Fahrbericht Moto Guzzi Stelvio NTX: Die etwas andere Reiseenduro
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Seine Reiseenduro Stelvio hat Moto Guzzi nun motorseitig optimiert und in der neuen NTX-Version mit serienmäßigem ABS und umfangreicher Reiseausstattung aufgewertet. Dies ist mit einem klaren Ziel verbunden: Endlich im Gehege des unangefochtenen Platzhirschs im Reiserevier, der BMW R 1200 GS, zu wildern.

Das war den Italienern mit der Basisversion der Stelvio nämlich nicht gelungen, die in vielen Punkten nicht an das bayerische Vorzeige-Bike heranreichen konnte. Das haben sich die Entwickler in Mandello del Lario am Comer See zu Herzen genommen und vor allem ihren charakteristischen Antrieb artgerechter als bisher gestaltet.

Aggregat

Der für Moto Guzzi so typische V2-Motor, der seine luft-/ölgekühlten Zylinder im 90-Grad-Winkel rechts und links aus dem Motorrad herausstreckt, besitzt nach wie vor einen satten Hubraum von 1 151 ccm. Vierventiltechnik, eine obenliegende Nockenwelle und die elektronische Kraftstoffeinspritzung weisen ihn als [foto id=“91387″ size=“small“ position=“right“]hochmodernes Aggregat aus, das sämtliche Abgas- und Geräuschregularien erfüllt. Innere Modifikationen wie zahmere Nockenwellen, ein größerer Luftfilter und eine überarbeitete Motorsteuerung verhelfen dem riesigen Motor zu mehr Kraft gerade im unteren und mittleren Drehzahlbereich, in dem Reiseenduros vorzugsweise bewegt werden.

Leistung

Voll ausgefahren, hievt die Guzzi 113 Nm Drehmoment bei 5 800 U/min auf die Kurbelwelle, die maximale Leistung von 77 kW/105 PS liegt bei 7 250 Touren an. So optimiert gefällt die Stelvio NTX in Kurvenparadiesen mit einer sehr harmonischen und gleichmäßigen Leistungsentfaltung. Sanft und gut beherrschbar nimmt der mächtige Motor das Gas an und lässt sich exakt kontrollieren, die gute Laufruhe und der erstaunlich satte Klang aus dem großen Schalldämpfer fördert den Fahrgenuss zusätzlich.

Getriebe & Kupplung

Sehr gut funktioniert das Sechsganggetriebe, es rastet sauber ein und verwöhnt mit geringen Betätigungskräften. Auch die Kupplung verlangt nur wenig Handkraft, und die Gangwechsel gehen geschmeidig vonstatten. Das liegt auch an der neuerdings verringerten Schwungmasse, die das Aggregat lebendiger hochdrehen lässt und beim Schalten einen größeren Drehzahlbereich toleriert. Doch so eloquent und zivilisiert der große Guzzi-Motor auch arbeitet, sportlich orientierte Motorradfahrer würden sich mehr Punch aus einem [foto id=“91388″ size=“small“ position=“left“]solch mächtigen Hubraum wünschen. Gemäßigten Tourenfahrern kommt diese Charakteristik jedoch zupass.

Genau so wie der Arbeitsplatz

Wahlweise in 84 oder 86 Zentimeter Höhe angesiedelt, bietet die für guten Knieschluss und Bodenkontakt vorn sehr schmal geschnittene Sitzbank ein angenehmes Ambiente. Absolut bequem fällt der Griff an den breiten Lenker aus, die aufrechte Oberkörperhaltung bietet beste Übersicht. Aus dieser Warte verliert das im Stand noch mächtig erscheinende Kraftrad einiges von seiner statischen Bedrohlichkeit. Ein weiterer Batzen verfliegt mit dem Losfahren. Das stattliche Gewicht von 251 Kilogramm zeigt sich gut verteilt, das Fahrwerk gut ausbalanciert, und die Guzzi stürmt agil die Serpentinen hinauf und flitzt stabil durch alle Kehren. Ein guter Teil der Handlichkeit geht auf das Konto des schmaleren 150/70er Hinterrades, das im Bedarfsfall mit grobstolligeren Profilen für herzhafte Geländeausritte bestückt werden kann.

Jagdrevier

Haupteinsatzgebiet der Reiseenduro bleibt aber die Straße. Dabei spielen Reisequalitäten wie der Wind- und Wetterschutz eine große Rolle. Bei Regen schlägt sich die Guzzi wacker: Die Reifen haben soliden Nassgrip, das Motorrad fährt sehr kontrollierbar und gutmütig. Hinter dem Vorbau mit der mechanisch etwas hemdsärmelig verstellbaren Scheibe genießt der Fahrer guten Wetterschutz, allein der Helm bleibt schutzlos dem Unbill Petrus‘ [foto id=“91389″ size=“small“ position=“right“]ausgesetzt. Unter diesen Bedingungen freut man sich über das serienmäßige ABS, das gefahrloses effektives Bremsen ermöglicht. Tourenfahrer freuen sich über die Ausstattung mit großen, gut beladbaren Koffer im Abenteuerstil. Allerdings fehlt hier ein Tragegriff, der nach der Demontage die Mitnahme erleichtern würde. In der Anzeige des Cockpits werden auf Knopfdruck zahlreiche Informationen inklusive Durchschnittsverbrauch, Tripzähler und Temperaturanzeige angezeigt. Die Tankanzeige mit zwei großen Balken gibt jedoch nur wenig Aufschluss über den tatsächlichen Füllgrad.

Fazit

Selbst bei genauerem Hinsehen entpuppt sich die Verarbeitung als sehr ordentlich, die Spaltmaße fallen gering aus und die Lackqualität macht einen überzeugend guten Eindruck. Insofern hat die neue Moto Guzzi Stelvio NTX in der Tat den Abstand zum Bestseller BMW R 1200 GS deutlich verringern können. Bei einem Preis von 15 790 Euro bietet sie sich diejenigen an, die nach dem Besonderen suchen und keine großen Kompromisse hinsichtlich Qualität und Fahrvergnügen eingehen wollen.

Teststeno Moto Guzzi Stelvio NTX

Reiseenduro mit luft-/ölgekühltem Zweizylinder-90 Grad-V-Motor,
vier Ventile je Zylinder, Hubraum 1151 ccm,
max. Leistung 77 kW/105 PS bei 7 250 U/min,
max. Drehmoment 113 Nm bei 5 800 U/min,
elektronische Kraftstoffeinspritzung, geregelter Katalysator,
Sechsganggetriebe, Kardanantrieb,
Stahl-Schleifenrahmen, Telegabel, Stahl-Einarmschwinge mit einem Federbein,
zwei Scheibenbremsen vorn, eine hinten, ABS,
Sitzhöhe 84/86 cm,
Tankinhalt 18,0 Liter,
Leergewicht 251 kg;
Preis 15 790 Euro.

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