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Audi mit e-Projekten auf dem Weg zu Kohlendioxid-neutraler Mobilität

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So sieht die künftige Demonstrationsanlage im US-Bundestaat New Mexico aus. Bilder

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Mit dem US-Unternehmen Joule arbeitet Audi an der e-diesel- und e-ethanol-Produktion. Bilder

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Als Weltpremiere hat Audi seinen neuen Erdgas-A3-Sportback schon enthüllt. Bilder

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Natürlich spielt die Chemie eine große Rolle bei der Entwicklung synthetischer Kraftstoffe. Bilder

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Das Modell hat längst Konturen angenommen: Audi-e-gas-Projekt. Bilder

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Ismaning – Audi will nach eigenen Angaben als erster Automobilhersteller weltweit eine „Kette nachhaltiger Energieträger“ aufbauen, deren Endprodukte Wasserstoff und das synthetische E-Gas sind. Das entsprechende e-gas-Projekt der Ingolstädter nennt Michael Krieger, bei Audi zuständig für nachhaltige Produktentwicklung, den „ersten Schritt auf dem Weg zu Kohlendioxid-neutraler Mobilität“.

Im Emsland e-gas-Anlage[foto id=“439129″ size=“small“ position=“right“]

In Werlte im Emsland befindet sich Audis e-gas-Anlage gerade im Bau; sie entsteht in Zusammenarbeit mit dem Anlagenbauer SolarFuel und wird später einmal mit erneuerbarem Strom aus Wind oder Sonnenenergie betrieben. Beim Technologie-Workshop der Ingolstädter zuletzt in Ismaning bei München über Zukunftsmobilität erklärt Kriegers Kollege Hagen Seifert, wie die Anlage funktioniert. Danach wird der Strom mittels Elektrolyse in regenerativ erzeugten Wasserstoff umgewandelt, das sogenannte e-hydrogen als Treibstoff für künftige Brennstoffzellen-Autos wie den entsprechenden Q5-Technologie-Träger.

Aus organischen Abfällen gespeist

Durch Kombination von Wasserstoff mit Kohlendioxid lassen die Ingolstädter in einer nachgeschalteten Anlage synthetisches, erneuerbares Methan entstehen, Audis energiereiches e-gas, das chemisch mit fossilem Methan identisch ist und sich gut zum Antrieb von Verbrennungsmotoren eignet. „Dieser Erdgasersatz kann“, so Seifert, „vor Ort in das Erdgasnetz eingespeist und so gespeichert werden.“ Das Kohlendioxid stamme aus einer nicht aus Energiepflanzen, sondern aus organischen Abfällen gespeisten Anlage, „wodurch jede Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion vermieden wird“.

[foto id=“439130″ size=“small“ position=“left“]2015 Erdgas-Modell dann auf A4-Basis

Die Audi-Anlage binde das Kohlendioxid in den Treibstoff ein. „Somit“, so Seifert, „ist das e-gas ein klimaneutraler Treibstoff.“ Bei der Verbrennung im Motor werde genau die vorher in der e-gas-Anlage gebundene Menge Kohlendioxid frei. Von 2013 an soll die Anlage in Werlte rund 1000 Tonnen Methan pro Jahr produzieren und dabei 2800 Tonnen Kohlendioxid binden. Mit dem regenerativ erzeugten e-gas könnten 1500 neue Erdgas-A3-Sportback jeweils 15 000 Kilometer pro Jahr Kohlendioxid-neutral fahren, rechnet Seifert vor. 2015 plant Audi, ein zweites Erdgas-Modell auf Basis des A4 auf den Markt zu bringen.

Auch Wirtschaft könnte profitieren

Auch die deutsche Energiewirtschaft könne mittelfristig von Audis e-gas-Projekt profitieren, betont Entwickler Krieger, denn es beantworte die Frage, wie sich Ökostrom effizient und ortsunabhängig speichern lasse. Wehe viel Wind, ließen sich Strom-Überkapazitäten in e-gas wandeln und im öffentlichen Gasnetz einlagern; umgekehrt lasse sich die Energie bei Bedarf jederzeit aus dem Gas- ins Stromnetz zurückführen.

Mikroorganismen produzieren Sprit[foto id=“439131″ size=“small“ position=“right“]

Mit Blick auf Energieträger der Zukunft fördern die Ingolstädter laut Silke Blümel, ebenfalls tätig in der nachhaltigen Produktentwicklung, noch eine Technologie, „bei der Mikroorganismen ohne landwirtschaftlich erzeugte Nahrungsmittel Diesel und Ethanol produzieren“. Audi kooperiert dabei mit dem US-Unternehmen Joule, das Kraftstoffe schon in einem patentierten Prozess eben mit Hilfe spezieller, im Durchmesser etwa drei tausendstel Millimeter kleiner Mikroorganismen herstellt. Die nutzen dafür das Sonnenlicht sowie Kohlendioxid aus industriellen Abfällen wie aus Fabriken, Salz- oder Abwasser – statt durch Photosynthese neue Zellen zu bilden.

Produktion ohne Biomasse

Das e-ethanol hat, so Blümel, den entscheidenden Vorteil, dass es ohne Biomasse produziert wird. Zur Produktion von nachhaltigem e-ethanol nimmt eine Demonstrationsanlage [foto id=“439132″ size=“small“ position=“left“]im US-Bundesstaat New Mexico demnächst ihren Betrieb auf. Große Stärke des e-diesels sei seine Reinheit. „Der ‚Drop-In‘-Kraftstoff ist schwefel- und aromatenfrei – im Gegensatz zu Mineralöldiesel, der ein Gemisch aus verschiedensten Kohlenwasserstoff-Verbindungen darstellt.“ Außerdem sei er aufgrund seiner hohen Cetanzahl sehr zündwillig und seine chemische Beschaffenheit ermögliche unbegrenzte Zumischung zum fossilen Diesel. Der e-diesel funktioniere als Kraftstoff nahtlos, so Blümel, mit den bei Audi bereits vorhandenen „Clean Diesel“-Systemen. /Fotos: Koch

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