Chrysler

Fahrbericht Chrysler Voyager 2,8 CRD: Der Euro-Ami mit Diesel und Automatik

Der Chrysler Voyager ist der Urvater aller Großraumlimousinen. 1983 erblickte er als erster "Minivan" im Land der "Full-Size-Vans" das Licht der Welt, 1988 kam er als einer der Van-Pioniere aus Amerika nach Deutschland.
Chrysler Voyager. Foto: Auto-Reporter
Seit dem Start vor rund 20 Jahren verkaufte Chrysler mehr als zehn Millionen Voyager weltweit. Produziert wird der Ami-Van für den deutschen Markt ausschließlich im österreichischen Eurostar-Werk in Graz.
Die aktuelle vierte Generation, die mit kurzem Radstand als Voyager und mit langem Radstand als Grand Voyager auf den Markt kommt, entspricht in den Abmessungen von 4,80 und 5,10 Metern exakt dem Vorgänger. Zielgruppengerecht heißt der Einstiegs-Voyager weiterhin "Family", und auch optisch ist die Modellpflege zum Modelljahr 2004 mit größerem Kühlergrill und neuen Scheinwerfern erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Innen haben die Designer das Cockpit überarbeitet und die Verarbeitungsqualität beachtlich verbessert. Nichts knarrt oder quietscht. Die Sitze bieten deutlich mehr Seitenhalt und sind insgesamt körpergerechter geformt.
Ganz neu dagegen ist die Motor-Getriebekombination Diesel und Automatik, und damit ist der "Ami" in Europa angekommen: Der neue 2,8-Liter-Vierzylinder wird bei der Detroit Diesel Tochter VM Motori im italienischen Cento Ferrara bei Bologna gebaut und kommt auch im Grand Cherokee zum Einsatz. Er entwickelt 110 kW/150 PS bei 3800/min und wuchtet gewaltige 360 Newtonmeter Drehmoment bei 1800/min an die Kurbelwelle – Respekt! Entsprechend durchzugsstark gibt sich der Vater aller Minivans bei der Beschleunigung. In 11,9 Sekunden beschleunigt er aus dem Stand auf 100 km/h und weiter bis auf 180 km/h Höchstgeschwindigkeit. Dabei gibt er sich mit 8,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer äußerst bescheiden; erfüllt aber wegen des enormen Fahrzeuggewichtes von 2570 Kilogramm nur die Euro-2-Abgasnorm. Dieseltypische Geräuschentwicklung vernimmt man nur noch beim Kaltstart, danach bleibt der Vierzylinder erstaunlich leise und zurückhaltend, wie man es von einer großen Reiselimousine erwartet. Sein Fahrwerk erfreut mit einem ordentlichen Komfort, selbst schnell gefahrene Kurven nimmt der Voyager mit Gelassenheit. Serienmäßig verfügt der Voyager über ABS, Airbags für den Fahrer und Beifahrer sowie Sidebags, Kopfstützen und Dreipunktgurte auf allen Plätzen und eine Kindersicherung an den seitlichen Schiebetüren, die jedoch wie bisher völlig ungedämpft ins Schloss knallen. Wehe den Kinderfingern, die dazwischen geraten! Hoffnung gibt es nur für jene, die in der exklusiven Limited Version dazwischen geraten: Im Limited lassen sich Heckklappe und Schiebetüren elektrisch öffnen und schließen. Sobald ein geringer Widerstand den Mechanismus hemmt, stoppt das System und – Finger gerettet.
Neben dem neuen Diesel bietet Chrysler zwei Benziner sowie einen Common-Rail-Diesel an. Basistriebwerk ist der 2,4-Liter-Benziner mit 108 kW/147 PS. Der 2,5-Liter-CRD Common-Rail-Direkteinspritzer-Turbodiesel mit 104 kW/142 PS soll ersatzlos gestrichen werden, wenn sich der neue 2,8-Liter etabliert hat. Topmotor ist der128 kW/174 PS starke 3,3-Liter-V6, der Chrysler ausschließlich mit der Vierstufenautomatik kombiniert und optional mit Allradantrieb anbietet. Bis zu sieben Personen können im je nach Bestuhlung im Voyager mitreisen. Gewaltige 920 Liter beträgt das Gepäckraumvolumen im Grand Voyager bei voller Besetzung. Reisen nur zwei Personen, dann erhöht sich das Laderaumvolumen auf 4130 Liter. Sehr praktisch: Man muss die Sitze nicht komplett ausbauen, um eine ebene Ladefläche zu schaffen. Umklappen der Rücklehnen genügt, und dann entsteht eine Ladeebene quasi in der 1.Etage.
In drei Ausstattungslinien bietet Chrysler den Voyager in Deutschland an. Schon die siebensitzige Basisversion Family ist reichlich bestückt. Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und Tempomat gehören zur Serie. In der SE-Version kommen elektrisch anklappbare Außenspiegel, Radio mit CD-Spieler, Zweizonen-Klimaautomatik dazu. Die LX-Version bietet darüber hinaus Lederlenkrad, Ledersitze mit Sitzheizung vorn, Schweinwerferreinigungsanlage und Walnussholz auf der Mittelkonsole. Die Topversion Limited bietet neben sechs Einzelsitzen dann noch eine Mittelkonsole, die wahlweise zwischen den Front oder den mittleren Sitzen eingebaut werden kann sowie einen vierfach CD-Wechsler in der Mittelkonsole, Ledersitze mit Sitzheizung und eine Dreizonen-Klimaautomatik mit getrennter Regelung für Fahrer, Beifahrer, und Rückraum und elektrisch öffnende (und schließende) Schiebetüren, sowie eine elektrische Heckklappe.
Die Preisrahmen des neuen Chrysler Voyager 2,8 CDR, der ab sofort bei den Händlern steht, ist breit gespannt – von 27 400 Euro für den Chrysler Voyager Family bis 43 900 Euro für den Chrysler Grand Voyager Limited 2,8 CDR.
Von Rolf-Peter Bleeker
19. April 2004. Quelle: Auto-Reporter

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