Fahrradtechnik – Rückenwind zum Nachrüsten
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Die E-Bike-Welle rollt, doch viele Hobbyradler fühlen sich irgendwie im Abseits. Sie besitzen zwar hochwertige Räder, denen aber der elektrische Rückenwind zum neuen Wohlfühlradeln fehlt, und deshalb suchen sie nach Lösungen, wie sich die elektrische Unterstützung nachträglich montieren lässt.

Das Thema ist in der Branche durchaus umstritten. Vor allem die E-Bike-Hersteller stehen der Konkurrenz sehr kritisch gegenüber und warnen vor derartigen Aktionen. Schließlich wollen sie ihre Modelle verkaufen. Dabei ist es inzwischen technisch möglich, konventionelle Räder aufzurüsten, doch längst nicht alle Spezialisten halten, was sie in der Werbung versprechen, und außerdem ist es nicht allein damit getan, Motor und Batterie zu montieren, um dann mit dem nachgerüsteten E-Bike auf Tour zu gehen.

Nichts für Bastler

„Die nachträgliche Montage eines Elektroantriebs ist nichts für Bastler“, erklärt Gerhard Brenner, der sich in seinem Betrieb „Rad und Tat“ in Korb auf die Umrüstung von konventionellen Fahrrädern auf E-Bikes spezialisiert hat. Allerdings bekommt bei dem Ingenieur längst nicht jedes Rad die elektrische Unterstützung. „Bei einem 15 Jahre alten Alurad lässt sich absehen, dass der Rahmen die zusätzliche Belastung nicht lange mitmacht und bricht. Und auch bei Rädern mit altertümlichen Bremsen rate ich von einem Umbau ab.“ Aber: „Viele vor ältere Kunden haben sich vor einigen Jahren ein hochwertiges Trekkingrad gekauft und wollen nun komfortabler radeln, und da ist es kein Problem, einen Nachbausatz zu montieren.“

Das Gewicht des zusätzlichen Antriebs spielt bei den Umbauten zumeist keine Rolle, denn die Deutsche Industrienorm verlangt von den Rädern, dass sie ein Gewicht von 110 Kilogramm tragen müssen. Der Elektroantrieb bringt rund sieben Kilo zusätzliches Gewicht und den Rahmen daher kaum in Gefahr. Die größere Belastung stellt hingegen die höhere Geschwindigkeit dar, die nach dem Umbau mit den Rädern gefahren werden. Für den Einbau eines Elektroantriebs von PowerBike berechnet Brenner rund 1.400 Euro.

Bis der Kunde dann sein aufgerüstetes Rad in Empfang nehmen kann, vergeht rund eine Woche, und daher warnt Brenner vor Versprechen, die eine Einbauzeit von ein bis drei Stunden ankündigen und schildert die komplexe Arbeit. Unter anderem müssen neben den Antriebskomponenten Display, Akku, Controller, Drehzahlgeber und Bremsgriffe mit Schaltkontakt montiert werden. Bei einem Hinterradantrieb wird außerdem noch eine neue Kassette fällig und die Speichen müssen unter Umstände neu ausgerichtet werden. „Für den Umbau ist viel technisches Wissen notwendig, das zurzeit noch nicht in die Ausbildung der Fahrradmonteure eingeflossen ist. Dort spielt die Elektrik noch keine Rolle,“ meint Brenner, der in diesem Jahr bereits 75 Räder elektrifiziert hat und dabei auch in Kauf nimmt, dass er durch den Umbau juristisch zum Hersteller wird und die entsprechenden Verpflichtungen übernehmen muss.

Aus der Schweiz kommt ein neuer Umbausatz, der auf der Eurobike im vergangenen Herbst mit einem Gold Award ausgezeichnet wurde. Das System von Pedalix lässt sich nach Angaben des Herstellers an so gut wie jedem Rad anpassen und bietet neben einem 250 Watt starken Motor unter anderem einen Lithium-Polymer-Akku, Slow-Start System für eine schonende Stopp-Start-Automatik und eine Akku-Pack-Anzeige. Die Kraftübertragung der einschließlich Akku nur 2,6 Kilogramm schweren Einheit erinnert an die französische Velo Solex, nur dass bei Pedalix eine Rolle das Hinterrad antreiebt. Aktuell beschleunigt die Anlage das Rad auf maximal 25 km/h. Eine „offene Version“ mit Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h läuft bereits im Testbetrieb und wird demnächst die EU-Prüfungen absolvieren. Zurzeit wird der Pedalix-Antrieb in der Schweiz für 1.595 Franken (ca. 1.260 Euro)  angeboten. Das Unternehmen arbeitet aber an einem europaweiten Händlernetz.

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