, als hätte der Wagen Urlaubsgepäck an Bord. Davon transportiert das offene A4 Cabrio 246 Liter. Immerhin genug, um Getränkekisten zu transportieren. Geschlossen sind es 315 Liter, wenn der Verdeckkasten nach oben geklappt wird.

Bayrische Perfektion

Typisch Audi: der Innenraum mit einem edlen Mix aus Chrom, Alcantara und perfekt verarbeiteten Kunststoffen. Bemerkenswert auch, wie unerschütterlich sich das Cabrio über die Schlaglochpisten in und um Berlin bewegt. Da zittert nichts, da klappert nichts. Auch die Lenksäule zeigt kaum Eigenleben. Besonderes Lob verdienen sich die Sportsitze. Sie sind zwar nicht elektrisch verstellbar, dafür mit einer ausziehbaren Oberschenkelauflage versehen. Die Sitzposition ist sportlich tief. Zusammen mit dem großen Verstellbereich des griffigen Sportlenkrads findet sich schnell eine entspannte Sitzposition. Im Fond gibt es noch zwei knapp geschnittene Sitze, die zur Not auch für Erwachsene taugen. Allerdings ist die Rückenlehne steil und die Schenkelauflage sehr kurz geraten. Meist dürfte der Fond deshalb als erweiterter Kofferraum genutzt werden.

Schnelles Vergnügen

Der Dreiliter-V6-Turbodiesel bietet Drehmoment satt: 450 Newtonmeter zwischen 1.400 und 3.250 Umdrehungen. Wer Kraftstoff sparen will, wechselt früh durch die sechs Gänge. Verbrauchswerte deutlich unter sieben Liter sind so möglich. Senkt sich der Gasfuß tief, bügelt der Viersitzer in 7,3 Sekunden (Werksangaben) die Tempo-100-Marke. Der V6 grollt dabei giftig aus seinen beiden Auspuffrohren. Traktionsprobleme gibt es nicht. Der Quattroantrieb bringt die Leistung selbst auf feuchten Landstraßen sicher auf die Straßen. Auch ohne ESP. Mit ausgeschaltetem Stabilitätsprogramm fährt sich der Wagen noch einen Tick agiler, ohne dass die Fahrsicherheit beeinträchtigt wäre. Ab auf die Autobahn: Der Plaketten-Kühlergrill und Bi-Xenon-Scheinwerfer sorgen für freie Fahrt, ohne dass gedrängelt werden müsste. Nur Mercedes- und BMW-Fahrer reagieren oft gereizt und wechseln nur widerwillig die Spur. Reserven sind auch jenseits von Tempo 200 noch reichlich vorhanden. Zäh wird es erst ab 230 km/h, bei 242 Stundenkilometern ist offiziell Schluss. Nach einer solchen Expressetappe von Nürnberg nach Berlin meldet der Bordcomputer 9,8 Liter Durchschnittsverbrauch. Auf Teilstücken ohne Tempolimit liegt der Wert immer noch unter zwölf Liter.

Fazit: Tolles Cabrio. V6-Turbodiesel, Allradtechnik und ein bei hohen Geschwindigkeiten leises Cabrioverdeck locken den anspruchsvollen Genießer. Allerdings muss dessen Brieftasche dick gepolstert sein. Mit ein paar Extras klettert der Preis schnell auf über 50.000 Euro.

http://www.mototype.de, Holger Schilp

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