Formel 1

Audi oder VW: Neue Gerüchte um Formel-1-Einstieg
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Nach dem angekündigten Ausstieg von Renault ab 2016 läuft in der Formel 1 die Suche nach einem neuen Motoren-Lieferanten auf Hochtouren. Vor allem ein Name wird dabei immer wieder genannt: „VW“. Entweder steigen die Wolfsburger selbst in die Königsklasse des Motorsports ein oder aber sie wagen diesen Schritt mit Konzern-Tochter Audi, so die aktuelle Spekulation.“Wenn Volkswagen in die Formel 1 käme, wäre das großartig für die ganze Serie“, sagte dazu Red-Bull-Teamchef Christian Horner dem britischen Sender TV-BBC.

Red Bull und Toro Rosso ohne Motorenpartner?

Red Bull und Toro Rosso sind die beiden einzigen Rennställe, die in der Formel 1 noch von Renault mit Motoren ausgerüstet werden. Ab 2016 müssen sie sich allerdings nach neuen Triebwerken umschauen. Ohne Motoren-Partner droht der Ausstieg dieser beiden Teams, und das wäre ein herber Verlust für die Formel 1.

Auch wenn viele Motorsport-Fans sich einen Einstieg von Volkswagen wünschen – bei Red Bull glauben die Strategen nicht so richtig daran. „Sie haben ihre Klasse im Motorsport ja schon demonstriert, aber in der Formel 1 bräuchte es zwei oder drei Jahre.“ Der Teamchef verriet an Rande des Rennens in Singapur, dass das Interesse von VW eher nur vage sei. Stattdessen setzt Red Bull auf Motoren aus Maranello. „Ferrari wäre sicher die beste Möglichkeit, einen konkurrenzfähigen Antrieb für die kommenden Jahre zu erhalten“, berichtet Horner nach Gesprächen mit den Italienern.

Außerdem müsste VW im Eiltempo die eigene Motorsport-Philosophie überdenken und ein komplett neues Programm starten. Derzeit sind die Wolfsburger mit dem Polo R WRC in der Rallye-Weltmeisterschaft am Start – und das überaus erfolgreich: In dieser Saison hat VW zum dritten Mal hintereinander den Fahrer-Titel und die Konstrukteurs-WM eingefahren. Warum also sollte der Konzern dieses erfolgreiche Projekt aufs Spiel setzen und für viele Millionen Euro das Risiko eines Formel-1-Abenteuers eingehen.

Anders stellt sich die Situation für die Konzern-Tochter Audi dar. Die Ingolstädter haben seit dem Jahr 2000 das berühmte 24-Stunden-Rennen von Le Mans dominiert, doch im Schatten der Formel 1 war das oft nur eine Randnotiz. Und in diesem Jahr feierte der deutsche Rivale Porsche gleich im zweiten Anlauf nach dem Comeback einen Doppelsieg und brachte Audi damit eine ganz bittere Niederlage bei. Zudem ist die Marke mit den vier Ringen noch im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) engagiert. Doch diese einst so populäre Rennserie findet immer weniger Beachtung: Das Reglement ist unübersichtlich, die Rennen sind langweilig, und Besserung scheint nicht in Sicht. Warum also nicht Formel 1?

„Marketing-Untersuchungen haben die Bedeutung der Formel 1 deutlich unterstrichen“, berichtet die Zeitschrift Auto Bild und beruft sich dabei auf Aussagen aus der Ingolstädter Vorstandsetage. Dem Vernehmen nach sollen angeblich nur noch ein paar Unterschriften fehlen, doch die Grundsatzentscheidung steht, schreibt das Blatt weiter. „Mit dem neuen Reglement sind ab 2018 auch die Voraussetzungen gegeben, aus der Formel 1 wieder die Königsklasse des Motorsports zu machen. Erfolge in dieser Rennserie zahlen direkt in die Marke ein“, so laut Auto Bild ein namentlich nicht genannter Audi-Vorstand.

Um in der Formel 1 konkurrenzfähig zu sein, benötigt ein Team einen Etat von mindestens geschätzten 200 Millionen Euro. Aber auch das ist noch lange keine Garantie für spätere Siege, wie das aktuelle Beispiel Honda sehr deutlich zeigt. Wenn die mit Honda-Motoren ausgerüsteten Boliden des englischen McLaren-Teams nicht gerade mit einem technischen Defekt ausfallen, fahren sie hoffnungslos hinterher. Und Honda hat im Gegensatz zu Audi langjährige Formel-1-Erfahrung, auch wenn diese glorreichen Zeiten schon lange zurückliegen.“Nach unserer Rechnung ist das Formel-1-Engagement annähernd kostenneutral“, heißt es beim Thema Kosten aus Ingolstadt. Zum einen würden Investoren aus dem Mittleren Osten einsteigen, die ausschließlich am finanziellen Erfolg ihres Engagements interessiert sind und damit nicht wie klassische Sponsoren denken. Zum anderen könnte man Red Bull in eine bestehende, sehr erfolgreiche Infrastruktur einsteigen. Das würde aber den werkseitigen Ausstieg aus allen anderen Rennserien bedeuten.

Der Vertrag mit Audi-Sportchef Ulrich wurde gerade erst um zwei Jahre verlängert, danach soll der frühere Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali seinen Posten übernehmen. „Um ein schlagkräftiges Team für die Formel 1 aufzubauen, müssen wir die Mannschaft aufstocken und die Integration mit Red Bull in Angriff nehmen“, wird ein Audi-Top-Manager zitiert. Red Bull würde nur noch als Sponsor auftreten, denn Audi strebt angeblich eine Komplettlösung mit eigenem Motor, Fahrzeug und Rennteam an. Doch diese Spekulationen sind nicht neu und haben sich in der Vergangenheit stets als Luftnummer entpuppt.

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