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Allergietests für Ford-Innenräume: Damit der Niesanfall bei Tempo 100 nicht zum Blindflug wird
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Der TÜV Rheinland, hier am Sitz in Köln, überprüft die Innenräume verschiedener Ford-Modelle auf deren mögliche Allergierisiken hin. Bilder

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Auto-Innenräume wie hier beim neuen S-Max sind auch für Allergiker, egal ob Erwachsene oder Kinder, Bilder

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Ein TÜV-Rheinland-Mitarbeiter bei der Auswertung am Computer. Bilder

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Der Innenraum des neuen Galaxy ist ebenfalls Allergie-mäßig überprüft worden. Bilder

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Unter anderem Lenkräder werden beim TÜV auf Hautverträglichkeit untersucht. Bilder

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Eine Mitarbeiterin im Ford-Labor bei der Durchführung eines Innenraum-Tests. Bilder

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Die Untersuchungen, um das TÜV-Prüfsiegel zu erhalten, sind umfangreich. Bilder

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Schon in den Ford-Labors werden die Modelle strengen Prüfungen unterzogen. Bilder

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Ist den Schadstoffen auf der Spur: Dr. Karl Sander vom TÜV Rheinland. Bilder

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Auch der Innenraum von Fords Focus Coupé-Cabrio ist Allergie-getestet. Bilder

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Köln – Spätestens mit dem Pollenflug im Frühjahr bricht allein in Deutschland für schätzungsweise über 20 Millionen Menschen, deren Organismus auf körperfremde Stoffe mit Überempfindlichkeit reagiert, immer wieder eine harte Zeit an. „Besonders der Aufenthalt in Autos kann aufgrund der über 100 dort zum Einsatz kommenden Stoffe und Materialien, aber auch wegen des relativ geringen Raumvolumens belastend für Allergiker sein“, stellen etwa Hartmut Müller-Gerbes vom Technischen Überwachungsverein (TÜV) Rheinland und Ford-Deutschland-Sprecher Isfried Hennen vor dem Hintergrund der Tatsache fest, dass erstmals serienmäßig ein TÜV-Prüfprogramm für Allergikerschutz im Innenraum vom Ford-Modellen umgesetzt wird.

Risiken auf Minimum reduziert

Seit nun schon sechs Jahren haben die Kölner Fahrzeuge im Programm, denen der TÜV Rheinland nach aufwendigen Tests das Zertifikat „Allergie getesteter Innenraum“ verliehen hat. Das bedeutet aus Sicht des Herstellers einerseits, dass materialbedingte Allergierisiken im Inneren der überprüften Modelle [foto id=“309690″ size=“small“ position=“right“]nachweisbar auf ein Minimum reduziert und andererseits Insassen durch einen wirksamen Pollenfilter vor Allergie auslösenden Partikeln der Außenluft geschützt sind.

Den Schadstoffen auf der Spur

Experten wie Dr. Karl Sander sind Substanzen, die Allergie auslösen, auf der Spur. Auch wenn die allergiesierenden Stoffe die Gesundheit des Menschen nicht hochgradig schädigten, könnten sie doch, so der beim TÜV Rheinland für Produkt- und Umweltanalytik zuständige Leiter, zu äußerst prekären Situationen beispielsweise im Straßenverkehr führen, denn: „Ein Niesanfall bei Tempo 100 bedeutet viele Meter Blindflug.“

Zum Beispiel falsch gegerbtes Leder

Selbst wenn die Luft im Auto per Zwangsbelüftung regelmäßig ausgetauscht werde, könnten über Hautkontakt noch viele Schadstoffe auf den Menschen übergehen, „sei es aus dem schlecht gegerbten Lederlenkrad, den falsch gefärbten Sitzbezügen oder den Weichmacher-Verbindungen in verschiedenen Kunststoffteilen“. Manchmal, weiß Sander, würden Hersteller von ihren eigenen Zulieferern mit belasteten Komponenten beliefert und bauten diese [foto id=“309691″ size=“small“ position=“left“]im guten Glauben ein; mitunter führe aber auch ein Fehler in der Verarbeitung an sich einwandfreier Materialien zu einem schadstoffhaltigen Produkt.

Auch immer mehr Kinder und Jugendliche

Und dann kann es im Auto unangenehm werden für Allergiker, als die nach Angaben des Robert-Koch-Instituts inzwischen auch mindestens 17 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Deutschland gelten, Tendenz steigend. Umweltmediziner Professor Hans Drexler von der Universität Erlangen spricht beim zuletzt von Ford und TÜV-Rheinland gemeinsam veranstalteten „Allergie“-Workshop in Köln bereits von einer „Volkskrankheit“, unter der laut Vorstand Erhard Hackler von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe mit Sitz in Bonn in Europa rund 150 Millionen Menschen leiden. Im Beruf sind Professorin Monika Raulf-Heimsoth vom Allergologie-Kompetenzzentrum der Ruhr-Universität Bochum zufolge vor allem Bäcker in Form von Asthma betroffen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wichtige Orientierungshilfe; Luft, Materialien, Filter; Strenge Nachhaltigkeits-Standards; Vom Ka bis zum Galaxy

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Wichtige Orientierungshilfe

Viele Betroffene reagieren nach den Worten der Experten auf Inhalations-Allergene wie Blütenpollen, andere auf Kontakt-Allergene wie Nickel. Aber auch für Nicht-Allergiker sind die TÜV-Prüfsiegel nach Herstellereinschätzung eine „wichtige Orientierungshilfe“, da die umfassende Analyse der Innenraum-Luftqualität in den getesteten [foto id=“309693″ size=“small“ position=“right“]Modellen ein zentraler Bestandteil des Tests ist und er in vielen Fällen sogar eine Aufklärung über die Ursache einer Allergie liefert.

Luft, Materialien, Filter

Bei ihrem Prüfverfahren – eine solche Untersuchung kann bis zu 10 000 Euro kosten und vier Wochen dauern – konzentrieren sich Sander und sein Team neben der Luftqualität im Innenraum auf die da verwendeten Stoffe und Materialien sowie die Leistungsfähigkeit der Pollenfilter. So werden Lenkrad, Sitzbezüge und Sicherheitsgurte dermatologisch auf Hautverträglichkeit getestet. Den Filter setzen die Kölner Versuchsstaub aus. Konkret verlangt die Prüfung etwa, dass kleinste Maulbeerpollen mit nur rund zehn Mikrometer Durchmesser fast vollständig aufgefangen werden. Was lediglich 0,01 Millimetern entspricht. Nicht jedes einzelne Auto wird untersucht, sondern das, das vorhersehbar eine ungünstige Raumluftbelastung hat, nicht selten mit üppiger Sonderausstattung.

Strenge Nachhaltigkeits-Standards

Mit dem TÜV-Prüfsiegel „Allergie getesteter Innenraum“ sieht sich Ford in seinem „ausgereiften Materialmanagement“ bestätigt. Seit 1984 bestehen demnach für alle Modelle der Marke weltweit gültige Vorgaben, welche Materialien und Komponenten aus Gründen des Gesundheitsschutzes in den Fahrzeugen verwendet werden dürfen – und welche nicht. Ford lässt sich dabei vom eigenen Nachhaltigkeitsindex leiten – mit besonders strengen Standards in Sachen Nachhaltigkeit auch und gerade für die Auswahl von Materialien, die [foto id=“309694″ size=“small“ position=“left“]ebenfalls für Zulieferer gelten. Mit den Index-Kriterien kann aus Ford-Sicht bereits in einem frühen Stadium der Entwicklung eines neuen Modells „nicht nur dessen möglicher Einfluss auf die Umwelt, sondern eben auch auf die Fahrzeugnutzer, also die Insassen, ermittelt und optimiert werden“.

Vom Ka bis zum Galaxy

Ford hat laut Materialentwickler Stefan Riewer mittlerweile in 19 europäischen Kernmärkten über vier Millionen Autos mit dem Prüfsiegel verkauft, gut 820 000 davon in Deutschland vom Ka über Fiesta, Fusion, Focus samt ST, RS und Coupé-Cabrio, C-Max, Kuga, Mondeo, S-Max und Galaxy. Was auch Ford-Fahrer freilich nicht oder nicht lange im Auto lagern sollten, zumal bei wärmeren Temperaturen, sind Benzinkanister, Farbeimer oder ähnliches, und zwar egal ob Allergiker oder nicht.

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