Citroen in Argentinien: Ein perfektes Wochenende

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(adrivo.com) Wenn bei einer Rallye schwierigste Bedingungen herrschen und nur drei von 12 punktberechtigten WRC Fahrzeugen ohne größere Probleme ins Ziel kommen, kann ein Team, das zwei davon stellt, nur zufrieden sein. Wenn dann noch beide Fahrzeuge auf dem Podium landen, ein Fahrer die Rallye zum vierten Mal in Folge gewinnt und damit nicht nur einen neuen Rekord aufstellt, sondern auch die Führung in der Fahrer WM zurückerobert, sind den Superlativen Tür und Tor geöffnet. Entsprechend zufrieden war man bei Citroen über den fünften Sieg in Folge in Argentinien.

Auch nüchtern betrachtet hatte Citroen allen Grund sich über das Resultat zu freuen. Als das in der Nähe von Versailles ansässige Team zuletzt in Schweden mit einem Ausfall Loebs und dem durch eine Strafzeit gehandicapten Sordo eine schwache Rallye zeigte, nutze Ford das mit einem Dreifachsieg. Umso bitterer war es für Citroen als das Team bei der anschließenden Rallye Mexiko die Probleme Fords nicht nutzen und konnte und Ford – begünstigt durch den Ausfall Sordos – seinen Vorsprung in der WM Wertung sogar noch ausbauen konnte. Jetzt schwächelte der Titelverteidiger erneut und Citroen nutze die Chance: Fünf Punkte Vorsprung in der Fahrerwertung und nur noch drei Punkte in der Konstrukteurswertung, Citroen machte insgesamt nicht weniger als neun Punkte gut. Dass Conrad Rautenbach in einem privat eingesetzen C4 seine ersten Punkte erzielen konnte, rundete das Ergebnis für Citroen perfekt ab. Die Euphorie nach der Rallye war absolut berechtigt.

Dennoch sollte Citroen nicht den Fehler machen, die Konkurrenz zu unterschätzen. Citroen Piloten erzielten am Wochenende nur fünf von 21 möglichen Bestzeiten, sieben gingen an Subaru und sogar neun an Ford. Von mangelndem Speed zu sprechen, wäre sicherlich übertrieben, schließlich verwaltete Loeb ab dem zweiten Tag nur noch seinen Vorsprung und schließlich war es vielleicht sogar genau das entscheidende Erfolgsgeheimnis der Citroen Piloten unter den das ganze Wochenende herrschenden schwierigen Bedingungen nicht alles zu riskieren.

Gerade Loeb fiel in Argentinien durch seine Konstanz auf, so war er der einzige Fahrer, dem an jedem Tag mindestens eine Bestzeit gelang. In Sicherheit wiegen sollte sich Citroen trotzdem nicht, zu stark konnte Ford in den ersten Rallyes dieses Jahres auftrumpfen und zu eindeutig ist der Aufwärtstrend bei Subaru. Einen Bereich den Citroen dringend noch verbessern sollte, ist die Nutzung der Reifen. Der C4 scheint sehr schonend mit den Reifen umzugehen, jedoch auch Probleme zu haben, sie auf der notwendigen Temperatur zu halten. Gerade bei kälteren Rallyes könnte das noch zum Problem werden.

Citroen hat in Argentinien auf einen Schlag fast den gesamten Rückstand auf Ford in der Konstrukteurswertung aufgeholt. Bei den nächsten Rallyes wird es nun jedoch darum gehen, das Resultat aus Mexiko zu bestätigen. Nur wenn es gelingt dauerhaft beide Citroen ins Ziel zu bringen, wird das französische Team auch im Kampf um die Konstrukteurswertung nachhaltig mitreden können. Die im Vergleich zu BP Ford etwas unausgewogener scheinende Fahrerpaarung kann dabei sowohl zu einem Vorteil als auch zu einem Nachteil werden: Zum einen droht bei Citroen kein Hierarchiekampf zwischen den Fahren, auf der anderen Seite muss Citroen jedoch auch hoffen, dass das gute Resultat Sordo soweit beflügeln wird, dass er nicht nur bei künftigen Asphaltrallyes in der Lage sein wird, mit den Ford und Subaru zu konkurrieren. Denn auch in Argentinien konnte er das auf Ebene der Geschwindigkeit zumindest noch nicht.

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