Auto-Studie: Kostenfalle Wertverlust
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Autofahren ist heute teurer als noch vor 30 Jahren. Der Grund sind jedoch nicht etwa die gestiegenen Kraftstoffpreise oder die höheren Werkstattkosten, sondern laut Progenium-Analyse ein immenser Anstieg des Wertverlusts am Pkw.

Die Experten wollten heraus finden, ob das Autofahren heute im Vergleich zu 1980 wirklich teurer ist und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen. Die Studie hat die Gesamtkosten des Kleinwagens VW Polo, der Mittelklasse-Limousine BMW 3er und der Oberklassen-Limousine Mercedes S-Klasse untersucht, aufgeteilt in Kraftstoff-, Werkstatt- und Reifen- sowie Fixkosten (Versicherung und Steuer) und den Wertverlust. Zu Grunde gelegt wurde jeweils ein Neuwagen, der vier Jahre lang jährlich 15 000 Kilometer zurücklegt.

Die Kraftstoffkosten haben sich der Untersuchung zufolge für den VW Polo zwischen 1980 und 2012 – inflationsbereinigt – um zwei Prozent verringert, während die Gesamtkosten um neun Prozent gestiegen sind. Die Kraftstoffkosten machten 1980 noch 36 Prozent an den Gesamtkosten aus, 2012 waren es noch 32 Prozent. Der Polo-Fahrer ließ im Jahr 1980 monatlich inflationsbereinigt 135 Euro an der Tankstelle, 2012 waren es nur noch 132 Euro. Der Kraftstoff ist für den Polo-Fahrer also heute – trotz der happigen Spritpreise – billiger als noch vor 32 Jahren. Auch wenn wir glauben, mehr als früher für Benzin zu berappen, sind die Kosten pro Kilometer dank der Einführung sparsamerer Motoren weitgehend konstant geblieben.

Ein noch deutlicheres Bild ergibt sich beim BMW und beim Mercedes. Während die Gesamtkosten für das Fahren eines BMW 3er zwischen 1980 und 2012 um 34 Prozent zunahmen, sanken die Kraftstoffkosten um sechs Prozent. Die Gesamtkosten der S-Klasse stiegen um 98 Prozent, die Spritkosten gaben jedoch um 21 Prozent nach. Musste der S-Klasse-Fahrer inflationsbereinigt für den gefahrenen Kilometer 1980 noch 17,4 Cent zahlen, so sind es 2012 nur noch 13,8 Cent.

Ähnlich sieht es bei den Werkstatt- und Reifenkosten aus. Berappte der Polofahrer 1980 dafür noch durchschnittlich 71 Euro pro Monat, sind es 2012 nur noch 33 Euro. Bei einem BMW 3er sanken die Werkstatt-/Reifenkosten von 86 auf 60 Euro im Monat, was einem Rückgang von gut 30 Prozent entspricht. Der S-Klasse Fahrer zahlt heute sogar nur noch 93 Euro oder fünf Prozent seiner Gesamtkosten für Wertstatt und Reifen. 1980 waren es noch 14 Prozent oder 123 Euro.

Weitgehend stabil entwickelten sich laut der Untersuchung die Fixkosten für Steuern und Versicherung in den vergangenen 32 Jahren. Der Polo-Fahrer kam 1980 auf 4,8 Cent pro Kilometer, den gleichen Betrag bezahlt er heute auch. Für einen BMW 3er wurden 1980 für den gefahrenen Kilometer 7,2 Cent an Fixkosten fällig, 2012 sind es 7,0 Cent. Die S-Klasse schlug 1980 mit 10,8 Cent pro gefahrenem Kilometer zu Buche, heute sind es 10,4 Cent.

Den Löwenanteil an den Gesamtkosten für den Pkw macht laut kfz betrieb online der Neuwagen-Wertverlust aus. Der Anteil dieser Kosten an den Gesamtkosten ist über die Jahre überproportional gestiegen. Beim Polo betrugen 1980 die Gesamtkosten inflationsbereinigt 378 Euro pro Monat, davon nur 112 Euro oder 30 Prozent für den Minderwert des Automobils. 2012 jedoch entfallen von den Gesamtkosten in Höhe von 413 Euro 181 Euro oder 44 Prozent auf den Wertverlust.

Bei Mittel- und Oberklassefahrzeugen wird die Steigerung noch deutlicher. 1980 machte der Wertverlust des BMW 3er 37 Prozent der Gesamtkosten aus, 2012 sind es 59 Prozent. Bei der S-Klasse betrug 1980 der Wertverlust lediglich 46 Prozent der Gesamtkosten, heute macht der Restwertverfall 77 Prozent an den Gesamtkosten aus. Von den monatlichen Kosten einer S-Klasse von 2012 in Höhe von 1 742 Euro entfallen 1 346 Euro auf den Wertverlust. Im Jahr 1980 fielen bei der S-Klasse inflationsbereinigt monatlich Kosten in Höhe von 878 Euro an, 403 Euro davon gingen auf das Konto des Minderwerts.

Bei allen drei Modellen stieg der Wertverlust stark an, während die restlichen Kosten im Vergleich stagnierten oder sogar sanken. Zum wahren Kostentreiber beim Autofahren haben sich laut der Studie also nicht die Sprit-, Werkstatt- oder Fixkosten entwickelt, sondern das Auto selbst.

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