Fahrbericht: BMW C 600 Sport und C 650 GT – Zwei auf einen Schlag
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Die beiden Neuen auf einen Blick Bilder

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Die Preise starten bei 11.100 Euro Bilder

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Die GT-Variante bietet unter anderem eine weichere Fahrwerksabstimmung, ein größeres Windschild und einen 60 Liter fassenden Sta Bilder

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Die GT-Version ist vor allem für die längere Strecke gedacht Bilder

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Im Helmfach ist Platz für zwei Bilder

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Das Armaturenbrett beherbergt neben dem analogen Tacho auch digitalen Drehzahlmesser, Kilometerzähler und Bordinfos Bilder

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Der Zweizylinermotor kommt auf 44 kW/60 PS Bilder

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Mit dem C600 Sport wagt BMW einen neuen Anlauf im Rollergeschäft Bilder

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Die Zeit heilt alle Wunden, das weiß auch die Motorradsparte von BMW. Vor zwölf Jahren mussten die Bayern für ihren überdachten Roller C1 viel Häme und Spot einstecken. Nach nur drei Jahren war Schluss mit dem Scooter-Experiment – bis jetzt. Die beiden neuen Roller C 600 Sport und C 650 GT sollen nun alles besser machen, eine Brücke schlagen zwischen dem Fahrspaß eines Motorrades und dem Komfort eines Maxi-Rollers. Die Preise orientieren sich dabei an größeren Maschinen und am Wettbewerb: Der C 600 Sport Roller kostet 11.100 Euro, der C 650 GT kommt auf mindestens 11.450 Euro. Die Konkurrenten Suzuki Burgmann 650 (10.290 Euro), Yamaha  TMax (10.995 Euro) und Honda SW-T 600 (9.255 Euro) liegen in einer ähnlichen Liga.

„Die großen Luxus-Roller sind für Stadtmenschen gedacht, die es satt haben, ständig im Stau zu stehen oder nach einem Parkplatz zu suchen“, sagt Peter Maier, Produktmanager Scooter bei BMW. [foto id=“407016″ size=“small“ position=“right“]Vor allem in den traditionellen Motorradmärkten Italien, Spanien und Frankreich sind die sogenannten Maxi-Scooter sehr beliebt. Sie gelten dort eher als tägliches Fortbewegungsmittel und nicht wie bei uns als Freizeitgerät. Im Gegensatz zum Motorrad kann sich der Fahrer bequem im feinen Anzug zur Arbeit durch den Verkehr schlängeln, ohne sich schmutzig zu machen. Denn die üppige Verkleidung schützt vor Wind und Wetter, die breite Sitzbank lädt zur bequemen Fahrt ein, in das Staufach passen während der Fahrt ein Laptop und danach der Helm rein. Der kräftige Motor braucht keine Ampelstarts zu fürchten. Selbst in der 3,2 Millionen Stadt Madrid nicht, in der sich Roller aller Hubraumklassen täglich an den Ampelkreuzungen Sprint-Rennen liefern.

Der BWM Scooter wird vorne an der Linie stehen. Dafür sorgt der neuentwickelte 647 ccm große Zweizylindermotor mit 44 kW/60 PS und 66 Newtonmeter Drehmoment, der für eine bequeme Handhabung mit einem CVT-Getriebe gekoppelt ist. Im Stadtgetümmel sucht es aber ein wenig nach der richtigen Übersetzung. [foto id=“407017″ size=“small“ position=“right“]Auch die Vibrationen nerven etwas im Leerlauf, sind aber bei der Fahrt nicht mehr spürbar. Der Verbrauch von rund fünf Liter auf 100 Kilometer ist akzeptabel, aber nicht sensationell. Aus dem Stand beschleunigt der Twin mit brummigem Unterton den Zweisitzer wie an einem Gummi gezogen in 7,1 Sekunden auf 100 km/h und hängt konstant eng am Gas – trotz des hohen Leergewichts von 249 Kilogramm. Außerhalb jeder Geschwindigkeitsbegrenzung sind beide Luxus-Roller für 175 km/h gut, selbst bei extrem lässiger Sofa-Liege-Position mit ausgestreckten Beinen. Sauber abgestimmt zeigen sich neben dem Fahrwerk, das selbst Schlaglöcher locker wegsteckt, auch die beiden vorderen Scheibenbremsen (inklusiv serienmäßigem ABS), die eine sanfte Stop-and-go-Fahrt ermöglichen. Raus aus der Stadt verhalten sich „Sport“ und „GT“ mit ihren 15-Zoll-Rädern wie große Motorräder: Auch bei höheren Geschwindigkeiten bleibt ein nervöses Pendeln aus, die Maschinen ziehen stur ihre Bahn. Die BMW lässt sich leicht um Kurven zirkulieren und giert nach jedem Meter freiem Asphalt. „Wir haben uns auf unsere Kompetenz besinnt und uns unter anderem viel Mühe beim Fahrwerk und Motor gegeben“, sagt BMW Motorrad-Chef Hendrik von Kuenheim. Für Motorradfahrer ist aber die Sitzposition vor allem bei schnellen Kurven ungewohnt: Ohne den Tank zwischen den Beinen stellt sich kein enger Kontakt zur Maschine her.

Es sind aber neben dem durchzugsstarken Motor eher die kleinen Dinge, die den BMW-Roller interessant machen: Das beleuchtete (!) Staufach unter der weichen und bequemen Sitzbank bietet beim „Sport“ eine Ausziehtasche („Flex Case“), sodass zwei Integralhelme Platz haben, die Spoilerscheibe ist in drei Stufen verstellbar, beim „GT“ sogar stufenlos elektrisch. Neben der Griffheizung bietet BMW im „Highline-Paket“ ab 790 Euro unter anderem auch einen Sitzbankheizung für Fahrer und Sozius an. Kleinigkeiten verschwinden schnell in den beiden Staufächern (eines abschließbar) im Cockpit. Das Armaturenbrett beherbergt neben dem analogen Tacho auch digitalen Drehzahlmesser, Kilometerzähler und Bordinfos wie Temperatur, Durchschnittsverbrauch, Uhrzeit und Reifendruck. Vor bösen Umfallern schützt die automatische Parkbremse, die beim Ausklappen des Seitenständers aktiviert wird. Optional ist ein LED-Tagfahrlicht erhältlich. Alles Ausstattungsdetails, die man eher von großen Maschinen kennt.

Der „Sport“ soll die eher dynamischen Fahrer ansprechen, der „GT“ die Tourenfahrer, die mehr Wert auf Komfort legen. Die beiden Varianten, die in Berlin gebaut werden, unterscheiden außer bei der Ausstattung noch bei Gewicht („GT“ plus 12 Kilogramm) und Optik. Die „GT“-Variante bietet unter anderem eine weichere Fahrwerksabstimmung und Sitzbank, ein größeres Windschild, einen 60 Liter fassenden Stauraum, eine andere Front, in die Außenspiegel integrierte Blinker und breitere Fußstützen.

Unschön sind bei beiden die scharfen Kanten unterhalb der Sitzbank, der labbrige Tankdeckel davor und die zerklüftete Verkleidung, die eine Reinigung mühsam macht. Auch der Einstieg ist nicht besonders [foto id=“407018″ size=“small“ position=“right“]tief und eben wie beim Roller-Ur-Meter Vespa. Doch das scheint die Kunden laut BMW weniger zu interessieren. Die Münchner, die beim klassischen Motorrad schon in 16 Ländern Marktführer sind, erhoffen sich von den beiden neuen Maschinen im nächsten Jahr einen weltweiten Absatz von 10.000 Fahrzeugen und damit eine Gesamtabsatzerhöhung um zehn Prozent. Damit soll aber nicht Schluss sein. Unter dem neuen Schlagwort „urbane Mobilität“ feilen die Bayern an weiteren Stadtfahrzeugen, unter anderem an einem Elektroroller, der nächstes Jahr auf den Markt kommen soll. Auch Maschinen mit kleinerem Hubraum sind durchaus denkbar.

BMW C 600 Sport / C 650 GT – Technische Daten:

Motor:

Wassergekühlter Parallel-Zweizylinder-Viertakter, Hubraum 647 ccm, Leistung 44 kW/60 PS bei 7.500 U/min, max. Drehmoment 66 Nm bei 6.000 U/min, CVT-Automatikgetriebe mit Fliehkraftkupplung, Kette im Ölbad

Fahrwerk:

Brücken-Stahlrohrrahmen, vorn Telegabel mit 40 mm Standrohrdurchmesser, Hinterradaufhängung mit zentralem Federbein und Einarm-Gussschwinge, Doppelscheibenbremse vorn 270 mm und Einscheibenbremse hinten 270 mm, ABS

Maße und Gewichte:

Länge: 2,15 Meter (2,21 Meter), Breite 0,87 Meter (0,91 Meter), Sitzhöhe: 0,81 Meter (0,78 Meter), Leergewicht 249 kg vollgetankt (261 kg), Zuladung 196 kg (184 kg), Tankinhalt 16 Liter, theoretische Reichweite 285 Kilometer

Fahrleistungen:

Vmax ca. 175 km/h, 0 auf 100 km/h: 7,1 s (7,5 s), Verbrauch: 5,6 Liter, Preis: 11.100 Euro (11.450 Euro)

(in Klammern Werte für BMW C 650 GT)

BMW C 600 Sport / C 650 GT- Kurzcharakteristik:

Alternative zu:

Suzuki Burgmann 650 (10.290 Euro), Yamaha  TMax (10.995 Euro), Honda SW-T 600 (9.255 Euro), Aprilia SRV 850 (kommt noch dieses Jahr auf den Markt)

Passt zu:

Stadtmenschen, die einen schnellen Luxus-Scooter suchen, um damit morgens durch den Stau ins Büro zu huschen

Sieht gut aus:

in Blau an der Ampelkreuzung auf der Pole Position

 

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