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Fahrbericht: Kelleners KS1-RS – Die Härte
Fahrbericht: Kelleners KS1-RS - Die Härte Bilder

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Das Kelleners-Feuerwerk lässt sich stufenweise zünden Bilder

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er von uns bewegte Testwagen ist mit zweifarbigen Sportsitzen und weißen Interieurleisten ausgerüstet Bilder

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Übrigens modifiziert Kelleners das 1er M Coupé auf Wunsch auch optisch Bilder

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Für die Kraftübertragung auf die Straße sorgt ausschließlich ein etwas knochiges Sechsgang-Getriebe Bilder

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Der KS1-RS röhrt beim Kaltstart ungeniert drauflos Bilder

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Basisaggregat im 1er M Coupé ist der N55-Dreiliter-Reihensechszylinder von BMW Bilder

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Die volle Anzahl der Pferdestärken liegt bei 5.700 U/min an Bilder

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309 kW/420 PS leistet das Triebwerk Bilder

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Das jüngste Produkt der Tuningschmiede hört auf das Kürzel KS-1 RS Bilder

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Die Härte Bilder

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BMW – das stand einmal für reine Sportlichkeit. Inzwischen definiert man sich in München-Milbertshofen vornehmlich über „efficient dynamics“. Um Hinterradantrieb und starke Sechszylinder-Motoren geht es da nur noch am Rande. Für die Pflege der klassischen Klientel bedient man sich noch der hauseigenen M GmbH, die in der Daimlerstraße in Garching residiert.

Veredeltes 1er M-Coupé

Dort ist man mit den monströsen M-Derivaten der Geländewagen X5 und X6 zwar längst von der reinen Lehre sportlicher Leichtigkeit abgefallen. Doch diesen Sündenfällen steht das 1er M Coupé gegenüber – die seit langem beste Idee, die Münchens nördlicher Peripherie entstammt: ein leistungsgesteigertes Derivat des 1er, mit M3-Hinterachse und verbreiterter Karosserie. Doch selbst dieses rasante Coupé bietet Raum für Verbesserungen: sein Vorwärtsdrang wird bei 250 km/h abgeregelt – und die Liste der verfügbaren Sonderausstattungen ist kurz. Eine Steilvorlage für Veredler wie die Merziger Firma Kelleners, die in der Tuningszene seit längerem einen guten Namen genießt.

Das jüngste Produkt der Tuningschmiede hört auf das Kürzel KS-1 RS – und es bedurfte lediglich eines vergrößerten Ladeluftkühlers, einer umprogrammierten Motor-Software und neuen Turbo-Downpipes, um die Leistung von 250 kW/340 PS auf stolze 309 kW/420 PS zu steigern. Die volle Anzahl der Pferdestärken liegt schon 200 Umdrehungen niedriger, nämlich bei 5.700 U/min, an. Und während das Serienmodell im Bereich von 1.500 bis 4.500 U/min den Spitzenwert von 450 Nm Drehmoment abgibt (kurzzeitig sind es bis zu 500 Nm), so liegt der entsprechende Wert beim KS1-RS bei 590 Nm, die bei exakt 3.100 U/min anliegen.

Mehr Leistung, besserer Sound[foto id=“397270″ size=“small“ position=“right“]

Basisaggregat im 1er M Coupé ist der N55-Dreiliter-Reihensechszylinder von BMW, der über zwei Turbolader verfügt – im Gegensatz zum gleich großen N54-Motor im 210 kW/306 PS starken 135i, der nur noch von einem Turbolader zwangsbeatmet wird. Der Biturbo lässt sich leichter tunen; und dass der N55 besser als der N54 klingt, ist ein angenehmer Nebeneffekt, der durch die Kelleners-spezifische Vierrohr-Auspuffanlage aus Edelstahl nochmals auf das erfreulichste unterstrichen wird. Der KS1-RS röhrt beim Kaltstart ungeniert drauflos und trompetet seine Leistung beim Beschleunigen frech heraus – eine wahre Wohltat für PS-Aficionados.

Fahrwerk

Für die Kraftübertragung auf die Straße sorgt ausschließlich ein etwas knochiges Sechsgang-Getriebe, dessen Anschlüsse beim Durchbeschleunigen hervorragend passen. Das hart abgestimmte BMW-Serienfahrwerk wird bei Kelleners optional durch ein Gewindefahrwerk mit einstellbarer Zug- und Druckstufe ersetzt. Was bleibt, ist die Tendenz zum Übersteuern, die von der serienmäßigen Stabilitätskontrolle mühsam in Zaum gehalten wird. Wer das System abschaltet, erlebt Momente der ungetrübten Freude oder des Schreckens, je nach Reaktionsschnelligkeit. Der kurze Radstand des 1er Coupé ist spürbar, das Fahrzeug etwas nervös.

Fahreindruck

Der 70-PS-Sprung war bei unserem Testwagen durchaus spürbar: In allen Lebenslagen tritt der Sechszylinder nochmals nachdrücklicher an; die Höchstgeschwindigkeit lag bei rund 300 km/h. Das serienmäßige M Coupé läuft bereits bei 250 km/h in den Abregler – und darf dann jedem Porsche Boxster und jeder entsperrten Luxuslimousine artig den Vortritt lassen. Der KS1-RS erspart seinem Besitzer derartige Erniedrigungen, auch wenn der Vortrieb ab 280 km/h deutlich nachlässt. Bereits ab 200 km/h stören übrigens erhebliche Windgeräusche im Bereich der Türrahmen.  Schade ist, dass die Merziger das Gewicht des kompakten Sportlers nicht verringert haben: Mit 1.570 Kilogramm hat der KS1-RS, genau wie seine technische Basis, etliche Kilo zu viel auf den Rippen.

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Übrigens modifiziert Kelleners das 1er M Coupé auf Wunsch auch optisch: Der von uns bewegte Testwagen ist mit zweifarbigen Sportsitzen und weißen Interieurleisten ausgerüstet; außen künden weiße Sportstreifen, ein Heckspoiler aus Kohlefaser-Verbundmaterial und eine vordere Spoilerlippe vom Sonderstatus des KS1-RS. Die unteren Lufteinlässe sind mit spezifischem Edelstahlgewebe verblendet.

Preise

Das Kelleners-Feuerwerk lässt sich stufenweise zünden: Der einfachste Leistungskit kostet kaum 2.000 Euro, alle weiteren technischen und optischen Modifikationen sind dann einzeln zu erhalten. Der Grundpreis des 1er M Coupé beträgt 50.500 Euro. Und wer so viel Geld auspackt, sollte durchaus darüber nachdenken, das Potential des Fahrzeugs mit einer überschaubaren Zusatzinvestition nochmals spürbar zu steigern. Ob es dann auch noch der KS1-RS-Schriftzug sein muss, sei dahingestellt. Dieser kompakte Bolide hätte jedenfalls ein hochwertigeres Typenschild verdient.

 

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