Faszination Taxi: “Black Cabs“ für Alle
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Bald sollen die berühmten schwarzen Taxis auch in Rom und Mailand auf Fahrgast-Jagd gehen. Bilder

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Das typische britische Taxi ist schwarz. Bilder

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Motorisierte Taxis gibt es schon fast so lange, wie es Autos gibt. Das erste Taxiunternehmen in Deutschland ging bereits im Jahr 1893 an den Start. Fritz Lutzmann – Erfinder, Automobilkonstrukteur und Taxi-Pionier – bot unmotorisierten Zeitgenossen einen Fahrservice zwischen Dessau und Wörlitz an. Fast 120 Jahre später sind deutschlandweit rund 50 000 Taxis registriert. Die Chauffeure sind nicht selten Menschen mit akademischer Bildung, die einen klassischen Karriereweg nicht gehen wollen oder können, zum Beispiel weil der Abschluss fehlt oder im Ausland abgelegte Examen in Deutschland nicht anerkannt werden.

Wer Taxi-Dienste anbieten darf und wie ein Taxi auszusehen hat, regelt in Deutschland das Personenbeförderungsgesetz. Während der Chauffeur neben dem Führerschein auch Ortskenntnisse, tadellose Führung und allgemeine Tauglichkeit für sein Gewerbe nachzuweisen hat, muss das motorisierte Taxi mindestens über zwei Achsen, vier Räder und zwei Türen an der Bordsteinseite verfügen, um den Dienst als Motortaxi antreten zu können. Nur für Fahrradtaxen gelten andere Bestimmungen. Zur technischen Grundausstattung gehören auch das gelbe Schild auf dem Dach, ein geeichtes und behördlich genehmigtes Taxameter sowie der Taxi-Alarm, der vom Fahrer als Licht- und Hupsignal oder als stiller Alarm – bei dem das Taxischild auf dem Dach blinkt – ausgelöst werden kann.

Schutz von Taxifahrern

In den 1960er Jahren wurden in der Bundesrepublik besonders strenge Sicherheitsreglements zum Schutz von Taxifahrern eingeführt. Nach einer Häufung von gewaltsamen Übergriffen und etlichen Taximorden hatte das Bundesverkehrsministerium 1966 die „Trennwandverordnung“ erlassen. Ein Jahr später trat sie in Kraft und binnen Jahresfrist mussten alle Taxis mit einer kugelsicheren Trennwand aus Panzerglas ausgerüstet werden. Das allerdings schränkte den Fahrkomfort erheblich ein. Größere Fahrer konnten den Sitz nicht mehr ausreichend weit nach hinten schieben und im Sommer herrschte im zweigeteilten Fahrzeug häufig dicke Luft. Zudem erhöhte die Trennwand das Gewicht der Autos und damit den Kraftstoffverbrauch. Es kam zu unzähligen Beschwerden und bereits 1969 hob die Bundesregierung die Trennwandverordnung wieder auf.[foto id=“353764″ size=“small“ position=“left“]

Andere Länder, andere Sitten

Bis 1971 waren alle bundesdeutschen Taxis schwarz. Dann wurde es einiges bunter im Land und den Taxen wurde statt des klassischen schwarzen Blechkleides ein hellbeiges Outfit verordnet. Inzwischen haben einige Bundesländer die Farbwahl für die äußere Hülle der öffentlichen Chauffeurwagen wieder freigegeben. So stehen beispielsweise vor dem Wolfsburger Hauptbahnhof heute wieder schmucke schwarze Limousinen. Andere Länder, andere Sitten – das gilt auch für die Taxikultur. Die New Yorker haben ihre Yellow Cabs, in Asien und in Lateinamerika gehören dreirädrige Taxi-Rikschas und Motorradtaxis zum Straßenbild, und aus der Verkehrsinfrastruktur der Türkei ist das Sammeltaxi „Dolmus“ nicht wegzudenken. Wer mitfahren will, winkt dem Fahrer zu und kann – sofern es noch Platz gibt – gemeinsam mit anderen Passagieren zum Ziel oder zumindest ein Stück des Weges fahren. Selbst die entlegensten Ecken des Landes lassen sich auf diese Weise ziemlich gut und vergleichsweise günstig erreichen.

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Gute Chauffeursitten

Die Briten dagegen sind stolz auf ihre besonders gepflegte Taxikultur. Die schwarzen Autos mit dem hohen Dach sind bequem und genießen als mobile Ikonen Kultstatus. Auch von den Chauffeuren der „Black Cabs“ dürfen Passagiere einen gewissen Mindeststandard erwarten, der längst nicht in allen Ländern dieser Erde selbstverständlich ist. Angefangen beim gepflegten Erscheinungsbild bis hin zu Grundregeln in Sachen Benimm. Der Fahrer eines London Taxis betreibt höflich Konversation und kann interessante Sight-Seeing-Informationen geben – sofern der Kunde dies wünscht. Er werde aber nie die Nerven seines Fahrgastes mit übermäßiger Redseligkeit strapazieren, Privatgespräche per Handy führen, laut Musik hören oder andere Faux pas begehen, die gegen gute Chauffeursitten verstoßen, beteuert das Unternehmen.

London-Image

Im Nahen Osten und in einigen Ländern Osteuropas hat sich die London Taxi Company dieses Image bereits zu Nutze gemacht, um mit Hilfe von Franchiseunternehmen sowohl Fahrzeuge aus eigener Produktion als auch den London Taxi Chauffeur-Service auf neuen Märkten zu etablieren. Demnächst gehen die London Taxis auch in Rom und Mailand an den Start. Zunächst werden in jeder der beiden Metropolen 50 Fahrzeuge in den Wettbewerb mit der angestammten Konkurrenz treten. Auch in Paris und Istanbul sollen die britischen „Black Cabs“ ebenfalls schon bald mit London-Image um Kundschaft werben.

Fahrzeuge speziell für den Taxibetrieb

Fahrzeuge speziell für den Taxibetrieb baut das britische Unternehmen bereits seit mehr als 60 Jahren. Mehr als 130 000 Exemplare der Baureihen FX, Fairway und TX wurden bis heute produziert. Derzeit ist Modell TX4 mit einem 2,5-Liter-Diesel von VW oder einem 2,4-Liter-Benziner von Mitsubishi zu haben. Ein Teil der britischen Taxi-Ikonen wird noch im englischen Coventry gebaut. Der größere Teil läuft seit 2009 bei einem chinesischen Joint Venture-Partner in Shanghai vom Band.

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