ADAC, DJV und DVR einig: Systematische Wildunfallerfassung gefordert!
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Rund eine Viertel Million Zusammenstöße, 3.000 verletzte und 27 getötete Verkehrsteilnehmer sowie Hunderttausende überfahrene Tiere – das ist die Bilanz der Wildunfälle in Deutschland im Jahr 2009.

Unfallpotenzial für Mensch und Tier

Um das Unfallpotenzial für Mensch und Tier zu reduzieren, fordern ADAC, Deutscher Jagdschutz-Verband (DJV) und Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR) eine stärkere Aufklärungsarbeit sowie eine bundesweit einheitliche Erfassung und Auswertung von Wildunfällen.

Von einer solchen Datenbank verspricht man sich, mehr über die zahlenmäßige, räumliche und zeitliche Verteilung von Wildunfällen in Erfahrung bringen und Unfallschwerpunkte lokalisieren zu können. Anhand dieser Daten könnten Verwaltungen gemeinsam mit Jagd- und Landwirtschaftsexperten und der Polizei Verkehrsschauen an Wildunfallstellen durchführen und Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ergreifen, so die Vorstellung der Befürworter einer solchen Datensammlung.

Erfassungstechniken und Auswertungsmethoden

„Wir verfügen heute über modernste Erfassungstechniken und Auswertungsmethoden“, sagte heute (20. April 2010) ADAC-Präsident Peter Meyer am Rande der Wildunfallfachtagung in Grevenbroich. Es sei nicht nachvollziehbar, warum diese Verfahren, verbunden mit einer zielgerichteten Prävention, nicht längst in allen Bundesländern eingesetzt würden. Um Kollisionen mit Wildtieren zu vermeiden, sind nach Ansicht des ADAC neben den von Verwaltungen zu treffenden Maßnahmen vor allem aber Erfahrungen und Umsicht der Autofahrer entscheidend.

Stärkere Rücksichtnahme der Autofahrer

Der DJV setzt auf eine stärkere Rücksichtnahme der Autofahrer: „Alle 2,5 Minuten kommt ein Reh unter die Räder, für seltene Arten wie die Wildkatze sind Wildunfälle sogar Todesursache Nummer eins“, sagt DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. „Tiere kennen keine Verkehrsregeln, deshalb ist die Aufklärung der Verkehrsteilnehmer wichtiger denn je; aus Gründen des Artenschutzes und der Verkehrssicherheit“, so Bethe.

Schwerpunkt bei der Verkehrsaufklärung

Bei der Wildunfallbekämpfung sieht der DVR neben technischen Maßnahmen wie der Einrichtung von Wildbrücken oder elektronischen Warnanlagen den Schwerpunkt bei der Verkehrsaufklärung. „’Runter vom Gas’ lautet die wichtigste Regel, um Wildunfällen vorzubeugen“, erklärt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf. In besonderem Maße gelte Vorsicht auf Landstraßen, wo sich etwa 60 Prozent aller tödlichen Unfälle ereigneten.“

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